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14.11.2014

12:53 Uhr

Kinderpornografie, Grooming, Mobbing

Bundestag beschließt schärferes Sexualstrafrecht

Der Bundestag hat eine Verschärfung des deutschen Sexualstrafrechts verabschiedet. Kinderpornografie und Missbrauch werden nun noch stärker geahndet – wie auch das „Cyber-Grooming“.

Bis zu zwei Jahre Gefängnis

Handel mit Kinder-Pornografie steht unter Haftstrafe

Bis zu zwei Jahre Gefängnis: Handel mit Kinder-Pornografie steht unter Haftstrafe

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BerlinKinder und Jugendliche sollen künftig besser vor sexuellem Missbrauch und unbefugten Nacktaufnahmen geschützt werden. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine Verschärfung des Sexualstrafrechts. Demnach macht sich künftig unter anderem strafbar, wer Kinder und Jugendliche nackt ablichtet, um die Aufnahmen zu verkaufen oder tauschen. Ursprünglich hatte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) eine noch weitreichendere Regelung geplant. Nach Einwänden von Experten und Rechtspolitikern hatte er die Pläne aber kurz vor der Abstimmung im Parlament noch entschärft.

Verschärfung des Sexualstrafrechts

Strafmaß

Das maximale Strafmaß für den Besitz von Kinderpornografie wird von zwei auf drei Jahre erhöht.

Posingbilder

Die sogenannten Posingbilder sollen künftig als Kinderpornografie gelten. Zudem sollen auch Aufnahmen strafbar sein, bei denen Kinder eine „unnatürlich geschlechtsbetonte Haltung“ nicht aktiv eingenommen haben.

Cybermobbing

Wer ohne Erlaubnis etwa Nacktbilder oder Gewaltszenen aufnimmt, im Internet verbreitet und so dem Ansehen des Abgebildeten erheblich schadet, muss eher mit Strafen rechnen als bisher.

Verjährungsfrist

Die Verjährungsfrist für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige wird verlängert. Künftig soll sie erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers anstatt mit 21 Jahren beginnen.

Schutzbefohlene

Der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen wird erweitert. Künftig fallen darunter auch Fälle, bei denen der Täter etwa Lebenspartner eines Elternteils ist.

Ferner sollen Sexualstraftaten künftig später als bislang verjähren. Auch „Cyber-Grooming“ soll umfangreicher geahndet werden - also Versuche eines Erwachsenen, unter falschen Angaben über das Internet Kontakt zu Kindern aufzunehmen, um sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen.

Von

dpa

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