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24.01.2010

17:35 Uhr

Kernkraftwerke

Stade soll Biblis und Neckarwestheim retten

ExklusivDie Debatte um akut von einer Abschaltung bedrohte Kernkraftwerke fokussiert sich auf das stillgelegte Kernkraftwerk Stade des Eon-Konzerns. Der Reaktor verfügt noch über Reststrommengen, die sich auf Kernkraftwerke wie Neckarwestheim 1 (EnBW) oder Biblis A (RWE) übertragen ließen.

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (Bild) könnte länger laufen als geplant. dpa

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (Bild) könnte länger laufen als geplant.

BERLIN. Dies sei eine Option, um die Abschaltung der beiden Kraftwerke zu vermeiden, hieß es übereinstimmend in Regierungs- und Branchenkreisen. Der Reaktor Stade ging im November 2003 außer Betrieb, hatte die zur Verfügung stehende Reststrommenge aber noch nicht ganz verbraucht. Sie beträgt nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) 4785 Gigawatt-Stunden (GWh).

"Über die weitere Verwendung der verbliebenen Reststrommengen ist noch nicht entschieden worden", heißt es beim BfS. Grundsätzlich kann das Stade-Kontingent ohne Zustimmung der Regierung auf andere Reaktoren übertragen werden. Das Kontingent steht Eon zu. Ein Regierungssprecher sagte, eine Verständigung über Reststrommengen liege allein in der Entscheidung der Betreiber

Die Zeit drängt. Die Reaktoren Biblis A und Neckarwestheim könnten rein rechnerisch im Frühjahr von der Abschaltung bedroht sein, weil sie bis dahin die ihnen zustehenden Strommengen verbraucht haben könnten. Besonders eng ist die Situation für Neckarwestheim 1.

Über die Frage, wie weit der Reststrom aus Stade reicht, gibt es unterschiedliche Bewertungen. Man könne damit "allenfalls zwei, drei Monate" herausholen, heißt es in Branchenkreisen. Kernkraftkritiker dagegen rechnen vor, Neckarwestheim könnte mit dem Reststrom aus Stade allein acht Monate länger am Netz bleiben, Biblis sechs Monate. Würden die Strommengen auf beide Anlagen verteilt, könnten sie gemeinsam "drei bis vier Monate länger im Vollastbetrieb laufen".

Kommentare (10)

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Mastertarium

24.01.2010, 19:04 Uhr

Hallo???

Abschaltung retten? Was soll dieser lobbiistische Gelderhaltungswahn von den Stromkonzernen denn für uns bitte bringen?

Deutschland hat bekanntlich viel zuviel Energie. Sie verschenken diese sogar an die Schweiz und Deutschland muss dafür auch noch zahlen.

Nun versuchen wir Restenergie aus alten gefährlichen Kernkraftwerken rauszuholen.

Aber klar. Mit Geld lässt sich unsere Regierung ja immer kaufen.

j. brunken

24.01.2010, 20:00 Uhr

mich würde es wirklich interessieren, wieviel spendegelder hier an die derzeitige regierung geflossen sind.
bekanntlicherweise können wir diese beiden meiler sofort stilllegen, ohne das deutschland dunkel werden würde. der atomstrom verstopft die netze, sodass windkraftanlagen gestoppt werden müssen, da die netze ansonsten überlastet würden.
zudem ist es ein erhebliches risiko und gefahrenpotential.
es gibt weltweit noch kein einziges endlager für stark strahlendeen atommüll.
leute bitte tut euren teil: und wählt euren stromanbieter bewusst, sodass die großen vier es zu spüren bekommen!

Nuki

24.01.2010, 20:51 Uhr

Zu mekern und nein zu sagen ist halt doch die leichteste Art zu leben. Deshalb auch einfach mal die Kernenergie verteufeln, denn die Zusammenhänge zu begreifen wäre eh zu schwer. Auch ja, die böse Atomlobby, ich vergaß ?!?
Weltweit sind derzeit meherer hundert neue blöcke in bau oder Planung. Warum nur?? Ach ja, die böse Atomlobby! Nein, sicher nicht, weil ein stetig wachsender Energiebedarf die Länder vor Probleme stellt!
Eigentlich wäre die Lösungen doch so leicht wird, die von der Ökolobby stets propagiert werden. Solarstrom aus der Wüste, denn von Politik will man ja auch nichts wissen. Windräder zur Landschaftsverschönerung. Konventionelle fossile Kraftwerke, denn Kohle und Öl haben wir ja unbegrenzt und dabei werden ja keine radioaktiven Stoffe frei. usw.

ich sag nur eines: Wenn wir nicht teuer für den Nuklearstrom aus dem Ausland zahlen wollen in der Zukunft, bleibt uns keine Wahl, als uns dieser Technologie zu bedienen, bis eine GRUNDLAST-FÄHiGE Alternative vorhanden ist.

@ j.brunken: "der atomstrom verstopft die netze, sodass windkraftanlagen gestoppt werden müssen, da die netze ansonsten überlastet würden. "

An dieser Stelle muss ich korrigieren. Das gilt für Kernkraftwerke genauso, dass diese die Leistung in diesen Fällen reduzieren müssen.

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