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29.05.2014

00:05 Uhr

Keine Parteineugründung

FDP-Rebell Schäffler dementiert AfD-Gerüchte

VonDietmar Neuerer

Trotz ihres Europawahlerfolgs rumort es in der AfD. Einigen passt die politische Ausrichtung nicht. Sie erwägen die Gründung einer eigenen Partei. Mit dabei sein soll der FDP-Mann Schäffler. Doch der weist das zurück.

Europa-Kritiker Frank Schäffler (FPD) weist Gerüchte einer neuen Parteigründung von sich. dpa

Europa-Kritiker Frank Schäffler (FPD) weist Gerüchte einer neuen Parteigründung von sich.

BerlinDer eurokritische FDP-Politiker Frank Schäffler hat nicht die Absicht, mit ehemaligen Mitgliedern der Alternative für Deutschland (AfD) eine neue Partei zu gründen. Einen entsprechenden Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" kommentierte er gegenüber Handelsblatt Online mit den Worten: "Nein, meine politische Heimat ist die FDP.

Wer klassisch-liberale Positionen in Deutschland unterstützen will, sollte jetzt in die FDP eintreten und den "Liberalen Aufbruch" unterstützen."

Hintergrund ist, dass laut dem Bericht eine "größere Gruppe" von liberalen AfD-Mitgliedern geschlossen die Partei verlassen will. Offenbar hatte es zuvor Streit um die russlandfreundliche außenpolitische Linie der AfD gegeben – und um die Frage, ob die AfD im Europaparlament ein Bündnis mit der rechtspopulistischen Ukip aus Großbritannien eingehen soll.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Das liberale Kernthema der AfD, der Austritt aus dem Euro, sei in den Hintergrund geraten – zugunsten von konservativen Reizthemen wie Familien- und Einwanderungspolitik.

Der Impuls für die Austrittswelle der Liberalen soll von der „Liberalen Vereinigung“ gekommen sein, einem Verein, den Mitglieder von AfD und FDP kurz vor der Europawahl gegründet hatten. Laut "Zeit" sei auch über die Gründung einer neuen Partei gesprochen worden – unter anderem mit Frank Schäffler, dem prominentesten Eurokritiker der FDP.

Kommentare (4)

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29.05.2014, 10:31 Uhr

Mit diesen Artikel wird doch schon wieder Apfel und Birnen vermischt. Wie viele wollen den aus der AfD austreten? Und Hr. Dilgner ist doch schon letztes Jahr aus der AfD ausgetreten. Hr. Schäffler ist weiterhin bei der FDP...dieses Medien Basching auf die AfD und FDP geht mir so langsam auf den Sack.
Setzt euch endlich mit den Inhalten und Sachargumenten der AfD und der anderen etablierten Bundestagseinheitsparteien auseinander und verlasst diese Kindergarten von Bashing und schlecht reden. Danke!

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29.05.2014, 12:25 Uhr

Na ja, Kubicki hat es schon vor der Wahl gewußt, nach der Wahl stirbt die AfD. Leider ist die FDP gestorben und die AfD ist putzmunter. Wenn eine Handvoll EX-FDP MItglieder, die bei der AfD aus Karrieregründen, die sich offensichtlich nicht erfüllten angeheuert haben,jetzt wieder austreten, ist das keine "Spaltung" oder dergleichen sondern etwas sehr Marginales ohne jede Bedeutung.

Account gelöscht!

29.05.2014, 13:33 Uhr

Die AfD muss sich von den Unerwünschten trennen. Das ist in jeder Partei so. Der Riesenerfolg von 7 % zur EU-Wahl spricht doch dafür, dass Vieles richtig gemacht wurde, das Programm bürgernah und mitbestimmend ist, die Wähler es immer mehr begreifen als eine echte Alternative aus der Mitte des Parteienspektrums. Darum ist es gut, wenn die Unerwünschten verschwinden, um die neue Richtung festzuzurren.

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