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18.02.2015

13:38 Uhr

Kirche

Erzbistum Köln legt Milliardenvermögen offen

Das Erzbistum Köln hat erstmals die Höhe seines Vermögens verraten: Es sind Milliarden – allerdings nicht so viele, wie manch einer vermutet haben mag. Das liegt auch daran, dass nicht alle Schätze erfasst werden.

Unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom werden nicht im Vermögen des Erzbistums erfasst. dpa

Kölner Dom

Unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom werden nicht im Vermögen des Erzbistums erfasst.

KölnDas Erzbistum Köln – das größte und reichste in Deutschland – verfügt über ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro. Allein die Finanzanlagen, im wesentlichen Wertpapier- und Immobilienfonds, beliefen sich auf 2,4 Milliarden Euro, teilte das Erzbistum am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresabschlusses 2013 mit. Nicht erfasst sind unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Auch der Dom selbst taucht nur mit einem symbolischen Wert von 25 Euro auf, weil er keine Erträge abwirft, sondern im Gegenteil jedes Jahr Millionen an Unterhalt kostet.

Erstmals legte das Erzbistum eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vor, ähnlich der Jahresbilanz einer Aktiengesellschaft. Nach Angaben von Finanzdirektor Hermann Josef Schon wies der Haushalt für das Jahr 2013 bei einem Volumen von 811 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von gut 59 Millionen Euro aus, vor allem aufgrund der gestiegenen Kirchensteuer-Einnahmen.

So investieren deutsche Bistümer

Köln

Das größte deutsche Bistum besitzt Finanzanlagen in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro. Sachanlangen, vor allem Immobilien, sind in der Bilanz mit rund 646 Millionen Euro ausgewiesen.

Mainz

Mit 732 Millionen Euro sind die Finanzanlagen deutlich höher als die Sachanlagen mit 30 Millionen Euro.

Limburg

Die Bilanz weist Finanzanlagen von 723 Millionen Euro und Sachanlagen von 80 Millionen Euro aus. Von den Finanzanlagen sind knapp 700 Millionen Euro in Wertpapieren investiert.

Trier

Das Bistum hat Finanzanlagen von 543 Millionen Euro, davon 527 Millionen Euro in Wertpapieren. Sachanlagen betragen rund 185 Millionen Euro, davon rund 179 Millionen Euro in Immobilien (Angaben von 2012).

Ausgburg

Die Finanzanlagen betragen 283 Millionen Euro, die Sachanlagen 104 Millionen Euro.

Berlin

Für Pensionsrückstellungen hat das Erzbistum rund 225 Millionen Euro in Wertpapieren investiert. Daneben bestehen weitere Finanzlagen von 23,5 Millionen Euro. Die Sachanlagen betragen 135 Millionen Euro, davon entfallen rund 121 Millionen Euro auf Immobilien (Angaben von 2012).

Schon sagte, die Bilanz zeige, dass das Erzbistum zwar über viel Vermögen verfüge, dies aber weitgehend zweckgebunden sei. So würden hohe Rücklagen etwa zur Erhaltung der vielen denkmalgeschützten Kirchen und für die Pensionen der Bistumsbeschäftigten ausgewiesen.

Seit dem Finanzskandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst legen immer mehr katholische Bistümer Rechenschaft über ihr Vermögen ab. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Diözesen derzeit noch große Unterschiede. Finanzdirektor Schon betonte: „Wir wollen hier einen Standard setzen.“ Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer habe die Kölner Bilanz „nach den härtesten Kriterien“ überprüft.

Generalvikar Stefan Heße – der künftige Bischof von Hamburg – sagte, in Köln gewährleisteten viele Riegel, wie der von Experten besetzte Kirchensteuerrat, „dass so etwas wie in Limburg nicht geschieht“. Das gesamte Geld komme den Menschen zugute. „Wir geben jeden Tag für kirchliche Arbeit zwei Millionen Euro aus“, sagte Heße.

Das Erzbistum Köln ist mit über zwei Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands und eines der bedeutendsten der katholischen Kirche überhaupt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Joly Joker

18.02.2015, 14:23 Uhr

Sofort alles bis auf 10% enteignen. Dieses Vermögen wurde über Generationen auch den allerärmsten Menschen abgepresst

Account gelöscht!

19.02.2015, 08:35 Uhr

@ Joly Joker,
und was anders beim Staat?
Gleiche Enteignung und an wen?

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