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16.01.2007

20:18 Uhr

Klausur in Wildbad Kreuth

Stoiber spielt auf Zeit

Die Berichterstattung über die CSU-Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth erinnert ein wenig an Kreml-Astrologie, doch deutet man die Aussagen seine langjährigen Gefolgsmanns Erwin Huber richtig, dann will Edmund Stoiber die Debatte über seine Zukunft vertagen, bis sich der Sturm gelegt hat. Nur sieht das offenbar die Mehrheit der Landtagsabgeordneten anders.

Edmund Stoiber in Wildbad Kreuth. Foto: ap ap

Edmund Stoiber in Wildbad Kreuth. Foto: ap

HB KREUTH. Huber, der bayerischer Wirtschaftsminister ist, sagte am Dienstagabend am Rande des Krisengesprächs, Stoiber habe seine Linie bekräftigt, bei der Landtagswahl 2008 als Spitzenkandidat antreten zu wollen. „Ich will, aber ich muss nicht“, sagte der CSU-Chef nach Angaben des Ministers. Huber fügte hinzu: „Er legt die Entscheidung in die Hände des Parteitags“. Der nächste reguläre Parteitag der Christsozialen wäre erst im November. Teilnehmern zufolge hielt Stoiber eine sehr emotionale halbstündige Rede.

Die 120 Abgeordneten beraten seit dem Mittag hinter verschlossenen Türen. Huber räumte ein, es gebe „unterschiedliche Meinungen“ in der Fraktion, wer der richtige Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2008 sei. Der Wirtschaftsminister widersprach einem Bericht, Stoiber sei eine zweiwöchige Gnadenfrist bis zum Rücktritt eingeräumt worden: „Ein Ultimatum hat bisher keiner gestellt.“

Über Stoibers Rückhalt darf gerätselt werden

Über die Mehrheitsverhältnisse in der Fraktion gibt es unterschiedliche Angaben. Während Sat 1 berichtete, nur noch 20 bis 40 Prozent der Abgeordneten stünden hinter Stoiber, hält sich das Verhältnis der Gegner zu den Anhängern nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters in etwa die Waage.

Die Fraktion scheint jedoch auf eine Entscheidung noch am Dienstagabend darüber zu drängen, ob Stoiber die seit Jahrzehnten in Bayern allein regierende CSU in die Landtagswahl führt. Eine entsprechende Einschätzung des Bayerischen Rundfunks wurde vom Vorsitzenden des Landtags-Innenausschusses, Jakob Kreidl, bestätigt. Nach Angaben von Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller soll es eine gemeinsame Erklärung geben. Der Landtagsabgeordnete Max Strehle stellte später klar: „Auf gar keinen Fall wird es zu einer Erklärung oder Abstimmung gegen Edmund Stoiber kommen“.

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