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16.05.2011

22:47 Uhr

Kissinger-Preis für Helmut Kohl

„Bedeutendster europäischer Staatsmann seit 1945“

Laudator Bill Clinton hat Altkanzler Helmut Kohl für seine Verdienste um die deutsche Einheit geehrt. Der Preisträger fand mahnende Worte zum Umgang mit Schuldenländern und der Euro-Krise.

Der ehemalige US-amerikanische Praesident Bill Clinton (2.v.l.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Präsident der American Academy in Berlin, Norman Pearlstine (verdeckt), der ehemalige US-amerikanische Aussenminister Henry Kissinger (vorne, r.) und der Praesident der Weltbank, Robert B. Zoellick (verdeckt), applaudieren dem Preistraeger, Altkanzler Helmut Kohl (CDU). Quelle: dapd

Der ehemalige US-amerikanische Praesident Bill Clinton (2.v.l.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Präsident der American Academy in Berlin, Norman Pearlstine (verdeckt), der ehemalige US-amerikanische Aussenminister Henry Kissinger (vorne, r.) und der Praesident der Weltbank, Robert B. Zoellick (verdeckt), applaudieren dem Preistraeger, Altkanzler Helmut Kohl (CDU).

Berlin

Alt-Kanzler Helmut Kohl ist von der American Academy in Berlin für seine Verdienste um die Eingliederung des wiedervereinigten Deutschlands in die transatlantische Gemeinschaft ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung des Henry-Kissinger-Preises am späten Montagabend in Berlin-Wannsee sagte der frühere US-Präsident Bill Clinton als Laudator, Kohl sei "der bedeutendste europäische Staatsmann seit dem Zweiten Weltkrieg". Er würdigte Kohls Einsatz für die deutsche Einheit, das Zusammenrücken Europas, die Einbindung Russlands und osteuropäischer Staaten sowie für die Nato.

Kohl war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. Der frühere US-Außenminister Kissinger (87) überreichte den Preis Kohl persönlich. Der heute 81-Jährige Kohl dankte für "diesen ungewöhnlichen und symbolischen Preis". "Weil wir daraus sehen können, dass wir eine Chance haben", sagte Kohl.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, Kohl habe den Prozess der Einheit mit großer Weitsicht und Klarheit und "einer großen Liebe zu den Menschen in den neuen Bundesländern" gestaltet. Entscheidend sei aber auch die Unterstützung der Nachbarstaaten und der USA mit ihren Präsidenten George Bush senior und Clinton gewesen. Die Politiker heute wüssten um dieses wichtige Fundament.

Die 1994 gegründete American Academy in Berlin widmet sich dem Dialog zwischen Deutschland und den USA und ehrt seit 2007 mit dem Kissinger-Preis einmal im Jahr eine amerikanische oder europäische Persönlichkeit für außerordentliche Verdienste um die transatlantischen Beziehungen. Preisträger sind bisher Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der frühere US-Präsident George Bush senior (1989-1993), Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg.

Kohl warnte bei der Preisverleihung vor einer Renationalisierung in Europa forderte Solidarität mit angeschlagenen Staaten wie Griechenland. "Wer sagt, wir müssen alles abschaffen und neu anfangen, der täuscht sich", sagte Kohl mit Blick auf die auch unionsinterne Kritik an weiterer Hilfe für das verschuldete Griechenland und Forderungen nach einem Ausschluss aus der Eurozone. "Wir müssen diesen Weg weitergehen, so schwierig er auch sein kann." Deutschland sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn es auch für andere dagewesen sei.

Von

dpa

Kommentare (19)

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AndreAdrian

16.05.2011, 22:59 Uhr

Helmut Kohl hatte den Spitznamen "Don Kohleone". Soweit mir bekannt ist sind die Namen der Spender bis heute nicht bekannt, weil Dr. Kohl sein "Ehrenwort" gegeben hat.
Auf Dr. Kohl passt der Spruch "Wo Licht ist, da ist auch viel Schatten".

Montaillou

16.05.2011, 23:14 Uhr

„Die vier Botschafter der Siegermächte brauchten über das Berlin-Abkommen nicht viel zu verhandeln. Sie brauchten nur den Text zu unterzeichnen, den die Bilderberger ausgearbeitet hatten.“
Henry A. Kissinger

"Die öffentliche Meinung entsteht nicht von selbst; sie wird gemacht."
Henry A. Kissinger

„Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft.“
Henry A. Kissinger

"Machtbewußtsein ist fast schon ein sexuelles Gefühl."
Henry A. Kissinger

Kissinger ist u. a. Bilderberger und Mitglied im Council on Foreign Relations - ebenso wie Strauss-Kahn!

Account gelöscht!

16.05.2011, 23:32 Uhr

Helmut´s Lebenswerk:
Der Euro und die deutsche Einheit. Beides wurde dillethantisch ausgeführt, beides ist zum Scheitern verurteilt.
Der Euro: Eine Währungsunion kann nur funktionieren, bei einem angeglichenem Steuer- Finanz- und Sozialsystem.
Genug Kritiker hatten dies vor Einführung bemängelt – jetzt kollabiert der Euro aus diesem Grund. Das Siechtum wird nur verlängert, weil bestehende Verträge zum Schutze der Deutschen und Gesetze außer Kraft gesetzt werden mit katastrophalen Auswirkungen.

Mit hohen Löhnen und einer starken DM waren wir 1986, 1987, 1988 und 1990 Exportweltmeister. Jahrzehntelang waren wir mit dem Wirtschaftswunder Made in Germany immer unter den ersten drei stärksten Exportnationen.

Seit dem Euro geht´s vor allem uns in Deutschland besser, sagte .... der Weihnachtsmann?
Aber seit 2001, der Einführung des Euros, geht es mit unserem Wohlstand und Löhnen immer schneller bergab. Mit 31,2% hatten fast ein Drittel der Beschäftigten im letztgemeldeten Monat keinen sozialversicherungspflichtigen Job.

Unser Export boooomt – dank den 7,2 Millionen Bürgern in DE, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind, also der Minijobber, 1-Euro-Jobber, Kurz- und Zeitarbeiter, Zuverdiener. Doch damit könnte man ja auch noch leben.
Was mich am Euro stört ist die Tatsache, dass unsere Niedriglöhner jetzt auch noch die Kredite zurückzahlen müssen, die den Abnehmern in der EU gewährt wurden, damit die unsere Exportartikel kaufen können.
Allein in den letzten 3 Jahren hat die Deutsche Bundesbank ca. 340 Milliarden Euro an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die auch unsere Exportartikel kaufen und einen auf den großen Max machen können. Seit 2001 haben sich unsere Löhne um 20% reduziert und z.B. die von Griechenland um 50% erhöht.

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