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13.01.2015

21:19 Uhr

Kernforderungen reduziert

Pegida erwägt Diskussion bei Günther Jauch

Die Organisatoren der Pegida-Demonstrationen in Dresden wollen mit der Redaktion der Talkshow von Günther Jauch über einen Fernsehauftritt verhandeln. Bislang vermeidet das Führungspersonal den Kontakt mit den Medien.

Die Pegida-Köpfe Lutz Bachmann and Kathrin Oertel erwägen eine Diskussion bei Günther Jauch. Reuters

Die Pegida-Köpfe Lutz Bachmann and Kathrin Oertel erwägen eine Diskussion bei Günther Jauch.

DüsseldorfIn einer Pressemitteilung haben die Organisatoren der Pegida-Demonstrationen angekündigt, mit einem Redakteur der ARD-Sendung „Günther Jauch“ Verhandlungen über eine Teilnahme an der politischen Talkshow zu führen. Damit würde die Führung um Lutz Bachmann und Kathrin Oertel ihre Blockadehaltung gegenüber der von vielen Anhängern geschmähten „Lügenpresse“ zumindest teilweise aufgeben. Offen blieben zunächst die Konditionen, unter denen die Vertreter der Bewegung an der Sendung teilnehmen wollen und ob sie sich einer Diskussion mit anderen Gästen stellen.

Die Köpfe der Pegida-Bewegung

Köpfe und Wortführer

Wer sind die Köpfe und Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo? Einige Beispiele:

Kathrin Oertel

Sie ist die einzige Frau im zwölfköpfigen Organisationsteam von Pegida Dresden, die öffentlich in Erscheinung tritt. Laut Medienberichten ist sie 36 Jahre alt und arbeitet als Wirtschaftsberaterin. Neuerdings fungiert sie als Pegida-Sprecherin und Schatzmeisterin – und trat als Gesicht von Pegida bei Günther Jauch auf. In ihren Ansprachen schlägt Oertel vergleichsweise moderate Töne an, persönliche Angriffe überlässt sie anderen.

Sebastian Nobile

Veranstalter der Kögida-Demo in Köln und Pressesprecher der Pegida NRW, nennt sich „freiheitlich-christlicher Patriot“. Medienberichten zufolge war er Aktivist der „German Defence League“, die islamfeindlich und rechtsextrem ist. Laut Polizei hat er mehrfach Demos mit rechtsradikalen Anliegen angemeldet.

Melanie Dittmer

Sie organisierte zuletzt die Bonner „Bogida“-Demos. Medienberichten zufolge war die 36-Jährige im Landesvorstand der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“. Dem „Spiegel“ sagte sie jüngst, es sei für sie unerheblich, ob es den Holocaust gegeben habe. Dittmer sitzt im Vorstand von Pro NRW. Pegida NRW teilte am Dienstag mit, wegen „inhaltlicher Differenzen“ sei die Zusammenarbeit mit Dittmer beendet.

Udo Ulfkotte

Ex-Journalist und Autor des Bestsellers „Gekaufte Journalisten“, gibt den „Lügenpresse“-Rufern Futter und sieht auch schon seit langem Europa von fanatischen Muslimen bedroht. Schon 2003 erschien dazu sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

Karl Schmitt

Er organisiert in Berlin die Bärgida-Bewegung. Der promovierte Ingenieur (60) war 14 Jahre bei der CDU kommunal aktiv, trat 2008 aus und gründete die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ mit. Die CDU habe zu wenig Distanz zur Linken gezeigt und die Gefahr der muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland nicht erkannt. Die „Freiheit“ verließ Schmitt auch nach einem Jahr.

Lutz Bachmann

Er war das Gesicht von „Pegida“ in Dresden: Bachmann rief die Facebook-Gruppe ins Leben, die das islamkritische Bündnis begründete. Er sei kein Rassist, betonte der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte 41-Jährige stets – doch er musste zurücktreten, da gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

In der Mitteilung hat der Pegida-Verein zudem seine Kernforderungen von 19 auf sechs reduziert. So stehen nun unter anderen Punkten die Verschärfung der Zuwanderungspolitik, eine Pflicht zur Integration und die Beendigung der Kriegstreiberei gegen Russland im Fokus. Die Notwendigkeit des Schutzes der „christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur“ ist beispielsweise auf der neuen Liste nicht mehr vertreten.

Von

dkl

Kommentare (2)

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Herr wulff baer

14.01.2015, 10:11 Uhr

Das sollten sie auch weiterhin tun, den Kontakt mit der L-Presse zu vermeiden, vor allem, wenn es sich um geistige Tiefflieger-Sendungen wie Jauch und Genossen handelt.

Frau Margrit Steer

14.01.2015, 13:36 Uhr

Wenn die zu Jauch gehen, müssen sie aber aufpassen, denn Jauch lädt gerne dann solche Ultralinken ein und Grünen ein

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