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21.11.2013

02:33 Uhr

Kommissionsarbeit

Arbeitgeber stellen Bedingungen zum Mindestlohn

Die Idee eines staatlich verordneten Mindestlohns passt den Arbeitgebern nicht. Ingo Kramer will dennoch mit am Tisch einer geplanten Kommission sitzen. Er drohte allerdings schon vorab mit einem Ausstieg.

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer ist skeptisch gegenüber einem staatlich fest gesetzten Mindestlohn. ap

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer ist skeptisch gegenüber einem staatlich fest gesetzten Mindestlohn.

BerlinDie Arbeitgeber wollen an der von CDU, CSU und SPD geplanten Mindestlohn-Kommission teilnehmen, stellen aber Bedingungen. Man wolle zwar keine Fundamental-Opposition betreiben, sagte der neue Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vorab-Bericht aus der Donnerstag-Ausgabe.

Falls sich aber herausstelle, dass in der Kommission eine "heimliche Koalition aus Gewerkschaften und Regierung sitze, wäre das ein Ausstiegsgrund", sagte er. "Wir sind nicht dazu da, einer fragwürdigen Politik das Etikett 'Tarifautonomie' zu geben."

Schon zuvor hatte Kramer den sozialpolitische Kurs von Union und SPD als Gefahr für die angestrebte Vollbeschäftigung kritisiert und vor einer Abkehr von der Arbeitsmarkt-Reformpolitik gewarnt. Mit Blick auf Forderungen der SPD hatte er vor einem gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn gewarnt.

"Wer 8,50 Euro für alle verspricht, sollte ehrlich sagen, dass Beschäftigungssicherung auf dem heutigen Niveau oder gar Vollbeschäftigung damit nicht zu erreichen ist." Ein Langzeitarbeitsloser werde in vielen Branchen und Regionen "für staatlich verordnete 8,50 Euro" kaum einen Einstieg in Arbeit finden.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nannte die bisherigen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD eine Gefahr für den Standort Deutschland.

Von

rtr

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

21.11.2013, 07:35 Uhr

Kaum im Amt und schon wird wieder eine Drohkolisse gegen
vernünftige Argumente bezüglich des Mindestlohnes aufgebaut. Herr Kramer versteigert sich sogar mit Arbeitsplatzverlusten. Nichts und abermals nichts ist bewiesen, eher das Gegenteil ist der Fall.
"Es ist lästig, bei selbstverständlichen Dingen noch
Beweise zu liefern"; Zitat: Dante Alighieri
Dante

Account gelöscht!

21.11.2013, 07:38 Uhr

Die meisten Industrienationen haben einen Mindestlohn. Meist höher als diese 8,50€. Und vor dem Euro lebten sie recht gut damit.
Wieso soll das angeblich sooo strake Deutschland das nicht schaffen? Es wäre das erste soziale Zeichen seit 10 Jahren!

Rene

21.11.2013, 08:10 Uhr

Weil man dann bei jeder Bundestagswahl einen Überbietungswettkampf hat (siehe Frankreich oder Griechenland).
Auch kann ich nicht erkennen, welchem Land es durch den Mindestlohn besser geht. Ich will in keinem dieser Länder leben.

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