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06.11.2013

19:03 Uhr

Koalitions-Vorschlag

Je besser die Klinik, desto höher die Förderung

Union und SPD wollen sich zu einer Krankenhaus-Reform aufraffen. Denn heute gilt: Egal ob eine Klinik im Schnitt besser oder schlechter ist - die Bezahlung ist gleich. Künftig steht die Qualität im Mittelpunkt.

Künftig soll die Qualität der Krankenhäuser besser festgestellt werden. dpa

Künftig soll die Qualität der Krankenhäuser besser festgestellt werden.

BerlinDie rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland sollen nach den Vorstellungen von Union und SPD weit stärker als bisher nach ihren Behandlungserfolgen bezahlt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen begrüßten entsprechende erste Ankündigungen. Für die Universitätskliniken sind Zuschläge im Gespräch.

Künftig solle besser festgestellt werden, „welche Krankenhäuser machen gute Qualität und welche machen nicht so gute Qualität“, sagte der SPD-Verhandlungsführer für Gesundheit, Karl Lauterbach, nach Gesprächen mit der Union am Mittwoch in Berlin. Geplant sei, „dass wir das berücksichtigen bei der Art und Weise, wie bezahlt wird“.

Der Politiker ergänzte: „Ich glaube, da haben wir einen Konsens erzielt.“ Dennoch müsse über den Bereich weiter verhandelt werden, kündigten Lauterbach und CDU-Verhandlungsführer Jens Spahn an.

Beide Seiten zeigten sich aber einig, dass künftig auch gemessen werden soll, wie die Behandlungen bei einem Patienten bei den niedergelassenen Ärzten nach der Entlassung aus der Klinik weitergegangen sind. Spahn erläuterte, es solle erkennbar sein: „Wie verläuft nach einer Hüft- oder Knieoperation die ambulante Versorgung? Treten Komplikationen auf?“

Hintergrund ist, dass bereits heute jährlich die Qualität von Kliniken anhand der bei den Behandlungen anfallenden Daten gemessen und in Reports dargestellt werden. Wie die Qualität bei den Praxisärzten aussieht und ob sich bei Klinikpatienten später Probleme zeigen, liegt aber weitgehend im Dunkeln. Nun solle die Qualität stärker sektorübergreifend - stationär und ambulant - geprüft werden. „Hier können wir einen großes Schritt gemeinsam gehen“, sagte Spahn.

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Die Krankenkassen reagierten positiv. „Es ist höchste Eisenbahn, dass sich die Qualität einer Krankenhausbehandlung auch in ihrer Bezahlung niederschlägt“, sagte ihr Verbandssprecher Florian Lanz.

Bereits seit langem gibt es Rufe unter anderem der Kassen, die Kliniklandschaft umfassend zu reformieren. Experten meinen, es gebe zu viele oft kleinere Häuser, die aus Prestigegründen zu viele auch komplizierte Behandlungen anböten, diese dann aber oft weniger gut machten. Lauterbach sagte, es gebe es in Ballungsräumen oft zu viele, auf dem Land aber zu wenige Kliniken.

Zudem griffen die Gesundheitspolitiker eine Position ihrer für Wissenschaft zuständigen Kollegen auf, nach der die Unikliniken Einbußen erlitten, weil sich dort viele besonders teure Behandlungen konzentrierten. „Es ist tatsächlich auch über Zuschläge für Unikliniken geredet worden“, sagte Lauterbach. Aber auch andere Erleichterungen seien im Gespräch.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

06.11.2013, 19:18 Uhr

Da muesste zuallererst mit den Aerzten begonnen werden!

laecherliche_Diskussion

06.11.2013, 20:00 Uhr

In Belgien müssen 94 % der Ärzte mit ausländischen Diplom zurück auf die Studienbank mit min. 4 zusätzlichen Jahren (=weiteres Studium ab dem Bachelor), weil die Kenntnisse sich als nicht ausreichend erweisen.

Was macht Deutschland in dieser Sache?

Russisches Roulette und dann Diskussion über die Qualität der Leistung von Krankenhâusern. Lächerlich.

petca

06.11.2013, 20:30 Uhr

„welche Krankenhäuser machen gute Qualität und welche machen nicht so gute Qualität“: Ich sehe schon die ersten Berater für eine Optimierung hinsichtlich der von der Politik festgelegten Kriterien, Software mit Textbausteinen,... - Papier ist geduldig.

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