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06.03.2013

16:20 Uhr

Koalitionsstreit

SPD und Grüne zoffen sich wegen Stuttgart 21

SPD und Grüne üben auf Bundesebene harsche Kritik an der Entscheidung, den Tiefbahnhof Stuttgart 21 weiterzubauen. Doch auf Landesebene schlägt die SPD andere Töne an: Sie fordert Ende der Grünen-Blockade.

Suchen derzeit eine gemeinsame Linie bei Stuttgart 21: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts, Bündnis 90/Die Grünen) und Finanzminister Nils Schmid (SPD). dpa

Suchen derzeit eine gemeinsame Linie bei Stuttgart 21: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts, Bündnis 90/Die Grünen) und Finanzminister Nils Schmid (SPD).

StuttgartDie SPD in Baden-Württemberg hat ihren grünen Koalitionspartner dazu aufgerufen, den Widerstand gegen Stuttgart 21 aufzugeben. „Da jetzt entschieden ist, dass weitergebaut wird, tun auch die Grünen gut daran, den Protest zurückzunehmen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Nils Schmid am Mittwoch im Deutschlandfunk. SPD und Grüne im Bund kritisierten die Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrats vom Dienstag.

Stuttgart 21 gilt als als zentraler Konfliktpunkt in der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg. Während die Grünen dem Tiefbahnhofprojekt kritisch gegenüberstehen, ist die SPD grundsätzlich dafür.

Wie die Kosten bei Großprojekten explodieren

Stuttgart 21

Ursprüngliche Planung 1995:     2,45 Mrd. Euro

Zwischenstand 2008:                     2,8 Mrd. Euro

Zwischenstand 2010:                     4,53 Mrd. Euro

Aktuelle Schätzung 2013:           6,8 Mrd. Euro (5,6 Mrd. Euro + 1,2 Mrd. Euro Risiken)

Quelle: Bund der Steuerzahler

Hamburger Elbphilharmonie

Ursprüngliche Planung 2005:     77 Mio. Euro

Zwischenstand 2006:                     114,3 Mio. Euro

Zwischenstand 2008:                     323,3 Mio. Euro

Aktuelle Schätzung 2013:           575 Mio. Euro

Quelle: Bund der Steuerzahler

Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)

Ursprüngliche Planung:                2,4 Mrd. Euro

Aktuelle Schätzung:                     mind. 4,3 Mrd. Euro

Quelle: Bund der Steuerzahler

Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hätten die Grünen versucht, „in einer Art letztem Hurra das Projekt zu kippen", kritisierte Schmid. Ein Brief von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an den stellvertretenden Bahn-Aufsichtsratschef Alexander Kirchner hatte für Unmut innerhalb der grün-roten Regierungskoalition in Stuttgart gesorgt. Kretschmann hatte darin geschrieben, die Landesregierung würde sich auch an Gesprächen über Alternativen zu Stuttgart 21 beteiligen, sofern Bahn oder Bund dies anregten.

„Das war sehr ärgerlich", kritisierte Schmid das Vorgehen des Ministerpräsidenten. Am Dienstag hatte bereits der SPD-Fraktionschef im Landtag, Claus Schmiedel, massiv Kritik geübt. Regierungssprecher Rudi Hoogvliet verwies am Mittwoch darauf, dass dem Koalitionspartner das Schreiben Kretschmanns vorgelegen habe. Kritik daran habe es zunächst keine gegeben. Einige Vertreter der SPD müssten sich „überlegen, ob sie sich in ihrer Wortwahl nicht vergriffen haben", sagte Hoogvliet.

Kommentare (3)

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Nachwuchs

06.03.2013, 18:38 Uhr

Wozu der Aufschrei? Experten haben gerechnet und Angebote gemacht. Die experten müssen sich daran halten. Alles Andere ist Betrug und dafür müssen Sie angeklagt werden. Die Experten haben alle mehrkosten zu tragen, da Sie ja vorsätzlich alles falsch berechneten bzw.sich berechern wollen!

tsabo

06.03.2013, 18:40 Uhr

Anton Hofreiter - wer ist denn das???? - Lach -
Liebe SPD so langsam sollte Ihr kapieren, dass Ihr mit den GRÜNEN nicht ein einziges Konzept verwirklichen werdet..
Die Grünen können nicht gestalten..- das sollte euch so langsam klar sein...
Wer nicht mal seine eigen Steuer ( Cem Özdemir) berechnen kann...
Sollte anderen nicht vorwerfen Sie könnten nicht richtig rechnen..- als da würde ich mich schämen... - lach -

TheVote

07.03.2013, 12:26 Uhr

So sind halt unsere Konservativen, was sie wollen, ist grundsätzlich alternativlos!

Wenn das Volk dies nicht einsieht, werden Wasserwerfer gegen Schüler und Rentner einesetzt, oder nun die Angst vor unbezahlbaren Bahn-Tickets geschürt.

Aber kein Einsehen, keine Selbstkritik, keine Suche nach Alternativen getreu dem Motto: Wo wir sind - da ist RICHTIG!

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