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28.01.2015

14:26 Uhr

Kinderfreibetrag

Finanzministerium kündigt Erhöhung an

Das Existenzminimum darf nicht besteuert werden. Neue Erhebungen zeigen, dass die Regierung beim Kinderfreibetrag dringend nachbessern muss. Auch der Grundfreibetrag für Erwachsene und das Kindergeld sollen steigen.

Weil nach dem Existenzminimumbericht eine deutliche Anhebung des Kinderfreibetrages erwartet wird, soll folglich auch das Kindergeld erhöht werden. ZB

Weil nach dem Existenzminimumbericht eine deutliche Anhebung des Kinderfreibetrages erwartet wird, soll folglich auch das Kindergeld erhöht werden.

BerlinDas Bundesfinanzministerium hat für das laufende und das kommende Jahr jeweils spürbare Erhöhungen des Kinderfreibetrags angekündigt. Die Bundesregierung werde die dafür notwendigen gesetzgeberischen Schritte einleiten, teilte das Ministerium am Mittwoch in Berlin mit. Auch der Grundfreibetrag für Erwachsene soll demnach steigen. Diskutiert wird zudem eine Erhöhung auch des Kindergelds.

Hintergrund ist der neue Existenzminimumbericht, der am Vormittag vom Bundeskabinett gebilligt wurde. Demnach muss der Kinderfreibetrag 2015 um mindestens 144 Euro und 2016 um mindestens weitere 96 Euro angehoben werden, um eine Besteuerung des Existenzminimums zu vermeiden.

Beim steuerlichen Grundfreibetrag für Erwachsene besteht aus demselben Grund laut Finanzministerium für 2015 ein Erhöhungsbedarf um mindestens 118 Euro und für 2016 darüber hinaus noch einmal um mindestens weitere 180 Euro.

Beim Kinderfreibetrag hätte es nach dem vorherigen Existenzminimumbericht eigentlich bereits 2014 eine Anhebung um 72 Euro geben müssen, die aber nicht erfolgt war. Die Grünen-Finanzexpertinnen Lisa Paus und Franziska Brantner forderten deswegen in Berlin, dieses Versäumnis sofort nachzuholen. Sie warfen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, die Vorgaben der Verfassung im vergangenen Jahr ignoriert zu haben.

Kinder in Deutschland

Neugeborene

2013 kamen gut 682 000 Kinder zur Welt - das waren 8500 mehr Neugeborene als im Jahr zuvor.

Alter der Mütter

Das Durchschnittsalter der Mutter lag bei 29 Jahren, bei 3 Prozent der Erstgeburten war die Mutter älter als 40.

20 Prozent: alleinerziehend

Mehr als 136 000 minderjährige Kinder waren 2013 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, 20 Prozent aller Eltern in Deutschland waren alleinerziehend.

Jede siebte Familie ist kinderreich

Nur jede siebte Familie gilt als kinderreich, hat also 3 oder mehr Kinder im Haushalt.

Minderjährig

Es gab 2013 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind. Von den insgesamt 18,6 Millionen Kindern in diesen Familien waren 13,6 Millionen unter 18.

Kinder in Armut

Laut Unicef mussten zwischen 2000 und 2010 8,6 Prozent der Kinder in Deutschland mehrere Jahre lang in Armut leben.

Akute Gefährdung für Kinder

Laut Studie zeigt rund ein Fünftel der Kinder von drei bis 17 Jahren psychische Auffälligkeiten, Jungen häufiger als Mädchen. Bei 17.000 Kindern und Jugendlichen haben die Jugendämter 2013 eine akute Gefährdung festgestellt – es ging um Vernachlässigung, seelische und körperliche Misshandlung sowie sexuelle Gewalt.

Alkohol bei Jugendlichen#

Mehr als die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen hat einer Studie zufolge schon einmal Alkohol getrunken. Bei 15,8 Prozent ist der Alkoholkonsum riskant.

Die anstehende Anhebung des Kinderfreibetrags dürfte auch eine Erhöhung des Kindergelds nach sich ziehen, da sonst einkommensschwächere Familien benachteiligt würden. Darüber wird aber noch in der Koalition beraten. Im Gespräch ist eine Anhebung um jeweils zehn Euro im laufenden und im kommenden Jahr.

Von

afp

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