Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2012

13:56 Uhr

Keine Mehrheit im Bundesrat

Gesetzliche Deckelung von Dispozinsen gescheitert

Der Bundesrat hat eine gesetzliche Deckelung der Überziehungszinsen von Girokonten abgelehnt. Die Gegner des Gesetzes setzen auf eine freiwillige Regelung der Banken - obwohl ein erstes Branchentreffen ergebnislos blieb.

Wer sein Giro-Konto überzieht, muss mit erheblichen Zinsen rechnen. dpa

Wer sein Giro-Konto überzieht, muss mit erheblichen Zinsen rechnen.

BerlinEin Vorstoß der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt fand am Freitag in der Länderkammer keine Mehrheit. Der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Grüne) forderte, die „Abzocke mit horrenden Überziehungszinsen“ müsse aufhören. Während die Banken sich mit Hilfe der Steuerzahler zu einem Satz von unter einem Prozent refinanzieren könnten, verlangten sie von ihren Kunden Dispo-Zinsen von bis zu über 13 Prozent. „Am härtesten trifft es die, die ohnehin in Schwierigkeiten stecken.“

Der hessische Bundes-Minister Michael Boddenberg (CDU) hielt Bonde entgegen, eine gesetzliche Deckelung der Zinsen würde mehr schaden als nutzen. Unter anderem werde damit die flächendeckende Versorgung mit Banken gefährdet, die im internationalen Vergleich einzigartig sei, weswegen im Ausland vom „overbanking“ in Deutschland gesprochen werde.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hofft im Streit um die Dispozinsen auf eine freiwillige Regelung der Banken. dpa

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hofft im Streit um die Dispozinsen auf eine freiwillige Regelung der Banken.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) befürwortet freiwillige Regelungen der Branche. Ein erstes Treffen mit Branchenvertretern und Verbraucherschützern Anfang des Monats hatte keine konkreten Ergebnisse erbracht. Die deutsche Kreditwirtschaft argumentierte, Dispo-Zinsen seien besonders flexible Kredite, die deutlich mehr Aufwand benötigten und daher teurer seien. Ihre Zinsen stünden daher auch in keinem direkten Zusammenhang zum historisch niedrigen EZB-Leitzins von 0,5 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.10.2012, 14:46 Uhr

Na, mit irgendwas müssen sich diese Geldhäuser doch noch finanzieren. Wenn diese sich selbst schon so kastrieren, das sie nicht mal mehr ordentliche Firmen und Geschäfte finanzieren wollen/können/sollten/müßten ...

Trotzdem hat der Gesetzgeber hier richtig gehandelt. Angebot und Nachfrage, wer sein Konto nicht überzieht, zahlt gar keine Zinsen. Und wer schlau ist, macht es auch genauso, spart bis man bar zahlen kann. Damit verdient man selbst genau den Zinssatz, und wirft nicht anderen Leuten unnötiges Geld hinterher.

Account gelöscht!

12.10.2012, 17:23 Uhr

" Die deutsche Kreditwirtschaft argumentierte, Dispo-Zinsen seien besonders flexible Kredite, die deutlich mehr Aufwand benötigten und daher teurer seien. Ihre Zinsen stünden daher auch in keinem direkten Zusammenhang zum historisch niedrigen EZB-Leitzins von 0,5 Prozent."

Zu Computerzeiten sehe ich da keinen großen Aufwand. Der Kreditrahmen ist bekannt und wenn er überzogen wird, geht gleich ein rotes Lämpchen an und ein Rotes Lämpchen an und der Kontoinhaber bekommt ein Schreiben.

Aber keine Lüge ist schlecht genug um möglichst hohe Gewinne einzufahren.

Fehrmann

16.10.2012, 16:07 Uhr

Wieder hat einmal Frau Merkel versagt und sich den Interessen der Kreditinstiute gebeugt. Sie wissen doch alle, da kann man bei der Wahl etwas machen. Ich habe seit 47 Jahren CDU gewählt. Jetzt nicht mehr!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×