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08.09.2012

13:51 Uhr

Klage gegen Google

Bettina Wulff geht gegen Rotlicht-Verleumdungen vor

Bettina Wulff hat einen ersten Erfolg im Kampf um die Gerüchte, sie habe früher als Prostituierte gearbeitet, erzielt. Nachdem sie Klage gegen Günther Jauch eingereicht hatte, gab dieser eine Unterlassungserklärung ab.

Bettina Wulff wehrt sich gegen Vorwürfe im Internet. AFP

Bettina Wulff wehrt sich gegen Vorwürfe im Internet.

BerlinNachdem die Frau des frühen Bundespräsidenten, Bettina Wulff, Klage gegen ihn eingereicht hatte, hat Günther Jauch nun doch eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ auf ihrer Internetseite. Der Moderator habe sich verpflichtet, die Gerüchte über Wulffs angebliches Vorleben als Prostituierte nicht weiterzuverbreiten.

Am Freitag hatte die 38-Jährige Klagen beim Hamburger Landgericht gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern eingereicht. Grund dafür war, dass Jauch im Gegensatz zu anderen Medien keine Unterlassungserklärung abgegeben hatte. Das holte der Moderator jetzt nach. TV-Moderator Günther Jauch verteidigte sich jedoch gegen Vorwürfe, Ende 2011 in seiner Talksendung Gerüchte über das angebliche Vorleben der Ex-„First Lady“ verbreitet zu haben.

„Ich habe niemals über Frau Wulff eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich aus einem Artikel der "Berliner Zeitung" zitiert“, sagte Jauch am Samstag in einer über seinen Anwalt Christian Schertz herausgegebenen Erklärung in Berlin. „Wer daraus eine Herabsetzung von Frau Wulff konstruiert, liegt daneben“, betonte Jauch im Rückblick auf die Sendung am 18. Dezember vorigen Jahres.

Er habe aber kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Schertz erläuterte, er habe Wulffs Anwalt Gernot Lehr mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Unterlassung aber anerkannt werde. „Ich habe, um die Sache zu beenden, Herrn Lehr geschrieben, dass wir den Anspruch anerkennen – ohne ein Fehlverhalten damit einzuräumen“, sagte Schertz. Die Klage bleibt bestehen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete in ihrer Samstagsausgabe, Bettina Wulff habe bei Gericht eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, wonach alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder als Escort-Dame falsch seien. In den vergangenen Monaten hätten bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben. Mehrere Medienhäuser hätten Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen.

Anwalt Lehr bestätigte, „dass in den vergangenen Monaten zahlreiche Verlage, Journalisten und Internet-Aktivisten Unterlassungserklärungen unverzüglich nach Aufforderung abgegeben haben, ohne auch nur zu versuchen, die falschen Darstellungen zu rechtfertigen“. Außerdem sei in einigen Fällen Schmerzensgeld durchgesetzt worden.

Auch gegen Google hat Bettina Wulff geklagt. Damit will sie verhindern, dass bei Eingabe ihres Namens automatisch Suchbegriffe wie „Rotlichtvergangenheit“ oder „Escort“ auftauchten. Der Internet-Konzern wies die Vorwürfe zurück. Google nehme keinen Einfluss auf die vorgeschlagenen Suchbegriffe, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck am Samstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. „Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider.“

Die angezeigten Begriffe seien das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe. „Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor – sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben“, betonte Oberbeck. Es sei keine Meinungsäußerung, sondern ein Spiegelbild bisheriger Suchanfragen.

Google führte in Deutschland bereits fünf ähnliche Verfahren und habe alle gewonnen, eines davon bereits auch in zweiter Instanz. Man sei mit Wulffs Anwälten schon länger im Gespräch über angezeigte Suchergebnisse gewesen – Google löscht auf Aufforderung Inhalte aus seinem Zwischenspeicher. Vor der Klage zur Autovervollständigung habe es jedoch keinen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegeben.

Die Zeitung berichtete, die Gerüchte seien aus niedersächsischen CDU-Kreisen gestreut worden und hätten offenbar vor allem Christian Wulff treffen sollen, der damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen war. Kurz vor dessen Wahl zum Bundespräsidenten seien sie durch eine FDP-Kommunalpolitikerin mit verbreitet worden.

Bettina Wulff will nun publizistisch in die Offensive gehen. Noch im September soll ein Buch über ihr Leben erscheinen. Wulff sehe sich gezwungen, dadurch der „Zerstörung ihres Ansehens in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken“, zitiert die Zeitung ihr Umfeld.

Von

dpa

Kommentare (36)

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blackstone13

08.09.2012, 10:03 Uhr

Presserummel, um in Buch zu verkaufen.

Der Boulevard hat es bis ins höchste Amt geschafft, vielen Dank Herr Wulff, Sie haben Ihren Platz in der Geschichte gefunden.

LG
Blackstone

hedgehog

08.09.2012, 10:04 Uhr


Man muss doch nur herausfinden, wer diese Viktoria ist, deren Bilder im Netz herumschwirren und einer bekannten Person sehr ähnlich sehen. Wenn man das Double gefunden hat, ist doch die Sache eigentlich vom Tisch.

Sarina

08.09.2012, 10:06 Uhr

Gerade heute, kurz vor der Veröffentlichung ihres Buches, macht sie noch einmal Wirbel in dieser halbseidenen Causa.
Honi soit qui mal y pense!

Und im Übrigen: Auch der unselige Schröder hat schon jede Menge Unterlassungsklagen angestrebt, weil er sich die Haare nie nicht gefärbt hat.

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