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10.04.2012

11:12 Uhr

Koalitionsstreit

Von der Leyen drängt weiterhin auf Quote

Während Familienministerin Schröder genau wie die CSU gegen eine starre Quote ist, hält Arbeitsministerin von der Leyen sie für unerlässlich. Sie spricht sich weiterhin für einen festen Frauenanteil von 30 Prozent aus.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat innerhalb ihrer Partei wenig Anhänger für die starre Quotenregelung. dapd

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat innerhalb ihrer Partei wenig Anhänger für die starre Quotenregelung.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen macht trotz Widerstand aus den eigenen Reihen Druck bei der Frauenquote. Zwar habe der Mittelstand inzwischen 30 Prozent Frauen in der Führung, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung am Dienstag. Die Dax-Konzerne aber hätten es „trotz großer Versprechen zehn Jahre lang versäumt“, freiwillig Frauen angemessen in Vorstände und Aufsichtsräte zu berufen. „Deshalb brauchen wir jetzt eine Frauenquote“, betonte die Ministerin.

Auch müssten die Arbeitgeber flexibler werden, was Teilzeit angeht. „Deutschland muss endlich lernen, das Teilzeit nicht 'weiblich, vormittags, Karriereende' bedeutet“, sagte die Arbeitsministerin weiter. Von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) streiten seit langem über die Einführung einer Frauenquote. Während sich die Familienministerin gegen eine verbindliche Regelung sperrt, will die Arbeitsministerin eine 30-Prozent-Quote in Vorständen und Aufsichtsräten durchsetzen. Auch EU-Kommissarin Viviane Reding fordert eine starre Quote.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sieht eine Quote für Frauen in den Chefetagen der Wirtschaft kritisch. Zwar sollte der Anteil von Frauen in Führungsfunktionen erhöht werden. „Allerdings möchte ich als Gesetzgeber keinem Unternehmen vorschreiben, wie es seine Vorstands- oder Aufsichtsgremien zu besetzen hat“, sagte die CSU-Politikerin der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. „Die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg trägt jedes Unternehmen auch selbst.“ Wenn überhaupt eine Quote eingeführt werden sollte, „dann bevorzuge ich den Vorschlag von Ministerin Schröder für eine Flexi-Quote“, sagte sie. Angesprochen auf den Streit im Kabinett zwischen von der Leyen und Schröder, sagte die CSU-Landesgruppenvorsitzende: „Es ist legitim, dass zwei Ministerinnen unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben können. Das ist übrigens bei Männern auch gelegentlich der Fall.“

Quotendiskussion

Frauen in Führung - die Quotendiskussion

Quotendiskussion: Frauen in Führung - die Quotendiskussion

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Von

dapd

Kommentare (5)

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Petra

10.04.2012, 11:43 Uhr

Ich dachte das DDR-System hat versagt? Gibt es hier eine heimliche Neuauflage mit verbesserten Startbedinungen?

Dr.NorbertLeineweber

10.04.2012, 12:21 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

sterbende_demokratie

10.04.2012, 13:19 Uhr

Frau von der Leyen ist leider der lebende Beweis dafür wohin Quoten letztendlich führen.

Wieviel Ahnungslosigkeit auf politischer Ebene muss Deutschland eigentlich noch ertragen...

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