Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2011

12:22 Uhr

Kommentar

Dies ist die Krise der Politik

VonWolfgang Nowak

Das Vertrauen der Bürger in das politische System ist erschüttert. Sie erleben ihre Repräsentanten als Getriebene. Jetzt braucht es mutige Politiker, die auf die verunsicherten Menschen zugehen.

Wolfgang Nowak ist Geschäftsführer der Alfred Herrhausen Gesellschaft. DARCHING

Wolfgang Nowak ist Geschäftsführer der Alfred Herrhausen Gesellschaft.

„Das Auseinanderfallen, also die Ungewissheit, ist dieser Zeit eigen; nichts steht auf festen Füssen und hartem Glauben an sich; man lebt für morgen, denn das Übermorgen ist zweifelhaft. Es ist alles glatt und gefährlich auf unserer Bahn, und dabei ist das Eis, das uns noch trägt, so dünn geworden; wir fühlen alle den warmen, unheimlichen Atem des Tauwindes - wo wir noch gehen, da wird bald niemand mehr gehen können.“

Dieses Zitat von Friedrich Nietzsche hat in Umbruchzeiten immer Konjunktur. Jede Sicherheit kann zerbrechen. Das ist die wichtigste Erkenntnis, die wir seit Lehman Brothers gewinnen konnten. „Das Vertrauen in unser System bröckelt“, schreibt der „Stern“. „Die Regierungen machen die Menschen irre“, so Jean-Claude Juncker. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, titelt das Handelsblatt über Merkozy. Der „Spiegel“ lässt auf seinem Titelbild den Euro brennen.

Es kommt auf Geschwindigkeit an, so dass es zu Entscheidungen keine Alternativen gibt. Aber: „Viel Zeit können wir uns nicht mehr kaufen“, so Jens Weidmann. Die Summen, um die es geht, entziehen sich der Vorstellungskraft fast aller Bürger. Die Gegenwart verschwindet in diesen Zeiten so schnell, dass wir nicht einmal Lehren für künftige Krisen aus ihr ziehen können. Kurz, es verstärkt sich das Gefühl in der Bevölkerung, undurchsichtigen Entscheidungsprozessen ausgesetzt zu sein, die sie zu Verlierern machen.

71 Prozent der Bürger bezweifeln inzwischen, dass die Politik mit ihrer rastlosen Ratlosigkeit in der Lage ist, unsere wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Schlimmer noch: 44 Prozent der Bürger sind in Deutschland mit der Demokratie unzufrieden. Nur sechs Prozent der Wähler glauben noch, dass sie die Regierungspolitik durch Wahlen beeinflussen können.

Wir erleben eine Krise der Repräsentation. In einer wirtschaftlichen Krisensituation erleben wir eine Krise der Politik.

Der Euro macht uns Angst. Aber: Es gibt keine Alternative. Angeblich zerfällt Europa ohne Euro und ohne deutsches Geld. Noch mehr Europa soll es sein, mit noch mehr deutschem Geld. In den Augen der Öffentlichkeit scheint die Klammer, die Europa zusammenhält, Deutschlands Geld zu sein. Wir müssen für die Folgen verantwortungslosen Handelns anderer Staaten eintreten. Darauf verlässt sich Europa.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MikeM

20.10.2011, 12:35 Uhr

Kein Wunder, bei dem Personal: IM Erika (Frau in Führungsposition) und 100.000-DM-Schäuble. Dazu ein korrupter portugiesischer Ex-Staatschef, Juncker der Lügner, Guido der Pfau, Chris unser Grüßaugust, Rösi der Bubi, Horst der Schwanzeinzieher ... gibt es noch qualifiziertes Personal unter den Politikern???

Account gelöscht!

20.10.2011, 12:56 Uhr

Manch Irrweg könnte sich als Sackgasse ohne Wendemöglichkeit entpuppen ...

wir

20.10.2011, 13:18 Uhr

Eigentlich bin ich überhaupt nicht verunsichert.

Das alles läuft ab nach einen morbiden, aber sehr gut ausgearbeiteten Plan. Die Bevölkerung so lange verunsichern, bis sie nach dem STARKEN Mann rufen. Der zufällig von der Gruppe gestellt wird, die auch unsere Politiker bestimmt (die Freimaurer / Bilderbeger).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×