Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2017

12:27 Uhr

Kommentar zur NRW-Wahl

Die kraftlosen Grünen

VonSilke Kersting

Die Grünen finden keinen Weg aus der Krise. In NRW erlebt die Partei ein Debakel. Ohne ein „kraftvolles Zeichen“, das Spitzenkandidat Özdemir versprochen hatte, droht die nächste Pleite. Ein Kommentar.

Sicherheitspolitik

NRW-Wahlschlappe: Was können die Grünen daraus lernen?

Sicherheitspolitik: NRW-Wahlschlappe: Was können die Grünen daraus lernen?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinIn Nordrhein-Westfalen haben es die Grünen mit Ach und Krach geschafft, so viele Stimmen zu bekommen, dass sie erneut in den Landtag einziehen können. In Schleswig-Holstein dagegen haben sie vor eine Woche gezeigt, dass zweistellige Ergebnisse für die Ökopartei möglich sind. Was lernen die Grünen daraus für den jetzt startenden Bundestagswahlkampf? Was müssen sie daraus lernen, um ihre Chancen beim Wähler zu vergrößern?

Die mageren 6,4 Prozent in Nordrhein-Westfalen machen die Aufholjagd im Bund, wo die Grünen in den Umfragen bei acht Prozent herumdümpeln, nicht eben einfacher. Und bislang ist der Ökopartei nicht viel eingefallen, um sich aus ihrer Krise zu befreien.

NRW-Wahl: Das sind die Lehren für den Bund

NRW-Wahl

Das sind die Lehren für den Bund

Die einen zweifeln, die anderen können ihr neues Selbstbewusstsein kaum zügeln. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen setzt die Vorzeichen für die Bundestagswahl im September. Jetzt ist die letzte Chance, Strategien zu ändern.

Einen „neuen Sound“ hatte sich das Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir verordnet. Es gehe nicht darum, alles kleinteilig zu erklären, hieß es bei der Vorstellung des vorläufigen Wahlprogramms im März. Deutschland solle ökologischer Spitzenreiter werden, „über das Wie sind wir bereit zu diskutieren.“ Bloß keine Verbotspartei sein, statt dessen jede Menge Gesprächsangebote. „Wir sind nicht beratungsresistent“, hieß es.

Der Vorwurf aber, die Grünen seien die Spaßverderber, machten alles schlecht und stürzten die Wirtschaft ins Verderben, sitzt tief. So ist Özdemir sicher auf dem richtigen Kurs, wenn er feststellt, es sei in der nordrhein-westfälischen Landtagswahl nicht gelungen, das „Klischee des grünen Wirtschaftsverhinderers“ zu vermeiden. Ist ihnen das in Schleswig-Holstein gelungen? Das ist fraglich, aber zumindest haben viele Wähler im hohen Norden das Gefühl, dass sich die Grünen ihrer Probleme annehmen und an Lösungen arbeiten.

Es sieht trübe aus für die Ökopartei – ungeachtet der verbliebenen neun Regierungsbeteiligungen. Eine gemeinsame Sprache hat die Partei nicht gefunden. In manchen Regionen gilt ein Bündnis mit der FDP als Teufelszeug, woanders als möglich. Wie das dem Wähler vermitteln?

ARD-Talkshow Anne Will: SPD-Vize beklagt „Wutbürgerwahlkampf“ der CDU

ARD-Talkshow Anne Will

SPD-Vize beklagt „Wutbürgerwahlkampf“ der CDU

Die Gäste bei Anne Will redeten oft durcheinander, doch sie machten deutlich: Die Parteienlandschaft hierzulande ist bunt und kompliziert geworden. Ein Grünen-Veteran dürfte die Zahl seiner Fans weiter reduziert haben.

Cem Özdemir will den Parteitag Mitte Juni dazu nutzen, ein „kraftvolles Zeichen“ zu setzen. Nur wie das aussehen soll, das hat er bislang nicht verraten. Er selbst hält sich und Göring-Eckardt für eine gute Besetzung – ebenso die Entscheidung, erst im Herbst einen neuen Parteivorstand zu wählen, nach den Wahlen im September.

Warum eigentlich? Was hält die Partei davon ab, vor der Bundestagswahl ein Aufbruchssignal zu senden? Weil Fristen vor dem Bundesparteitag einzuhalten sind, die nicht ignoriert werden können? Mit dieser Haltung stehen sich die Grünen selbst im Wege. Ihre Hoffnung auf ein gutes Ergebnis im Bund, gar eine Regierungsbeteiligung, können sie so begraben.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rainer von Horn

15.05.2017, 12:42 Uhr

Immer noch (mindestens) 1,5% zu viel......

Herr Piet Vrolijk

15.05.2017, 12:54 Uhr

Die 'Volkspartei AFD' bei 7,4% und die 'fürchterlichen GRÜNEN' bei 6,4%.

Jetzt trennt die GRÜNEN also nur noch 1% von den Status einer 'Volkspartei' ... wenn das mal kein Ansporn ist ...

Die GRÜNEN habe schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Von 6,2% in den Jahr 2005 bis 12,1% in den Jahr 2010. Und 11,3% in den Jahr 2012.

Die Partei mischt nun seit 35 Jahren in Deutschland mit und hat dabei die politische Landschaft deutlich mit gestaltet.
Und die GRÜNEN haben lange bewiesen auch Regierungsverantwortung übernehmen zu können. Auch wenn das nicht immer in Dank von die Wähler wird angenommen.
Etwas was die neue 'Volkspartei AFD' erst einmal beweisen muss ...

Herr Martin Wienand

15.05.2017, 12:56 Uhr

Die Grünen sind schlichtweg therapieresistent.

Immer nur auf Einwanderung zu setzen und diese möglichst fundamentalistisch lässt mein Grünes Herz nicht höher schlagen.

Die Grünen sind zu Natur- und Umweltschutz kontraproduktiv.

Weg damit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×