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03.12.2013

07:16 Uhr

„Kein Opferschutz”

Grüne kritisieren Prostitutionsreform

Aufenthaltsrecht und Arbeitserlaubnis für Zwangsprostituierte – das fordert die Grünen-Fraktionsvize Ekin Deligöz. Die geplante Reform des Prostitutionsgesetzes geht ihr nicht weit genug. Alice Schwarzer lobt die Pläne.

Die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsprostitution gehen den Grünen nicht weit genug. dpa

Die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsprostitution gehen den Grünen nicht weit genug.

BerlinDie geplante Reform des Prostitutionsgesetzes geht den Grünen nicht weit genug. Grünen-Fraktionsvize Ekin Deligöz bezeichnete die Regelungen gegen Zwangsprostitution in den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag) als unausgereift. „Der Opferschutz fehlt völlig. Da gibt es keine Vorschläge“, sagte sie. Wenn man den Zwangsprostituierten wirklich helfen wollte, müsse man ihnen „die Möglichkeit eines Neustarts in Deutschland geben, mit Aufenthaltsrecht und Arbeitserlaubnis“. Wenn das nicht gelinge, seien die Gesetzespläne nichts als Symbolpolitik.

Sollte es zur großen Koalition aus Union und SPD kommen, will diese künftig Freier bestrafen, wenn sie die Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch nehmen. Zur Reform des zwölf Jahre alten Prostitutionsgesetzes gehören ferner eine stärkere Kontrolle von Bordellen und das Verbot ausbeuterischer Praktiken wie „Flatrate-Sex“.

Koalition : Freier von Zwangsprostituierten sollen bestraft werden

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Freier von Zwangsprostituierten sollen bestraft werden

Nach einer umfassenden Reform des Prostitutionsgesetztes sollen Freier von Zwangsprostituierten künftig bestraft werden können. Dies soll in Fällen „erkennbarer Zwangsprostitution“ möglich werden.

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer begrüßte die Pläne als „ersten Schritt“. In der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag) forderte sie aber weitere, „ganz konkrete Maßnahmen zum Schutz der Frauen - und zur Bestrafung der Händler mit der Ware Frau“. Deutschland könnte sich durchaus an Frankreich orientieren, wo diese Woche ein Gesetz zur Abschaffung der Prostitution verabschiedet wird. Ein solches Gesetz sei „unbedingt wünschenswert“, sagte Schwarzer.

Von

dpa

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