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18.05.2012

19:45 Uhr

Katholikentag

Schäuble warnt vor Schulden-Horror-Szenarien

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Jugend davor gewarnt, Horror-Szenarien angesichts der wachsenden Staatsverschuldung zu viel Gewicht beizumessen. Die Ausgangsbedingungen seien nicht schlechter geworden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim beim 98. Katholikentag. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim beim 98. Katholikentag.

MannheimFinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat angesichts der wachsenden Staatsschulden vor Bedrohungsszenarien für die Jugend gewarnt. „Ich möchte dringend davor warnen, den jungen Leuten einzureden, sie gingen mit schlechteren Ausgangsbedingungen in ihr Leben als frühere Generationen", sagte Schäuble am Freitag beim Katholikentag in Mannheim.

Die Jugend solle sich nicht von vereinfachenden Darstellungen irritieren lassen, die eine unbezahlbare Schuldenlast in der Zukunft andeuteten, sagte der Finanzminister.

Schäuble betonte bei einer Podiumsdiskussion, dass die finanziellen Belastungen des Staates nicht nur anhand des aktuellen Schuldenstandes zu bewerten seien. Die Staatsverschuldung müsse vielmehr im Verhältnis zur gesamtwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gesehen werden.

Eine Gesamtverschuldung von bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie im Euro-Stabilitätspakt festgelegt, sei zu bewältigen. Laut der so genannten Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler (BdSt) liegt die Staatsverschuldung in Deutschland bei weit mehr als zweitausend Milliarden Euro.

Schäuble sagte, Deutschland habe die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. Forderungen nach Schuldenerlassen erteilte er eine Absage, da dieses nur die Stabilität des Geldwertes untergrabe.

Von

afp

Kommentare (16)

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MikeM

18.05.2012, 20:25 Uhr

Wir treten in die Endphase ein: Der Minister leugnet die Wahrheit und spielt die Risiken herunter. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Bald bricht dieses fragile Kartenhaus aus Schulden, Bürgschaften und leeren Versprechungen in sich zusammen.

Thomas-Melber-Stuttgart

18.05.2012, 20:40 Uhr

Herr Schäuble bräuchte bloß einmal die Pensionsverpflichtungen zu kapitalisieren, dann würde er erkennen, daß Deutschland heillos überschuldet ist - oder den Pensionsverpflichtungen nicht nachkommen werden kann. Das gilt natürlich gleichermaßen für die Länder und die Kommunen. Die Erneuerung des Kapitalstocks bzw. Berücksichtigung einer ausreichenden Instandhaltungsrücklage für öffentliche Infrastruktur werden auch nicht "bilanziert".

Realitaetsverlust

18.05.2012, 21:15 Uhr

Nur mal zwei Zitate:

"..., sie gingen mit schlechteren Ausgangsbedingungen in ihr Leben als frühere Generationen"

"Eine Gesamtverschuldung von bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie im Euro-Stabilitätspakt festgelegt, sei zu bewältigen."

Der Mann leidet wirklich unter Realitätsverlust, oder? Ist Finanzminister und kann nicht rechnen...

traurig und vor allem: von so einem Mann ist leider kein sinnvoller Lösungsansatz zu erwarten!

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