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21.08.2012

08:23 Uhr

Kennzeichen-Idee

Polizeigewerkschaft spricht von „Klamauk-Politik“

Bekommt Usedom sein „USE“ und Plauen sein „PL“? Bei Kfz-Kennzeichen sollen Kreise und Städte mehr Freiraum bekommen, alte Regionalkürzel sollen wieder her. Polizisten fürchten Erschwernisse.

Städte und Gemeinden sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen. dpa

Städte und Gemeinden sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen.

BerlinDie Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert die geplante Lockerung bei den Autokennzeichen als „Klamauk-Politik“ und warnt vor einem Anstieg ungeklärter Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. „Wer Lokalpatriotismus zu seinem Kuhdorf zeigen will, soll das über einen Aufkleber am Kofferraum tun - aber bitte nicht über das amtliche Kfz-Kennzeichen“, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

Wendt befürchtet, durch den größeren Freiraum der Kreise und Städte werde die Arbeit der Polizei erschwert. „Die Kollegen werden die kryptischen Buchstabenkombinationen kleiner Ort schwerer entziffern können. In der Folge wird es schwerer werden, die Täter bei Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu ermitteln.“ Das Bundesverkehrsministerium plant, Städte und Gemeinden die ersten Buchstaben von Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen zu lassen.

Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter kritisierte die Idee von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer als „typisches Ablenkungsmanöver“. „Es fällt doch auf, dass der Verkehrsminister immer wieder solche Symbolthemen gerade dann setzt, wenn es an anderer Stelle wie beim Berliner Großflughafen Probleme gibt“, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

Ramsauers Plan sei zwar „ein interessanter Vorschlag“. Dieser wirke aber noch „etwas unausgegoren und nicht hundertprozentig durchdacht“, sagte Hofreiter. So sei unklar, wo die Grenzen bei der Vergabe von Kennzeichen liegen sollten. Außerdem stelle sich schon die Frage, „ob es aktuell nicht noch wichtigere Aufgaben in der Verkehrspolitik gibt“.

Ramsauers Staatssekretär Andreas Scheuer verteidigte die Pläne. „In einigen Bundesländern gibt es ein großes Interesse daran, die alten regionalen Kennzeichen wieder einzuführen“, sagte Andreas Scheuer (CSU) der Zeitung. „Kfz-Kennzeichen sind für viele Autofahrer noch immer etwas sehr Emotionales.“

In Bayern stoßen die Pläne nach Informationen der Zeitung allerdings auf Ablehnung: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wolle die Neuregelung nicht einführen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Berliner Regierungskreise.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Gast

21.08.2012, 08:59 Uhr

Offensichtlich hat Ramsauer mit seinen Hinter-Bayerischen Spezies mal wiedrr ein paar Mass zu viel gehabt,
Anders kann man sich diesen Schwachsinn nicht erklären.

Account gelöscht!

21.08.2012, 09:10 Uhr

Wieder ein weiterer Versuch unser Land zu destabilisieren? Merkt dieses Volk eigentlich gar nichts mehr? „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Dieser Staat muss doch kaputt zu kriegen sein!!!

Polit_genervt

21.08.2012, 09:16 Uhr

Was für ein geistiger Dünnschiss. Als ob wir in Deutschland und Europa keine anderen Probleme hätten.

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