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02.05.2013

13:34 Uhr

Kirchentag

Samuel Koch spricht mit dem Bundespräsidenten

Der Kirchentag hat am zweiten Tag seine inhaltliche Arbeit aufgenommen. Bundespräsident Gauck diskutierte mit dem querschnittsgelähmten Samuel Koch. Margot Käßmann wurde von den Massen frenetisch bejubelt.

Der Bundespräsident im Gespräch mit dem querschnittsgelehmten Samuel Koch: Während des Gesprächs half Gauck beim Trinken. dpa

Der Bundespräsident im Gespräch mit dem querschnittsgelehmten Samuel Koch: Während des Gesprächs half Gauck beim Trinken.

HamburgDer evangelische Kirchentag in Hamburg hat am Donnerstag seine inhaltliche Arbeit zu religiösen und politischen Themen aufgenommen. Veranstaltungen mit prominenten Theologen wie Margot Käßmann oder mit Bundespräsident Joachim Gauck stießen auf großes Interesse; die größte Messehalle mit 7000 Menschen war überfüllt, nicht alle fanden Einlass.

Gauck diskutierte mit dem Schauspiel-Studenten Samuel Koch, der seit einem Unfall bei „Wetten, dass..?“ querschnittsgelähmt ist, und anderen Teilnehmern über die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft - unter dem Thema „Starke Gesellschaft“. Der Bundespräsident lobte die gute Stimmung auf dem Kirchentag. „Kirche stellt sich zu Hause nicht immer so bunt und vielgestaltig dar“, sagte er.

Käßmann forderte die Christen auf, für mehr Gerechtigkeit einzutreten. „Gerechtigkeit ist und bleibt ein zentrales Thema“, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Ich wünsche mir, dass Christinnen und Christen solche Nervensägen sind. Wenn es um Recht geht, um Menschenwürde, um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Käßmann erhielt immer wieder von den Zuhörern großen Beifall.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, beklagte im Rahmen seiner Bibelarbeit die weltweite Verfolgung von Christen. „Noch nie zuvor in der Geschichte wurden so viele Christen bedrängt und verfolgt wie in unseren Tagen“, sagte der Freiburger Erzbischof. Er forderte weltweit mehr Solidarität mit bedrängten Christen. Zu den Zuhörern gehörten Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, SPD-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier - er ist auch Mitglied des Kirchentagspräsidiums - und der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider.

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Im Deutschlandradio Kultur wies Schneider Forderungen von Kritikern zurück, die Kirche solle sich nicht in die politische Debatte einmischen: „Das geht gar nicht anders. Das Evangelium will die Welt verändern.“ Weiter sagte Schneider, innerhalb der evangelischen Kirche gebe es Überlegungen, einen europäischen Kirchentag auszurichten. Ein erster Schritt dazu sei etwa beim diesjährigen Kirchentag in Hamburg mit der Einladung von Partnerkirchen aus Europa getan worden.

Der Kirchentag mit 117 000 Dauerteilnehmern war am Mittwoch mit vier Open-Air-Gottesdiensten eröffnet worden. Zum anschließenden „Abend der Begegnung“ in der Innenstadt kamen nach Angaben einer Sprecherin des Kirchentags 350 000 Menschen. Höhepunkt war der Abendsegen mit einem Lichtermeer um die Binnenalster.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Rationalist

02.05.2013, 14:31 Uhr

Im Deutschlandradio Kultur wies Schneider Forderungen von Kritikern zurück, die Kirche solle sich nicht in die politische Debatte einmischen: „Das geht gar nicht anders. Das Evangelium will die Welt verändern.“
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Aha, somit wird die sich seit Jahrhunderten als bestes Modell herauskristallisierte Trennung zwischen Kirche und Staat also wieder zum zigsten Male unterlaufen. Dies verheisst nichts Gutes.

Der Vorwurf, den man dem Islam macht, dass sie noch nicht in der Aufklärung angekommen sind, kann man diesen Fundamentalchristen genauso machen. Der einfluss im Erziehungswesen wird ja auch immer stärker, dann wird es ja bald Volksverblödung der Kinder wie in den USA geben. Nur noch eine Frage der Zeit. Vielleicht sind ja deshalb die Kirchen so pro-Islam, weil man dadurch die Angst so schön schüren kann. Kriege haben immer eine religiöse Note.
Vielleicht bestimmt ja bald wieder der Pfarrer, wo man sein Kreuzchen machen darf. Dann hätten wir ja beinahe mal 50 Jahre ohne kirchliche Repression erlebt. Scheinbar braucht der Deutsche ein Kreuz unter das er sich zwängen kann. Ohne scheint er sich nicht wohl zu fühlen.

Zitat Kässmann: Ich wünsche mir, dass Christinnen und Christen solche Nervensägen sind.

Keine Angst, das sind sie ohnehin und ziemlich scheinheilige obendrauf.

Freidenker

02.05.2013, 18:03 Uhr

Volltreffer :-)...Sie haben 100 Punkte weil die Wahrheit geschrieben!!

Ich kann diese verlogene und vorallem verblödete Heuchelei der Christen, die Nächstenliebe predigen aber selbst Wein trinken, nicht mehr ertragen!!

Kinder werden schon frühzeitig zum Untertanen erzogen und gefügig gemacht. Die Eltern, die die Unmündigkeit der Kinder schamlos ausnutzen, gehören verurteilt, weil massiv in Menschenrechte eingreifen!!

Wenn ein volljähriger selber entscheidet, welcher Religion er angehören will, dann ist das vollkommen ok. Alles andere ist Unterdrückung und Gehirnwäsche!! Ausbeutung (Kirchenzins) dazu!!

Nachwuchs

02.05.2013, 18:49 Uhr

Aus meiner Erinnerung: Hr. Koch war selbst Schuld! Dafür Mitleid? Niemals, nur für echte Opfer!!

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