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02.04.2011

17:23 Uhr

Kernenergie

Immer mehr wollen aus der Atomkraft raus

Der Widerstand wächst: Tausende Atomkraftgegner protestieren. Kirchliche Würdenträger äußern sich skeptisch. Aufsehen erregt die CDU - immer mehr setzen sich von der Kernkraft ab. Einer kämpft weiter dafür.

Wie dieser Atomkraftgegner protestierten am Samstag Tausende gegen Kernenergie. Quelle: dapd

Wie dieser Atomkraftgegner protestierten am Samstag Tausende gegen Kernenergie.

Berlin

Offensichtlich wird die Wende im Denken, wenn man die Entwicklungen in der CDU verfolgt. Umweltminister Norbert Röttgen strebt einen neuen Energiekonsens mit Rot-Grün über den Atomausstieg an. Unions-Fraktionschef Kauder will so bald wie möglich aus der Kernkraft raus. Und in der Bevölkerung lebt der Widerstand wieder auf wie zu früheren Zeiten - am Samstag demonstrierten Tausende an mehreren Orten in Deutschland.

Die Entwicklungen passen dem RWE-Chef Jürgen Großmann gar nicht ins Konzept. Der Konzern klagt gegen die Stilllegung seines Meilers Biblis A und fordert einheitliche Standards für die Sicherheitsüberprüfungen.

Die vielschichtigen Entwicklungen im Einzelnen: Die Bundesregierung strebt als Konsequenz aus der Atomkatastrophe in Japan einen nationalen Energiekonsens mit Opposition und gesellschaftlichen Gruppen an. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte in der "Bild am Sonntag" Gespräche mit Vertretern von Kirchen, Umweltverbänden und Gewerkschaften an. Im Juni wolle sie zudem auch auf die im Bundestag vertretenen Fraktionen zugehen und mit ihnen verhandeln.

Zugleich räumte Merkel ein, ihre Haltung zur Atomkraft habe sich durch die Atomkatastrophe in Japan verändert. Auch CDU-Vizechefin Ursula von der Leyen gab Fehler zu: Ihre Partei habe die "volle Dringlichkeit der notwendigen Energiewende" nicht erkannt, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Nach Einschätzung von Unions-Fraktionschef Volker Kauder wird möglicherweise keines der derzeit zur Überprüfung abgeschalteten Atomkraftwerke je wieder ans Netz gehen. "Wir müssen so schnell wie möglich auf Kernkraftwerke verzichten", sagte Kauder außerdem der FAZ-Sonntagszeitung.

Auch Umweltminister Norbert Röttgen plädierte für einen Konsens beim Atomausstieg: "Wir haben jetzt die Chance, binnen weniger Monate den Atomkampf zu beenden, der die Republik über Jahrzehnte gespalten hat", sagte er dem "Spiegel" in einem vorab veröffentlichten Interview. Die schwarz-gelbe Koalition sollte es schaffen, einen gemeinsamen Kurs mit SPD und Grünen zu finden, "im besten Fall sogar einen nationalen Energiekonsens".

Kommentare (56)

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aruba

02.04.2011, 17:47 Uhr

Guten Tag,... Wir in Frankreich haben an jeder Ecke einen Meiler stehen. Ich bin kein Freund von Atomkraft:--- wuerden wir aber Morgen abschalten.... und wollten den ganzen Mist durch Gezeitenkraftwerke ersetzen muessten wir die Kuesten in 6 Reihen ( hintereinenander ) mit Turbinen bestuecken. / Frankreich hat ausser Spanien die laengsten Kuesten Europas. etwa 6000 km. Also dann Ade Côte d'azur Bretagne Normandie usw. Ah ja bei Korsika bin Ich mir nicht ganz sicher. Aber Ich glaube die Korsen moegen uns mit oder ohne Atomkraft eh nicht. Besten Dank

Account gelöscht!

02.04.2011, 19:45 Uhr

Also ich bin bestimmt kein Grüner, aber das ist doch jetzt klar. Bevor man keine AKW so umrüsten kann, dass sie in jeder Lage gefahrlos wieder auseinandergebaut und entsorgt werden können, müssen sie ALLE WEG !
Das müssen alle Parteien in Deutschland begreifen, denn die Grünen werden brechtigterweise solange auf dem Thema ERFOLGREICH herumreiten, wie die regierenden nicht eine kurzfristige EU-AKW-Ausstiegs-Strategie beschlossen haben
Solange werden die Grünen weiter profitieren.

Hoffentlich kapieren das die konservativen Parteien sehr schnell !!!

Account gelöscht!

02.04.2011, 20:09 Uhr

ROUNDUP/Regierung Schneller Atomausstieg treibt Strompreis in die Höhe

BERLIN - Mit dem Abschalten einer Reihe von Atommeilern und einem neuen, ökologisch ausgerichteten Energiekonzept der Bundesregierung kommen auf die Verbraucher höhere Strompreise zu. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte in einem am Sonntag verbreiteten Gespräch mit der ´WirtschaftsWoche´: ´Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben.´ Atomkraftwerk-Betreiber drohen nach dem Abschalten älterer Anlagen mit Blick auf das Netz mit Stromausfällen......................

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/3120288-roundup-regierung-schneller-atomausstieg-treibt-strompreis-in-die-hoehe

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