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24.09.2012

16:40 Uhr

„Keine Gewissensfrage“

CDU lehnt freie Abstimmung über Frauenquote ab

Die Bundesratsinitiative für eine Frauenquote sorgt für Streit innerhalb der Union. CDU-Frauen liebäugeln mit dem Vorstoß und wollen im Bundestag frei abstimmen dürfen. Doch die Parteispitze stellt sich quer.

Der Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe. dpa

Der Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe.

Berlin/BrüsselDie CDU lehnt die Bitte ihrer Frauengruppe im Bundestag um eine freie Abstimmung über eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte ab. Das Thema habe nicht den Charakter von Gewissensfragen wie etwa die Sterbehilfe, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nach einer Vorstandssitzung seiner Partei am Montag in Berlin. Die Minderheit in der CDU/CSU-Fraktion müsse dann entsprechend der Arbeitsordnung mit der Mehrheit solidarisch sein. Union und Koalition müssten geschlossen abstimmen.

Die CDU-Abgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker will die Quote hingegen noch in dieser Wahlperiode und notfalls mit Abgeordneten der Opposition durchsetzen. Sie sagte dem Magazin „Cicero“ (Oktober): „Wenn es um die Big Points geht, kann man sich auch schon mal einen Konflikt erlauben.“ CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und CSU-Chef Horst Seehofer verlangten Koalitionsdisziplin.

Im Bundesrat war am vorigen Freitag mit Hilfe der Unions-geführten Länder Sachsen-Anhalt und Saarland ein Antrag aus dem SPD-regierten Hamburg erfolgreich. Danach soll in den nächsten elf Jahren eine Beteiligung von 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten durchgesetzt werden.

Im Bundestag hat die Länderinitiative allerdings wenig Aussicht auf Erfolg. Denn CSU, FDP sowie große Teile der CDU sind gegen eine Frauenquote. Die Vorsitzende der Gruppe der Unionsfrauen, Rita Pawelski (CDU), pocht auf eine Bundestagsabstimmung ohne Fraktionszwang, damit die Abgeordneten ihrem „frauenpolitischen Gewissen“ folgen könnten.

Bundesrat: CDU-Landeschefs machen Mehrheit für Frauenquote greifbar

Bundesrat

Zwei CDU-Landeschefs für Frauenquote

Am Freitag soll der Bundesrat über eine Frauenquote für Aufsichtsräte beraten.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) äußerte sich in der CDU- Sitzung nach Teilnehmerangaben kritisch zu den Abweichlern. Man dürfe sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Gröhe sagte, die CDU setze sich in ihrem Leitantrag für den Parteitag im Dezember für eine Flexi-Quote ein, mit der sich die Unternehmen selbst transparente Ziele setzen sollen. Die Verfehlung der eigenen Ziele sei dann strafbewährt. Änderungsanträge gebe es nicht.

Kommentare (6)

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Unionswaehler

24.09.2012, 17:48 Uhr

Merkel, Kauder und Gröhe führen sich auf wie Lukaschenko!
Die haben wohl vergessen, dass sie in einer Demokratie und nicht in Merkels Diktatur leben!
Wir wählen unsere Abgeordneten, damit sie die Interessen Ihrer Wähler vertreten und nicht die dümmlichen Vorgaben der Parteioberen!!!
Bravo Elisabeth Winkelmeier-Becker, Rita Pawelski, Annegret Kramp-Karrenbauer, Dr. Reiner Haseloff!!!!!!
Lasst euch nicht von den Despoten Merkel, Kauder und Gröhe ins Boxhorn jagen, die Wähler sind auf eurer Seite.
Die drei haben noch gar nicht gemerkt, dass sie von Gestern sind!!!!

Muschkote

24.09.2012, 17:58 Uhr

Hau, die große Führerin hat gesprochen.

Nachwuchs

24.09.2012, 18:46 Uhr

CDU-Spitze ist gegen die freie Gewissensentscheidung. Was sind das für Wesen, die unsere Demokratie so abschaffen wollen. Wann klagt man endlich Frau Merkel wegen staatsfeindliches Verhalten an? Ist das Ziel der CDU weg von der Demokratie hin zum [...]? +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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