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20.10.2016

06:38 Uhr

Kommentar zur Ukraine-Krise

Ein kleiner Schritt nach vorne

VonThomas Sigmund

Das Gespräch zwischen Kanzlerin Merkel und dem russischen Präsidenten ist ein ermutigendes Signal. Ein Ergebnis ist aber nicht greifbar. Wladimir Putin muss sich auf den Westen zubewegen – und umgekehrt. Ein Kommentar.

Merkel  hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten  nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt. Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern. dpa

Es geht um Syrien

Merkel  hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten  nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt. Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern.

BerlinDas Treffen zwischen Merkel und Putin hat keinen Durchbruch gebracht. Ein greifbares Ergebnis war nach der langen Zeit des Schweigens am Verhandlungstisch auch nicht zu erwarten. Doch das Gespräch zwischen der Kanzlerin und dem russischen Präsidenten ist ein ermutigendes Signal. Es habe eine „sehr klare und auch sehr harte Aussprache“ mit Putin gegeben, sagte Merkel.

Zwar sei man von einer Einigung „sehr weit entfernt“. Aber es wird geredet. Der russische Präsident habe die Verantwortung, Einfluss auf den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Merkel hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt.

Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern. Er habe seinen europäischen Partnern auch gesagt, dass Russland eine Beschleunigung der Arbeiten an einer neuen syrischen Verfassung vorschlage. Ein kleiner Schritt nach vorne. Immerhin.

Denn die Welt ist auf der Suche nach neuer Ordnung. Syrien, Ukraine, Islamischer Staat – das sind Begriffe, die das geopolitische Chaos in der Welt beschreiben. Und dieses Ringen um Einfluss geschieht nicht in klimatisierten Räumen. Der Kampf um die Vorherrschaft wird mit Gewalt ausgetragen. Nicht nur in Aleppo oder in Mossul. Auch in Deutschland ist der Terror durch den Islamischen Staat längst angekommen.

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Am heutigen Donnerstag treffen sich in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Auch sie werden wieder über die Frage diskutieren, wie man mit dem russischen Präsidenten umgehen soll. Europa ist darüber zerstritten. Die Franzosen dringen auf neue Sanktionen. Die Bundesregierung mit den SPD-Ministern Gabriel und Steinmeier raten zu weiteren Gesprächen.

Das Bild Russlands ist in all dieser europäischen Uneinigkeit ein sehr gemischtes. Beim Iran-Konflikt etwa war Putin sehr kooperativ. Es hat zudem Fortschritte im Ukraine-Konflikt gegeben, auch wenn das Minsker-Abkommen noch lange nicht umgesetzt ist. Und in Syrien. Da wird es nur mit und nicht gegen Russland ein Lösung geben. Libyen nicht zu vergessen, auch wird spielt Putin eine zentrale Rolle.

Das alles mag für die Hardliner eine bittere Erkenntnis sein. Doch an der Wirklichkeit kommt niemand vorbei. Der Westen muss sich auf Russland zubewegen und umgekehrt. Ohne Kooperation und Kompromissbereitschaft wird keine Krise überwunden. Weder die in der Ukraine noch in Syrien.

Kommentare (7)

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Herr Josef Schmidt

20.10.2016, 08:40 Uhr

Wer ist verantwortlich dass das Minsker Abkommen nicht umgesetzt ist ? Warum wird hier nicht berichtet wer was nicht tut ?

Putin soll Einfluss auf Assad nehmen ? Und USA, Saudi Arabien und alle anderen die die Al Nusra und andere Terroristen bewaffnen und "beraten" sollen auf die Terroristen keine Einfluss nehmen ?

Einfach eine schlechte Show und auch schlechte und einseitige Berichterstattung. Mal wieder nur Bruchstücke berichten was einem in den eigenen Kram oder besser gesagt dem NATO und USA Kram passt.

Putin mach weiter und schick die Terroristen in die Hölle und zeig den Amis wo der Hammer hängt.

Herr Leo Löwenstein

20.10.2016, 09:18 Uhr

Die Raute kann selbst nichts erreichen.
Sie kann nur die Brocken nehmen, die Putin ihr hinwirft und das dann als Fortschritt verkaufen.
Weitere Sanktionen werden von der USA ja schon angekündigt und unser 51. Bundesstaat steht schon bereit, diese in Europa durchzuboxen.

Bin mal gespannt, wenn jn Mossul Zivilisten sterben werden (und das werden sie), werden dann auch Sanktionen gegen die USA diskutiert? Denn die USA führt den Bombenabwurf und den Raketenbeschuss durch.

Herr Peter Delli

20.10.2016, 10:02 Uhr

Das Herr Putin mit Raute redet zeigt doch, dass nicht dahinter ist, er ist halt höflich.

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