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16.01.2015

11:23 Uhr

Kathrin Oertel

Pegida-Frontfrau stellt sich bei Jauch

Sie demonstrieren gegen die Islamisierung des Abendlandes und schimpfen auf die Medien. Nun stellt sich Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel erstmals der verschmähten „Lügenpresse“. Bei Jauch bekommt sie allerdings Beistand.

Kathrin Oertel soll für Pegida bei Günther Jauch sprechen. Reuters

Kathrin Oertel soll für Pegida bei Günther Jauch sprechen.

BerlinInterviewwünsche hat Kathrin Oertel bislang geflissentlich ignoriert. Auch Anfragen von Handelsblatt Online blieben unbeantwortet. Die Ansage lautete: Mit der „Lügenpresse“ – so das Pauschalurteil der Pegiga-Anhänger über die Massenmedien – spricht man nicht.

Nun die Kehrtwende. Erstmals stellt sich ein offizieller Vertreter von Pegida in einer Talkrunde einem Millionenpublikum. Oertel, die die Demonstrationen in Dresden gegen die Islamisierung des Abendlandes mitorganisiert, wird am Sonntagabend bei Günther Jauch zu Gast sein. Ab 21.45 Uhr diskutiert sie mit SPD-Mann Wolfgang Thierse, Jens Spahn von der CDU und Frank Richter, dem Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Die Köpfe der Pegida-Bewegung

Köpfe und Wortführer

Wer sind die Köpfe und Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo? Einige Beispiele:

Kathrin Oertel

Sie ist die einzige Frau im zwölfköpfigen Organisationsteam von Pegida Dresden, die öffentlich in Erscheinung tritt. Laut Medienberichten ist sie 36 Jahre alt und arbeitet als Wirtschaftsberaterin. Neuerdings fungiert sie als Pegida-Sprecherin und Schatzmeisterin – und trat als Gesicht von Pegida bei Günther Jauch auf. In ihren Ansprachen schlägt Oertel vergleichsweise moderate Töne an, persönliche Angriffe überlässt sie anderen.

Sebastian Nobile

Veranstalter der Kögida-Demo in Köln und Pressesprecher der Pegida NRW, nennt sich „freiheitlich-christlicher Patriot“. Medienberichten zufolge war er Aktivist der „German Defence League“, die islamfeindlich und rechtsextrem ist. Laut Polizei hat er mehrfach Demos mit rechtsradikalen Anliegen angemeldet.

Melanie Dittmer

Sie organisierte zuletzt die Bonner „Bogida“-Demos. Medienberichten zufolge war die 36-Jährige im Landesvorstand der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“. Dem „Spiegel“ sagte sie jüngst, es sei für sie unerheblich, ob es den Holocaust gegeben habe. Dittmer sitzt im Vorstand von Pro NRW. Pegida NRW teilte am Dienstag mit, wegen „inhaltlicher Differenzen“ sei die Zusammenarbeit mit Dittmer beendet.

Udo Ulfkotte

Ex-Journalist und Autor des Bestsellers „Gekaufte Journalisten“, gibt den „Lügenpresse“-Rufern Futter und sieht auch schon seit langem Europa von fanatischen Muslimen bedroht. Schon 2003 erschien dazu sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

Karl Schmitt

Er organisiert in Berlin die Bärgida-Bewegung. Der promovierte Ingenieur (60) war 14 Jahre bei der CDU kommunal aktiv, trat 2008 aus und gründete die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ mit. Die CDU habe zu wenig Distanz zur Linken gezeigt und die Gefahr der muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland nicht erkannt. Die „Freiheit“ verließ Schmitt auch nach einem Jahr.

Lutz Bachmann

Er war das Gesicht von „Pegida“ in Dresden: Bachmann rief die Facebook-Gruppe ins Leben, die das islamkritische Bündnis begründete. Er sei kein Rassist, betonte der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte 41-Jährige stets – doch er musste zurücktreten, da gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

Was sind die Ziele und Absichten von Pegida? Werden die Demonstranten zu Unrecht der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt? Oder ist Pegida tatsächlich Ausdruck eines Rechtsrucks in der Gesellschaft? Diese Fragen werden diskutiert.

Damit Oertel sich nicht alleine den Attacken von Thierse und Spahn stellen muss, hat die Jauch-Redaktion auch Alexander Gauland eingeladen. Der AfD-Politiker hatte selbst Mitte Dezember als „Beobachter“ an einer Dresdner Pegida-Demonstration teilgenommen und Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an Pegida deutlich widersprochen hatte. „Sie verurteilt Menschen von oben herab, die sie gar nicht kennt“, so Gauland.

Alles Lügenpresse?

Video: Alles Lügenpresse?

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Kommentare (28)

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Herr Otto Pankrath

16.01.2015, 11:33 Uhr

na da bin ich aber mal gespannt.

Herr C. Falk

16.01.2015, 11:44 Uhr

In der Tat kann man da gespannt sein. Rhetorisch ist Frau Oertel den Medien-Profis Thierse und Spahn mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht ebenbürtig.

Alexander Gauland als alter Hase im politischen Geschäft dürfte allerdings da Seinge dazu beitragen, die Veranstaltung nicht völlig einseitig erscheinen zu lassen.

"Schaun" wir mal.

Herr Helmut Paulsen

16.01.2015, 11:47 Uhr

Ich habe mich mal belesen mittels Wikipedia was eigentlich Zionismus ist.

Es ist das Eintreten dafür, dass Israel auf dem Boden von Alt-Palästina ein Staat sein darf und dass seine Bevölkerung hauptsächlich jüdische Mitbürger sind. Das ist Zionismus. Auf dem Gebiet Alt-Palästina siedeln schon seit Beginn des Islam im 5 Jahrhundert erst 90 % Araber und jetzt nur noch 20 % Araber, weil es immer mehr jüdische Siedler gibt auf dem Gebiet Alt-Palästina als "Heiliges Land" oder Land wo das "Auserwählte Volk Gottes lebt". Israel will unbedingt ein jüdisch geprägtes Land bleiben, so wie Europa unbedingt jüdisch-christlich sein will.

Somit ist der ganze Konflikt Israel vs. Westjordanland+Gaza auf dem Gebiet Alt-Palästina ein Konflikt der 1600 Jahre alt ist.

Ich will nur sagen, dass also Israel mit ihrem verständlichen zionistischen Bestreben genau die gleichen verständlichen Befürchtungen hat wie viele PEGIDA-Demonstranten, dass nämlich ihre eigene Kultur, Religion durch Islamisierung quasi "überrannt" wird. Manche nennen das Rassismus, wenn man zu seiner eigenen Kultur und Tradition, Werte steht. Ist es das wirklich ?

Somit sollten sich Merkel und Gauck mal fragen, ob sie wirklich an der Seite Israels stehen oder nicht vielmehr an der Seite der Islamisierung Europas. Das ist die entscheidende Frage.

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