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10.11.2014

15:42 Uhr

Kauf von Informationen

Opposition warnt BND vor Deal mit Kriminellen

Informationen zu Sicherheitslücken in Computerprogrammen gegen Bares: So oder so ähnlich plant der deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) angeblich den Ankauf von Informationen. Die Opposition protestiert.

Gefahr für Deutschland? Hacker auf einem Treffen? obs

Gefahr für Deutschland? Hacker auf einem Treffen?

BerlinDie Opposition warnt den Bundesnachrichtendienst (BND) davor, sich auf dem Schwarzmarkt Informationen über Schwachstellen in Computerprogrammen zu kaufen und durch deren weitere Nutzung die Sicherheit im Internet auszuhöhlen. „Der deutsche Auslandsnachrichtendienst darf sich nicht als Hehler betätigen“, erklärte der Grünen-Politiker Konstantin von Notz am Montag in Berlin.

Statt Schwachstellen offenzuhalten, die auch von Kriminellen genutzt würden, müssten Bürger und Wirtschaft umgehend darüber informiert werden, um weiteren Schaden zu verhindern. Weder die Regierung noch der BND wollten sich unter Verweis auf die Geheimhaltung zu dem konkreten Vorwurf äußern.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, der BND wolle das Wissen über Einfallstore in Computerprogramme ankaufen, um sich Zugriff auf verschlüsselte Informationen zu verschaffen. Nach Einschätzung von Experten fördert dies jedoch den dubiosen Schwarzmarkt für solche Informationen im Internet und schadet der Sicherheit der Bürger. „Den Markt für Schwachstellen zu unterstützen, ist aus staatlicher Sicht eine extrem schlechte Idee“, sagte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, Michael Waidner, dem Magazin. „Das einzig Vernünftige, was man mit Schwachstellen machen kann, ist, sie zu beseitigen“.

Ähnlich argumentierte der Grünen-Politiker von Notz. „Durch den Ankauf, das Offenhalten und die Nutzung von Sicherheitslücken wird die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme offen in Frage gestellt“, erklärte er. Für Bürger und Wirtschaft ergäben sich daraus eklatante Sicherheitsrisiken. Die Regierung müsse solchen Plänen des BND, die mit rechtsstaatlichen Vorgaben nicht zu vereinbaren seien, eine unmissverständliche Absage erteilen.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

10.11.2014, 17:32 Uhr

Der BND beabsichtigt Spionagesoftware zu kaufen
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Geheimen Unterlagen zufolge hat der Bundesnachrichtendienst (BND) bis 2020 rund 4,5 Millionen Euro eingeplant, um auf dem grauen Markt Informationen über Software-Schwachstellen einzukaufen. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

Erst forderte den Bund die Vorratsdatenspeicherung, dann den Bundestrojaner und jetzt Zero Day Exploits um die SSL zu knacken.
Es kann/darf doch nicht sein, dass der gemeine Bürger seine Kontodaten, Interneteinkäufe und Internetbanking verschlüsselt und der BND nicht mitlesen kann. Das gilt auch für Mails.
Da muss der Schnüffelstaat doch gegenhalten.

Der MfS und die Stasi wären froh gewesen, hätte es damals schon diese Möglichkeiten gegeben.

Herr Manfred Zimmer

10.11.2014, 18:04 Uhr

"Informationen zu Sicherheitslücken in Computerprogrammen gegen Bares: So oder so ähnlich plant der deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) angeblich den Ankauf von Informationen. Die Opposition protestiert."

So kriminell können die Kriminellen doch gar nicht sein, wenn man deren "Produkt" kaufen will. Solche Produkte können doch nur dann interessant sein, wenn der Staat selbst anstrebt kriminell zu werden.

Die Frage ist dann dennoch, ob er es nicht schon lange ist.

Denken wir an den Ankauf der sogenannten Steuer-CDs mit Steuergeld.

Denken wir an die Verhaftung eines Schweizer Staatsbürgers, weil der einen kennen soll, der in Deutschland keine Steuer abgeführt haben soll.

Denken wir an den heutigen EU-Präsidenten, der gleich die Gesetze in Luxemburg abändern ließ, damit deutsche Unternehmen ein vielfaches an Steuern nicht mehr in Deutschland zahlten.

Wo bleibt denn da noch die Ehrlichkeit. Ist das etwa der Grund weshalb auf den Bundestagstoiletten keine Spiegel hängen?

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