Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2016

03:11 Uhr

Keine Ausnahmen

Maas will Mehrfach-Ehen die Anerkennung verweigern

Deutschlands Justizminister will die Anerkennung von muslimischen Mehrfach-Ehen in Deutschland beenden. Bisher können aus religiösen Gründen Ausnahmen geltend gemacht werden.

Keine Anerkennung von Mehrfach-Ehen: Bundesjustizminister Heiko Maas. dpa

Heiko Maas

Keine Anerkennung von Mehrfach-Ehen: Bundesjustizminister Heiko Maas.

BerlinBundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will islamischen Mehrfach-Ehen in Deutschland grundsätzlich die Anerkennung verweigern. „Niemand, der zu uns kommt, hat das Recht, seine kulturelle Verwurzelung oder seinen religiösen Glauben über unsere Gesetze zu stellen“, sagte Maas der „Bild“-Zeitung. „Deshalb dürfen in Deutschland keine Mehrfach-Ehen anerkannt werden.“

Polygamie ist in Deutschland zwar schon verboten. In der Praxis können polygame Familienverhältnisse bei Migranten aus muslimischen Staaten von deutschen Behörden aber anerkannt werden. In manchen muslimischen Ländern dürfen Männer unter bestimmten Umständen legal bis zu vier Ehefrauen heiraten.

Abstimmung über Maghreb-Staaten: Union und SPD mahnen Grüne zum Einlenken

Abstimmung über Maghreb-Staaten

Union und SPD mahnen Grüne zum Einlenken

Nächste Woche stimmt der Bundesrat über die Einstufung der Maghreb-Länder als „sichere Herkunftsstaaten“ ab. Für Asylbewerber aus diesen Ländern hat das weitreichende Folgen. Schon jetzt sorgt die Abstimmung für Zoff.

Maas möchte der Anerkennung dieser Praxis in Deutschland nun ein Ende bereiten. „Jeder muss sich an Recht und Gesetz halten, egal ob er hier aufgewachsen oder neu bei uns ist“, sagte er. „Das Recht ist für alle gleich.“ Derzeit wird in der deutschen Politik zudem darüber diskutiert, wie gegen Zwangsehen von minderjährigen Migranten vorgegangen werden kann.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×