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04.06.2013

16:37 Uhr

Karstadt-Eigner unter Beschuss

Grüne werfen Berggruen Zynismus vor

ExklusivDass der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen scharfe Attacken gegen die Gewerkschaft Verdi fährt, geht der Politik entschieden zu weit. Die Grünen giften zurück. Und auch Ministerin von der Leyen bekommt ihr Fett ab.

Nicolas Berggruen vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen (Archivbild). dpa

Nicolas Berggruen vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen (Archivbild).

BerlinDie heftige Kritik von Karstadt- Eigentümer Nicolas Berggruen an der Gewerkschaft Verdi sorgt für Empörung in der Politik. „Es ist zynisch von Herrn Berggruen, wenn er jetzt die Gewerkschaft für sein eigenes Fehlverhalten und Missmanagement im Karstadt-Konzern kritisiert“, sagte die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, Handelsblatt Online. „Fakt ist, dass er seine eigenen Versprechen bisher nicht eingehalten hat: Keine notwendigen Investitionen, kein nachhaltiger Sanierungsplan, stattdessen jetzt der Ausstieg aus der Tarifbindung.“ Das sei „unsozial und kurzsichtig“.

Die einzigen, die bisher für die Rettung des Konzerns bezahlt hätten, seien die Beschäftigen gewesen, indem sie auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet haben, sagte Andreae weiter. „Jetzt sollen sie ein weiteres Mal auf Gehalt verzichten.“

Im Streit um höhere Löhne für die Mitarbeiter der kriselnden Warenhauskette rechnete Berggruen am Dienstag mit der Gewerkschaft Verdi ab: "Die Verdi-Funktionäre kämpfen gerade bei Karstadt nur um ihre eigene Macht als Gewerkschaft auf Kosten der Belegschaft", sagte der Milliardär der "Bild"-Zeitung. Berggruen verteidigte zugleich den Ausstieg aus der Tarifbindung: "Wir nehmen niemanden etwas weg." Die Gewerkschaft warf dagegen dem Karstadt-Management Fehler vor, für die die Belegschaft nun nicht in Haftung genommen werden dürfe. Die Gewerkschaft sei zu Aktionen bei Karstadt bereit und habe Berggruen ihre Position bereits "sehr deutlich" gemacht, sagte ein Sprecher weiter. Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt sprach sich dafür aus, Probleme im Dialog mit Berggruen zu lösen. Dieser habe Karstadt noch längst nicht abgeschrieben.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

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im Vorjahr nicht in den Top 10

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Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
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Quelle

Interbrand, März 2013

Karstadt mit seinen rund 20.000 Arbeitsplätzen sei "ein Unternehmen, das sich mitten in der Sanierung befindet", betonte Berggruen vor einem Besuch in der Essener Konzernzentrale. Trotzdem seien die Gehälter nach dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrags wie versprochen angehoben worden. "Jetzt sagen wir, die Gehälter sollen zwei Jahre nicht steigen", fügte er gegenüber der "Bild"-Zeitung hinzu. Karstadt steige aus der Tarifbindung aus, bekräftigte Berggruen. Das Vorgehen der Gewerkschaft sei aus seiner Sicht "nicht in Ordnung".

Verdi habe nach der Übernahme des Konzerns Berggruens Sanierungsschritte begleitet, Berggruen selbst habe zudem die Rückkehr zum Flächentarifvertrag zugesagt, betonte dagegen der Gewerkschaftssprecher. Verdi habe keinen Ausstieg verkündet. Wenn der unter Umsatzrückgängen leidende Konzern vom Management ausgerufene Ziele nicht erreiche, hänge dies "nicht an den Beschäftigten", betonte der Sprecher. Vielmehr sei das Sortiment umgestellt worden, auch müsse gefragt werden, wie die Modernisierung der Warenhäuser vorankomme und wie es um Investitionen in Marketing stehe. Auch habe das Management bei Karstadt es versäumt, die Kompetenzen der Mitarbeiter stärker zu nutzen. Es sei "absurd", die Beschäftigten und die Gewerkschaft dafür verantwortlich zu machen, dass der Konzern in der öffentlichen Diskussion stehe.

Kommentare (11)

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RumpelstilzchenA

04.06.2013, 16:54 Uhr

Berggruen ist doch kein Wohltäter. Er hat Karstadt gekauft, um Abgreifen zu können. Wer ihm vertraut, hat selber Schuld.

Boehm

04.06.2013, 17:11 Uhr

Wie wäre es wenn die Gewerkschaft Verdi Karstadt übernimmt. Die Gewerkschaften waren in der Vergangenheit schon immer die besten Unternehmer. Oder?

Account gelöscht!

04.06.2013, 17:12 Uhr

Aus welchem anderen Grund sollte man ein Unternehmen kaufen? Um Gewinn zu machen. Und das ist auch gut so.

Wer anderer Meinung ist, sollte auf einen rot-grünen Ponyhof oder nach Pjönjang gehen.

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