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13.06.2016

13:28 Uhr

Kempf folgt auf Grillo

Ex-Bitkom-Chef soll neuer BDI-Präsident werden

„Industrie 4.0“ ist das Zauberwort der deutschen Wirtschaft. Auch bei der Besetzung seiner Spitze setzt der Industrieverband BDI nun auf einen Mann, der sich bestens mit Digitalisierung und Vernetzung der Produktion auskennt.

Dieter Kempf (r) soll bald den Industrieverband leiten. dpa

BDI-Chef Grillo und sein Nachfolger Kempf

Dieter Kempf (r) soll bald den Industrieverband leiten.

BerlinDer IT-Manager und frühere Bitkom-Chef Dieter Kempf soll neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) werden. Der 63-Jährige soll Anfang 2017 Ulrich Grillo an der Spitze des einflussreichen Wirtschaftsverbandes ablösen. Auf diesen Vorschlag habe er sich einstimmig mit allen Vize-Präsidenten geeinigt, sagte Grillo am Montag in Berlin. Kempf soll im November von der BDI-Mitgliederversammlung gewählt werden. „Nach vier Jahren an der Spitze der deutschen Industrie werde ich - wie es die Satzung als Regel vorsieht - nicht erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren“, kündigte Grillo an.

Mit der Berufung des IT-Experten reagiert der BDI auch auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unter dem Stichwort „Industrie 4.0“. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil US-Internet-Konzerne wie Google, Apple & Co. versuchen, sich auch in etablierten Branchen breitzumachen. „Dieter Kempf ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die Chancen für Produkte ‚made in Germany‘ in der zunehmenden Digitalisierung zu vergrößern“, meinte Grillo. Er verfüge über „hervorragende Eigenschaften für das Amt des BDI-Präsidenten“: Kempf habe die Expertise und die langjährige verbandspolitische Erfahrung, „unsere Industrien und den Industriestandort Deutschland beim Weg durch die vierte industrielle Revolution zu unterstützen“.

Kempf war bis Ende 2015 Vize-Präsident des BDI und berät die Bundesregierung auch in Fragen der Internetsicherheit. Der Steuerberater und Honorarprofessor war bis Ende März noch Vorstandschef der Nürnberger Datev - das ist einer der größten IT-Dienstleister und Softwareanbieter in Deutschland, spezialisiert auf Buchhaltung. Zwischen 2011 und 2015 führte der gebürtige Münchner auch den Telekommunikations-Branchenverband Bitkom als Präsident.

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Der Entwicklungsetat ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Künftig sollen fünf Prozent aus dem Topf für Kooperationen mit der Wirtschaft bereitgestellt werden. Das ruft den Industrieverband BDI auf den Plan.

Kempf gilt als besonnener Stratege. Grillo verschaffte sich in der Politik auch mit teils harscher Kritik an der Regierung Respekt. Wenn es um die Digitalisierung, die Energiewende oder andere Standortfragen geht, hat das Wort eines BDI-Chefs auch im Kanzleramt Gewicht. Der BDI ist das Sprachrohr von mehr als 100.00 Industrie-Unternehmen mit mehr als acht Millionen Beschäftigten.

Kempf sagte, Grillos Angebot, die Führung des wichtigsten Wirtschaftsverbandes des Landes zu übernehmen, habe er nicht ausschlagen können: „Ich will, dass wir in Deutschland die Digitalisierung zu einem großen Erfolg führen.“

Grillo steht seit Januar 2013 an der Spitze des BDI und übergibt sein Amt zum Jahresende. Der frühere Rheinmetall-Manager ist Vorstandschef der familieneigenen Grillo-Werke in Duisburg, einem Zulieferer der Metall- und Chemieindustrie.

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