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10.05.2012

13:23 Uhr

Kauder im Interview

„Wir werden hier keine faulen Kompromisse machen“

VonMichael Inacker, Daniel Delhaes

ExklusivUnionsfraktionschef Volker Kauder lehnt die Wachstumspläne des designierten neuen französischen Staatspräsidenten Francois Hollande ab. Schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme sind mit ihm nicht zu machen.

Fraktionschef Kauder: Nicht-Wähler sind in ihrer Motivation schwer zu analysieren. dapd

Fraktionschef Kauder: Nicht-Wähler sind in ihrer Motivation schwer zu analysieren.

BerlinHerr Kauder, die CDU muss sich am Sonntag in NRW zwar nicht sorgen, das Amt des Ministerpräsidenten zu verlieren, aber gute Aussichten hat die Partei nicht.

Wir können kein Amt verlieren, aber wir können dort eines gewinnen. Wir haben alle Chancen. Wir kämpfen darum, den Ministerpräsidenten zu stellen.

Bislang verliert die CDU ein Land nach dem anderen - zuletzt in Schleswig-Holstein.

In Schleswig-Holstein ist noch nichts entschieden. Warten wir mal ab, wer am Ende welche Koalition hinbekommt. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächste Wahl am Sonntag und die im Januar in Niedersachsen. Dort sehe ich sehr gute Chance, dass David McAllister die Regierung verteidigen kann. Dann folgt die Bundestagswahl. Da kann ich nur sagen: Die SPD ist in den vergangenen Jahren nicht vom Fleck gekommen.

Dagegen ist die FDP abgestürzt und fällt als Mehrheitsbeschaffer aus. Bleibt der CDU überall nur noch die Große Koalition?

Wir werden sehen, wie sich die Konstellationen angesichts der Piratenpartei verändern. In Kiel wäre es schon merkwürdig, wenn die CDU als stärkste Kraft nicht an der Regierung beteiligt wird - weil die Partei der dänischen Minderheit zum Zünglein an der Waage wird. Da muss ich sagen: Wenn eine Partei, die von allen Hürden befreit ist, entscheidet, wer ein Land regiert, dann ist das auch verfassungsrechtlich und für die politische Kultur nicht ganz unbedenklich. Bei allem Respekt vor dem SSW. Er sollte bei seiner selbst auferlegten Zurückhaltung bleiben.

Ungeachtet der Lage im Norden: Die CDU kommt nicht mehr in die Nähe der 40 Prozent. Viele Stammwähler bleiben enttäuscht zu Hause. Damit sind doch bürgerliche Mehrheiten kaum mehr möglich.

In der Tat wird es schwieriger. Die Nicht-Wähler sind in ihrer Motivation schwer zu analysieren. Aber wenn es ernst wird, wenn klar wird, was auf dem Spiel steht, werden auch enttäuschte Unionswähler wieder für uns stimmen. Um diese Gruppe der Stammwähler müssen wir uns jedoch intensiv kümmern. Dazu müssen wir in der Außendarstellung besser werden.

Also wieder ein Appell an den Teamgeist wie seit einem Jahr?

Was richtig ist, bleibt auch richtig. Ich hoffe, dass die FDP durch den Erfolg in Kiel und nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen mehr an Sicherheit gewinnt ...

... und den Weg in die Regierungen sucht, indem sie mit SPD und Grünen Ampelbündnisse eingeht?

Ich sehe das weder in Schleswig-Holstein noch in Nordrhein-Westfalen. Es wird keine Ampel geben. Mein Kollege Rainer Brüderle hat sich genauso geäußert. Eine Ampel wäre das falsche Signal für alle Wähler, die weiterhin auf bürgerliche Mehrheiten setzen - auch in Berlin.

Kommentare (7)

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CDU_muss_auch_weg

10.05.2012, 13:35 Uhr

Das sagt er, und kapiert nichts:
"Die Nicht-Wähler sind in ihrer Motivation schwer zu analysieren. Aber wenn es ernst wird, wenn klar wird, was auf dem Spiel steht, werden auch enttäuschte Unionswähler wieder für uns stimmen. Um diese Gruppe der Stammwähler müssen wir uns jedoch intensiv kümmern. Dazu müssen wir in der Außendarstellung besser werden."

Wer diese Europolitik macht, den diktatorischen ESM voranbringt und der EUSSR den Weg freimacht kann NIE wieder gewählt werden. Das hat selbst meine Mutter(!) gemerkt - sie geht zur Wahl, aber wird den Stimmzettel ungültig machen. So wie ich auch.

Herr Kauder, Sie kapieren NICHTS, was im Volk gerade passiert. Und ich bin gespannt, wie Sie den Deutschen den anstehenden deutschen(!) Staatsbankrott erklären werden, wenn die Garantien und Bürgschaften für die PIGS gezogen werden. Da bin ich sehr gespannt und interessiert. Ich freu mich drauf, wenn die Verantwortlichen alle zur Verantwortung gezogen werden. Was Sie machen, wird in der Wikipedia mit Hochverrat bezeichnet! Ist Ihnen das eigentlich klar?

Und: Ich bin weder ein Rechter noch ein Linker. Sondern aus der MITTE der Gesellschaft.

Account gelöscht!

10.05.2012, 14:16 Uhr

Ich kann Ihnen nur zustimmen. Auch ich bin weder rechts noch links. Ich überlege nur noch, ob ich Sonntag nicht zur Wahl gehe oder lieber doch und in den Umschlag sche... soll.

Mazi

10.05.2012, 14:34 Uhr

Nachdem Herr Kauder einen Hoheitsauftrag des Wahlvolks zurück gegeben hat, bin ich nicht mehr sicher, ob er damit nicht auch sein Bundestagsmandat zurück gegeben hat.

Herr Kauder sollte sein Mandat ruhen lassen bis das Thema geklärt ist.

Das Bundespräsidialamt wird es klären.

Siehe auch den Kommentar:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/debatte-um-fiskalpakt-sie-brauchen-uns-frau-merkel/v_detail_tab_comments/6615406.html?ajaxelementid=%23mailAuthView&pageNumber=0

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