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07.03.2011

19:23 Uhr

Kein Asyl

Haderthauer will Flüchtlinge zurückschicken

Wenn es nach Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer geht, soll Deutschland keine Flüchtlinge aus Nordafrika aufnehmen. Bei den Flüchtlingen handele es sich nicht um politisch Verfolgte.

Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) will Afrika-Flüchtlinge zurückschicken. Quelle: dapd

Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) will Afrika-Flüchtlinge zurückschicken.

MünchenBayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) will einem Zeitungsbericht zufolge die Menschen, die vor den Unruhen in Nordafrika fliehen, zurückschicken. „Wir dürfen nicht die Illusion wecken, dass wir sämtliche nordafrikanische Bürger aufnehmen können“, sagte Haderthauer dem "Münchner Merkur".

Mit Blick auf die überfüllten Auffanglager auf der italienischen Insel Lampedusa und in Griechenland erklärte sie: „Bei den Tunesiern handelt es sich nicht um politisch Verfolgte im Sinne des Asylrechts, sondern um Wirtschaftsflüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben.“ Diese würden in ihrer Heimat gebraucht, um dort eine funktionierende Demokratie aufzubauen.

Vom neuen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verspricht sich Haderthauer „ganz wichtige Weichenstellungen“ für eine restriktivere Asyl- und Integrationspolitik. „Wir müssen das Nachzugsalter für Ehegatten von 18 auf 21 Jahre anheben“, forderte Haderthauer. Dies sei das wirksamste Mittel gegen „Importbräute“.

Zudem müssten alle Migranten - auch junge Mütter - innerhalb eines Jahres Deutsch lernen.

Nach Angaben der EU-Kommission sind von insgesamt 200 000 Menschen, die aus Libyen über die Grenzen nach Tunesien und Ägypten geflohen sind, bisher etwa 60 000 in Sicherheit gebracht worden. Von 8000 evakuierungswilligen EU-Bürgern seien bis auf 80 alle außer Landes gebracht worden.

Die Vereinten Nationen baten angesichts der Not der Zivilisten in Libyen um Spenden in Höhe von 160 Millionen Dollar (114 Millionen Euro). Damit soll die humanitäre Hilfe für die kommenden drei Monate gesichert werden. Mit dem Geld sollen Flüchtlinge und die Menschen im Land selbst unterstützt werden - unter anderem mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe.

Von

dpa

Kommentare (12)

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heart54

07.03.2011, 19:59 Uhr

Das ist sowas von menschenverachtend, dass es mich geradezu ankotzt.

kcomk

07.03.2011, 20:02 Uhr

Wird man einem Land helfen können, indem man die jungen, besser ausgebildeten und wanderungswilligen Menschen in eine ihnen fremde Gesellschaft aufnimmt? Hilft man diesen vergleichsweise wenigen Menschen, in dem man diesen ein Sozialsystem aufokroyiert bzw. unqualifizierte Arbeit ausüben lässt? In jeder Hinsicht ist Unterstützung- sofern gewollt - im Landesinneren Marokkos, Lybiens, Agyptens (...) bei Aufbau einer Opposition, einer jungen Demokratie und sicheren Strukturen, die eine offene Marktwirtschaft ermöglichen, der einzige sinnvolle und langfristige Weg, den es zu beschreiten gilt!

L@mb@

07.03.2011, 20:11 Uhr

Zitat Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU:

„Wir müssen das Nachzugsalter für Ehegatten von 18 auf 21 Jahre anheben“, forderte Haderthauer. Dies sei das wirksamste Mittel gegen „Importbräute“

So eine Äußerung ist diskriminierend, menschenverachtend und eines Politikers unwürdig. Man muss sich ernsthafte Sorgen machen, was da in Bayern so rumläuft. Politikerproleten!?

Was hat Frau Haderthauer über Ihren Parteichef Horst Seehofer, als er ein uneheliches Kind gezeugt hat, zum Besten gegeben? Oder hat sie da einfach weggeschaut und ihren Mund gehalten?

Wenn Frau Haderthauer uns Frauen als Bräute und Tussen abwatscht, dann bekommt sie postwendend bei der nächsten Wahl die Quittung.

Zu Schade nur, dass sie unser Steuergeld als Diäten und Pensionszahlung erhält.

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