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04.10.2012

14:03 Uhr

Keine Einigung in Sicht

Ärzte und Kassen streiten weiter

Quelle:Handelsblatt Online

Der Konflikt um höhere Ärztehonorare gärt weiter: Auch eine neue Verhandlungsrunde am Donnerstag brachte kein Ergebnis. Jetzt setzen alle Beteiligten auf den nächsten Durchgang in der kommenden Woche.

Im Honorarstreit mit den Krankenkassen sind auch die Ärzte bislang zu keiner Einigung bereit. dpa

Im Honorarstreit mit den Krankenkassen sind auch die Ärzte bislang zu keiner Einigung bereit.

BerlinDie Honorarverhandlungen für die rund 150.000 Kassenärzte sind ohne Ergebnis vertagt worden. Angesichts der weit auseinanderliegenden Positionen kamen sich die Vertreter von Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag in Berlin erwartungsgemäß nicht näher. Die Gespräche sollen nun am Dienstag kommender Woche unter Leitung eines neutralen Vorsitzenden fortgesetzt werden.

Die Kassen haben bislang ein Honorarplus von etwa 900 Millionen Euro angeboten. Die KBV verlangt mit etwa 3,5 Milliarden Euro aber fast das Vierfache.

Ärzte streiten mit Krankenkassen um Honorare

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Für den 10. Oktober haben Ärzteverbände erneut bundesweit Proteste vor Geschäftsstellen von Krankenkassen an bislang 19 Orten angekündigt. Zwischenzeitlich waren diese Aktionen ausgesetzt worden.

In der ersten Runde der Verhandlungen war eine Erhöhung der Preise für die ärztlichen Leistungen um jährlich 270 Millionen Euro festgesetzt worden. Dabei wurde die KBV im Erweiterten Bewertungsausschuss von den Kassen und einem unparteiischen Vorsitzenden überstimmt. Derzeit wird noch über die zu erwartende Menge dieser Leistungen verhandelt.

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Das monatliche Nettoeinkommen der Kassenärzte von gesetzlichen und privaten Kassen beträgt laut KBV nach jüngsten Zahlen im Schnitt 5.442 Euro. Doch klafft die Spanne weit auseinander: Einem Allgemeinmediziner blieben demnach 5.018 Euro pro Monat, einem Orthopäden 6.344 Euro, einem Psychotherapeuten dagegen nur 2.658 Euro.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 33,7 Milliarden im vergangenen Jahr.

Von

dpa

Kommentare (5)

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spacewalker

04.10.2012, 15:47 Uhr

Mir wird es ewig unbegreiflich sein, wie sich zigtausende über die paar Kröten aufregen, die Hr. Steinbrück dazu verdient hat, aber völlig teilnahmslos sind, wenn Ärzte, und vor allem deren Funktionäre, wie ein Rudel Wölfe über Milliarden (die uns Versicherten gehören) herfallen und versuchen die größten Stücke zu ergattern. Zugegeben, einige Der niedergelassenen Ärzte sind wirklich unterbezahlt. Aber dies Problem ist ganz einfach zu lösen, indem die hoffnungslos überbezahlten Fachäzte ihren nicht so gücklichen Kollegen einen gerechten Teil abgeben. Dafür hat die kassenäztliche Vereinigungen zu sorgen und nicht die Krankenkassen. Aber dies so zu regeln, dazu gehört Zivilcourage, und in einem so hierarischen System ist Zivilcourage eben Mangelware. Und der desinteressierten Öffentlichkeit ist eh alles Schnurz was RTL und die B...-Zeitung nicht thematisieren.

Frauenarzt

04.10.2012, 15:57 Uhr

Herr spacewalker, haben Sie denn irgendeine Ahnung, wie lächerlich die Ärzte für ihre Arbeit bezahlt werden. Wahrscheinlich nicht, sonst würden Sie nicht so einen Stuss von sich geben. Die KVen sind Befehlsempfänger der Ministerial-Bürokratie, und die angeblich unabhängigen Sachverständigen biegen sich, wie die Kassen befehlen.

spacewalker

04.10.2012, 18:54 Uhr

@Frauenarzt,

ich weiß nicht, wie hoch der Umsatz bzw. das Nettoeinkommen der Ärzte im Einzelnen ist, aber jeder, der will, kann das leicht in Erfahrung bringen. Aber sie gehören ohne Zweifel zu den Spitzenverdienern, deren Ausbildungskosten weitgehend von der Gesellschaft getragen werden und die eine beamtenähnliche Arbeitsplatzsicherheit haben. Aber der verstorbene Präsident der Bundesärztekammer Prof. Hoppe hat damals schon gewußt, daß das heutige NC-Auswahlsystem nicht, aber auch reinweg garnicht dazu taugt, daß wir Ärzte bekommen, deren charakterliche Entwicklung immer mit der fachlichen Schritt hält. Wenn wir in den nächsten Jahren doppelt so viel Ärzte ausbilden würden wie heute, dann würde es keinen endlosen Strom von Ärzten geben die ins gelobte Ausland abwandern, nein, man würde um die Arbeitsplätze in Deutschland wetteifern. Mit der "Abwanderungsdrohung" sollte sich in Deutschland niemand mehr erschrecken lassen! Meine Kritik richtet sich gegen einige schwarze Schafe; den meißten Ärzten gilt weiterhin meine uneingeschränkte Hochachtung. Sie sind nicht dafür verantwortlich, daß eine miese Politik ihrer Verbände, ihre Reputation dermaßen beschädigt.

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