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10.07.2015

16:49 Uhr

Kindergeld, Kinderzuschlag und Freibetrag

Familien bekommen mehr Geld vom Staat

Der Bundesrat hat der Erhöhung familienpolitischer Leistungen zugestimmt. Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag werden angehoben. Kritiker werfen der Regierung vor, dass Arme zu kurz kommen.

Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag werden angehoben. dpa

Familienpaket beschlossen

Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag werden angehoben.

BerlinFamilien bekommen mehr Geld vom Staat: Der Bundesrat hat am Freitag in Berlin der Erhöhung familienpolitischer Leistungen zugestimmt. Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag werden angehoben. Die Grünen sehen darin allerdings nur einen „Tropfen auf den heißen Stein“.

Durch den Beschluss des Bundesrats wird rückwirkend zum 1. Januar 2015 der steuerliche Grundfreibetrag um 118 Euro und 2016 um weitere 180 Euro erhöht. Der Kinderfreibetrag steigt 2015 um 144 Euro und 2016 noch einmal um 96 Euro.

Da vom Kinderfreibetrag besonders Bezieher höherer Einkommen profitieren, steigt parallel das Kindergeld, allerdings nur um vier Euro im laufenden und weitere zwei Euro im kommenden Jahr. Der Kinderzuschlag für Geringverdiener soll um 20 Euro steigen, jedoch erst ab Juli 2016. Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende steigt rückwirkend ab Jahresbeginn um 600 Euro.

Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, dass arme Familien von den Beschlüssen nicht viel hätten, da von der Anhebung des Grundfreibetrags vor allem Gutverdienende profitierten, während die Erhöhung des Kindergelds gering ausfalle.

„Das sogenannte Familienpaket ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisierte etwa die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Katja Dörner. Auf Hartz-IV-Leistungen angewiesene Familien, „die Unterstützung besonders nötig haben, gehen leer aus“, bemängelte sie. „Eine tatsächlich familienfreundliche Politik lässt sich in diesem Paketchen nicht erkennen.“

Kinder in Deutschland

Neugeborene

2013 kamen gut 682 000 Kinder zur Welt - das waren 8500 mehr Neugeborene als im Jahr zuvor.

Alter der Mütter

Das Durchschnittsalter der Mutter lag bei 29 Jahren, bei 3 Prozent der Erstgeburten war die Mutter älter als 40.

20 Prozent: alleinerziehend

Mehr als 136 000 minderjährige Kinder waren 2013 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, 20 Prozent aller Eltern in Deutschland waren alleinerziehend.

Jede siebte Familie ist kinderreich

Nur jede siebte Familie gilt als kinderreich, hat also 3 oder mehr Kinder im Haushalt.

Minderjährig

Es gab 2013 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind. Von den insgesamt 18,6 Millionen Kindern in diesen Familien waren 13,6 Millionen unter 18.

Kinder in Armut

Laut Unicef mussten zwischen 2000 und 2010 8,6 Prozent der Kinder in Deutschland mehrere Jahre lang in Armut leben.

Akute Gefährdung für Kinder

Laut Studie zeigt rund ein Fünftel der Kinder von drei bis 17 Jahren psychische Auffälligkeiten, Jungen häufiger als Mädchen. Bei 17.000 Kindern und Jugendlichen haben die Jugendämter 2013 eine akute Gefährdung festgestellt – es ging um Vernachlässigung, seelische und körperliche Misshandlung sowie sexuelle Gewalt.

Alkohol bei Jugendlichen#

Mehr als die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen hat einer Studie zufolge schon einmal Alkohol getrunken. Bei 15,8 Prozent ist der Alkoholkonsum riskant.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) verteidigte die Beschlüsse. „Wichtig ist der Kinderzuschlag zum Kindergeld für Familien mit kleinen Einkommen. Damit holen wir viele Kinder aus der Kinderarmut“, sagte sie. Zudem sei die Steuerentlastung für Alleinerziehende ein „wichtiges Signal“ an die Betroffenen.

In dem Steuerpaket sind auch Schritte zum Abbau der sogenannten kalten Progression enthalten. Dabei geht es um den Effekt, dass Gehaltserhöhungen durch progressiven Steuertarif und Inflation teilweise aufgezehrt werden. Die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden um 1,5 Prozent verschoben, wodurch die Steuerprogression später einsetzen soll.

Schleswig-Holstein und Bremen kritisierten die Regelung, da sie geringere Einnahmen befürchten. „Ohne eine Kompensation durch den Bund entsteht eine erhebliche Mehrbelastung“, sagte die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold (Grüne). Der Bund der Steuerzahler begrüßte hingegen die „dringend nötige Korrektur“.

Von

afp

Kommentare (2)

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Walter Traustein

10.07.2015, 17:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

Walter Traustein

10.07.2015, 17:48 Uhr

Homo-Ehe gut ??? Na, ich weiss nicht .....

Aus den eingefrorenen "Sozial-Eizellen" der Vollzeit arbeitenden Frauen werden dann Kinder in der Retorte gezeugt, die dann adoptiert werden von Homo-Paaren. Diese geben die Kinder in 24-Stunden-Kitas ab, damit der Staat ihnen Gender und Vielfalt anerziehen kann.

Gruselwelt lässt grüßen. :-(

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