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26.01.2016

18:22 Uhr

Kölner Polizei fahndet

Unbekannter kauft verdächtige Chemikalien in Baumarkt

Die Kölner Polizei fahndet nach einem unbekannten Käufer von Chemikalien. Aus diesen könne man mit entsprechenden Kenntnissen ein explosionsfähiges Gemisch herstellen. Gekauft hatte er sie in einem Baumarkt in Pulheim.

Die Kölner Polizei fahndet knapp zwei Wochen vor dem Rosenmontagszug nach einem Mann, der in einem Baumarkt verdächtige Chemikalien gekauft hat. dpa

Kölner Polizei leitet Fahndung ein nach Chemikalienkauf

Die Kölner Polizei fahndet knapp zwei Wochen vor dem Rosenmontagszug nach einem Mann, der in einem Baumarkt verdächtige Chemikalien gekauft hat.

KölnKnapp zwei Wochen vor dem Rosenmontagszug fahndet die Kölner Polizei nach einem Mann, der in einem Baumarkt verdächtige Chemikalien gekauft hat. Mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage nehme die Polizei die Sache sehr ernst, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Polizei wollte aber nicht von einem „Terrorverdächtigen“ sprechen.

Der 45 bis 50 Jahre alte Mann stamme vom Aussehen her aus dem Nahen Osten, teilte die Polizei mit und bestätigte damit eine Meldung der „Bild“-Zeitung. Ein Mitarbeiter des Baumarktes in Pulheim bei Köln hatte die Polizei informiert. Aus der Chemikalie könne man mit entsprechenden Kenntnissen ein explosionsfähiges Gemisch herstellen.

Die Chronologie der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof

21.00 Uhr

Auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domtreppe kommen nach Polizeiabgaben 400 bis 500 augenscheinlich betrunkene Menschen zusammen, sie sind teilweise aggressiv. Unkontrolliert werden Böller und Raketen abgebrannt.

23.00 Uhr

Gedränge vor dem Hauptbahnhof, mittlerweile sind mehr als 1000 Menschen zusammengekommen. Es handelt sich „ausschließlich um junge Männer“, wie die Polizei später berichtet. Nach wie vor werden Raketen abgeschossen, einige davon absichtlich in die Menge. Polizeidirektor Michael Temme beschreibt die Stimmung im Nachhinein als „aggressiv“.

23.15 Uhr

Teile der Menge werden von einigen Menschen eingekreist. Mehrere Handys sollen dabei gestohlen worden sein. Weiterhin werden Raketen und Böller gezündet.

23.30 Uhr

Die Polizei räumt die Domtreppe und den Bahnhofsvorplatz, aus Sicherheitsgründen und um eine Panik zu vermeiden, wie es heißt. Nach ihren Angaben beruhigt sich die Situation.

00.30 Uhr

Nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ herrscht am Hauptbahnhof eine aggressive Stimmung: Mindestens 200 angetrunkene junge Männer mit ausländischem Hintergrund pöbeln in der überfüllten Bahnhofshalle Passanten an und belästigen zahlreiche Frauen.

00.45 Uhr

Die Lage beruhigt sich laut Polizei zunächst. Der Zugang zum Hauptbahnhof wird wieder freigegeben, der Platz füllt sich erneut. Erste Strafanzeigen von betroffenen Frauen wegen Diebstahls, einige von ihnen berichten laut Polizei von sexuellen Übergriffen aus den Gruppen heraus auf Passanten. Es werden alle Beamten vor dem Hauptbahnhof zusammengezogen, knapp 150 Polizisten sollen im Einsatz sein. Frauen ohne Begleitung werden angesprochen und zum Bahnhofseingang begleitet. Es soll aber auch im Bahnhof Übergriffe geben. Dort ist allerdings nicht die Kölner Polizei zuständig, sondern die Bundespolizei.

04.00 Uhr

Nach Einschätzung der Polizei beruhigt sich die Lage wieder.

08.57 Uhr

In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei, die Silvesterfeier „auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen [sei] friedlich“ verlaufen. Die Vorgänge am Dom werden nicht erwähnt.

02. Januar, 17.00 Uhr

Kölns Polizei informiert jetzt auch über die Übergriffe. Es seien Anzeigen von 30 Betroffenen erstattet worden, eine Ermittlungsgruppe wird eingerichtet.

Die Behörden baten die Bevölkerung dringend um Unterstützung bei der Fahndung. Trotz intensiver Ermittlungen des polizeilichen Staatsschutzes der Polizei Köln konnte der Mann den Angaben zufolge bislang nicht identifiziert werden.

Der Unbekannte soll zwischen 170 und 175 Zentimeter groß und von schlanker Statur sein. Er sprach den Zeugen zufolge gut Deutsch und soll eine spitze Nase sowie hohe Geheimratsecken haben. Der Mann trägt einen kurzen dunklen Vollbart, der im Kinnbereich leicht grau ist. Aufnahmen des Baumarktes zeigen demnach den Gesuchten.

Die Behörden betonten zugleich ausdrücklich, es sei nicht gesichert, dass der Kauf der üblicherweise für Reinigungsarbeiten bestimmten Chemikalien im Zusammenhang mit einer „kriminell motivierten Verwendung“ stehe. Staatsanwaltschaft und Polizei nähmen den Hinweis insbesondere mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage und die Verantwortung für die Bürger aber sehr ernst.

Falls sich der Gesuchte selbst wiedererkenne und die Chemikalien für den Hausgebrauch bestimmt gewesen sei, soll er sofort Kontakt mit einer Polizeidienststelle aufnehmen. Zeugen, die den Mann kennen, wurden gebeten, sich über Notruf an die Polizei zu wenden.

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