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29.08.2011

11:09 Uhr

Kommentar

Ein letzter Dienst für die FDP

VonGeorg Watzlawek

Was er macht, er macht es falsch. Als Innenpolitiker ist er gescheitert, Außenpolitiker war er nie. Statt sich weiter zu verbiegen sollte Guido Westerwelle abtreten. Damit würde er sich, der FDP und dem Land helfen.

Außenminister Guido Westerwelle bei einem Besuch in Haiti. dapd

Außenminister Guido Westerwelle bei einem Besuch in Haiti.

DüsseldorfWie tief kann der Bundesminister des Äußeren noch sinken? Im Außenministerium in Berlin haben sich Deutschlands Top-Diplomaten versammelt, Frankreichs Außenminister Alain Juppé ist als Ehrengast zur Botschafterkonferenz angereist - und Guido Westerwelle übt ein weiteres Mal den peinlichen Kotau. Frankreich und die anderen Verbündeten verdienten Respekt für den Sturz des Libyschen Diktators Gaddafi, auch wenn Deutschland "die Chancen und Risiken anders abgewogen" habe.

Hätte sich Westerwelle von den Tatsachen belehren lassen - kein Problem. Aber es war nicht die Vernunft, sondern die Parteiführung der FDP, die ihren einstigen Vorsitzenden, einstigen Vizekanzler und dauerhafte Quelle für Spott, zur Vernunft bringen musste: es waren nicht die von Westerwelle propagierten Sanktionen, sondern die Bomben der Franzosen und Amerikaner, die den Machtkampf in Libyen entschieden. Der einst so großspurige Mister-18-Prozent folgte brav, vollzog die Kehrtwende, rettete vorerst sein Amt und beschädigte Deutschlands Ansehen im Ausland weiter.

Deutschland hat seinen Kompass verloren, Altkanzler Helmut Kohl legte seinen Finger zielsicher in eine sehr tiefe Wunde. Schon klar: zuerst dafür verantwortlich ist die Kanzlerin. Aber niemand richtet seine innere Nadel stärker an der politischen Opportunität aus, als Westerwelle.

Schon als Vizekanzler war er an der grundsätzlichen Ausrichtung Deutschlands in der Welt nur am Rande beteiligt, aber als Nur-noch-Außenminister ist er ein völliger Ausfall. Oder erinnern Sie sich an eine außenpolitische Entscheidung, eine wichtige Initiative, die von Westerwelle ausging?

Zum wichtigsten Thema der vergangenen zwei Jahre, der Finanz- und Eurokrise, hat er nichts zu sagen. Es stimmt schon, hier ist die Kanzlerin für Deutschlands Richtungslosigkeit verantwortlich. Aber längst hat die Eurokrise eine ganz grundsätzliche Debatte über Europas Zukunft ausgelöst. Westerwelles Beitrag dazu? Nicht erkennbar.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

29.08.2011, 13:12 Uhr

Glaaubt denn wirklich Jemand, der Nachfolger wöre auch nur einen Deut besser????

Kackbolzen

29.08.2011, 13:20 Uhr

Lasst mal Westerwelle noch ein bisschen machen. Den letzten Dienst, den er erweist ist, dass die FDP aus dem Bundestag fliegt. Das ist dann besonders ehrenvoll, denn die FDP ist alles, nur keine liberale Partei.

Account gelöscht!

29.08.2011, 13:23 Uhr

Ein letzter Dienst für das Handelsblatt.

Es wird einseitig "berichtet", ohne fundierte Argumentation - im Stil der BILD.
Bravo Handelsblatt!

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