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27.09.2012

21:12 Uhr

Kohls Amtsjubiläum

Viel Ehr', viel Briefmarke

VonDaniel Delhaes

Die CDU feiert Altkanzler Helmut Kohl. Es geht nicht mehr darum, alte Schlachten zu schlagen, sondern allein um eines: die Partei für die Bundestagswahl 2013 fit zu machen.

Sonderbriefmarken zeigen Altkanzler Helmut Kohl – überreicht von CDU-Parteichefin Angela Merkel. dpa

Sonderbriefmarken zeigen Altkanzler Helmut Kohl – überreicht von CDU-Parteichefin Angela Merkel.

BerlinEs dauert mehr als zwei Stunden, bis es zum Höhepunkt des Abends kommt. Helmut Kohl sitzt in seinem Rollstuhl, oben auf der Bühne, neben ihm eine überdimensionierte Briefmarke mit seinem Konterfei. Gerade hat ihm Kanzlerin Angela Merkel die Sonderbriefmarke übergeben und weiß nicht so recht, ob sie sich jetzt wieder in die erste Reihe setzen soll oder nicht. Sie setzt sich, um Kohl zuzuhören. Dem seit 2008 kranken Altkanzler fällt das Reden schwer.

Zum Amtsjubiläum

Festakt für Altkanzler Helmut Kohl

Zum Amtsjubiläum: Festakt für Altkanzler Helmut Kohl

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Doch er will sich bedanken. Dank sagen den Gästen, Dank sagen für die vielen Grußworte und Videobotschaften von Staatsmännern aus aller Welt. „Bewegend“ sei es für ihn. Ihn habe in seinem politischen Leben der Satz geleitet, Europa dürfe nie wieder im Krieg versinken. „Lassen Sie uns die Zeit nutzen. Ich weiß nicht, was der liebe Gott mit mir vor hat“, sagt er. Aber das „friedliche Europa“ und das „friedliche atlantische Bündnis“ seien weiter ein großes Ziel. „Machen wir uns auf den Weg.“

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Ob Helmut Kohl als großer Europäer in die Geschichte eingehen wird, ist noch ungewiss. Sicher ist aber, dass er die deutsche Wiedervereinigung überaus erfolgreich gemanagt hat. Dafür wird er heute zu Recht gefeiert.

Wie bei einem Staatsakt ging es zu bei der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Titel: „Kanzler der Einheit – Ehrenbürger Europas“. Ort: Das Deutsche Historische Museum in Berlin. Anlass der Ehrung: Am 1. Oktober, vor 30 Jahren, schafften Helmut Kohl, die Union und die FDP den Wechsel der Bundesregierung mit einem konstruktiven Misstrauensvotum. An diesem Abend wollte die CDU ihren Altkanzler ehren und auch eine Duftmarke setzen – für den Bundestagswahlkampf 2013.

Wenn sich 700 Gäste zu Ehren Helmut Kohls einfinden, treffen Welten aufeinander. Da ist die Bonner Republik in Person von einen Theo Waigel (Finanzminister), Wolfgang Bötsch (Post) oder Rita Süßmuth (Bundestagspräsidentin). Da ist die Berliner Republik mit Norbert Lammert (Bundestagspräsident), Angela Merkel (Kanzlerin), Philipp Rösler (Wirtschaft). Ja, sogar Wolfgang Schäuble (Finanzen) findet den Weg, obwohl er mit Kohl seit 1998 gebrochen hat. Die Sonderbriefmarke aber mag er als zuständiger Minister an diesem Abend doch nicht übergeben. Alle Gäste eine die „Hochachtung“ für den heute 82-Jährigen, wird Merkel in ihrer Laudatio sagen.

Ein gute viertel Stunde braucht Hans-Gert Pöttering, einst Präsident des EU-Parlaments, um auch nur die prominentesten Gäste anzukündigen. Hinter dem Rednerpult schmücken Standarten mit den Flaggen Deutschlands, Europas und der Stiftung das Bild. An einer Leinwand prangt das Bild, Kohls 1982 im Bundestag, die rechte Hand gehoben, den Blick auf den Text mit dem Eid gerichtet, den er sprach, als er Kanzler wurde. 16 Jahre sollten seine Amtszeit währen. „Er hat sich um Deutschland und Europa verdient gemacht – Herzlichen Dank Helmut Kohl“, schließt Pöttering seine Einleitung.

Kommentare (20)

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atp50

27.09.2012, 21:35 Uhr

Stimmt es, dass die Gummierung der Kohl-Briefmarke erstmalig auf der Bildseite angebracht ist?

Steger

27.09.2012, 22:20 Uhr

Briefe mit dieser Marke gehen bei mir mit dem Hinweis "Annahme verweigert" zurück an den Absender.

Account gelöscht!

27.09.2012, 23:09 Uhr

Die CDU hat zukünftig nur eine Chance, wenn sie die Rente fair und vernünftig regelt. Rente 50% des durchschnittlichen Netto und Rente mit 67 wird sich die Babyboomer-Generation nicht bieten lassen. Da bin ich mir sehr sicher.
Jährliche Steuereinnahmen von mehr als 600 Mrd Euro müssen nur etwas anders verteilt werden, um die 30 Mrd. zukünftige Rentenlücke zu schliessen.
Zieht Euch man warm an!

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