Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.02.2015

13:18 Uhr

Kommunale Krankenhäuser

Ärzte bekommen mehr Geld

Die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern erhalten eine Gehaltssteigerung von insgesamt knapp fünf Prozent. Der Marburger Bund spricht von einem „tragfähigen Kompromiss“. Ein Streitpunkt existiert aber auch weiterhin.

Ärzte an kommunalen Krankenhäusern haben dank einer Gehaltssteigerung nun mehr Geld in der Tasche. dpa

Gehaltssteigerung

Ärzte an kommunalen Krankenhäusern haben dank einer Gehaltssteigerung nun mehr Geld in der Tasche.

DüsseldorfDie rund 52.500 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern bekommen mehr Geld. Der Marburger Bund und die Arbeitgeber einigten sich in der Nacht zum Donnerstag in Düsseldorf auf eine Erhöhung der Gehälter und der Vergütungen für die Bereitschaftsdienste, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Gehälter der kommunalen Krankenhausärzte steigen demnach in zwei Stufen, und zwar rückwirkend zum 1. Dezember 2014 um 2,2 Prozent und ab 1. Dezember 2015 um weitere 1,9 Prozent. Die Vergütungen für die Bereitschaftsdienste steigen zusätzlich um durchschnittlich 7,1 Prozent.

Im Gesamtvolumen bekommen die Ärzte laut Marburger Bund damit knapp fünf Prozent mehr. Rolf Lübke, der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, sprach von einem „tragfähigen Kompromiss“. Abgewehrt hat die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) allerdings die von der Gewerkschaft geforderte Reduzierung von Bereitschaftsdiensten am Wochenende. „Hier haben die Arbeitgeber eine große Chance verpasst, einen konkreten Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu leisten und die kommunalen Krankenhäuser attraktiver zu machen“, kritisierte Lübke. Die Einigung muss noch von den zuständigen Tarifgremien bestätigt werden.

Was die Ärzte bisher verdienten

Allgemeinmediziner

Das Allgemeinmediziner verdienen im Vergleich am wenigsten. Ihr Jahreseinkommen liegt nach Abzug der Praxiskosten, aber noch mit persönlichen Abgaben und Steuern bei 116.000 Euro. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Kinderarzt

Um die kleinsten und schon etwas größeren Erdenbewohner kümmert sich der Kinderarzt. Er verdient 124.000 Euro im Jahr.

Neurologen und Psychiater

Eine Schädigung des Gehirns nach einen Schlaganfall zeigt dieses Bild eines Professors aus Jena. Neurologen und Psychiater liegen mit ihrem Einkommen von 128.000 Euro auf dem drittletzten Platz.

HNO

Über 100 Jahre alt ist der Ohrstöpsel schon alt. Um die Gesundheit drei unserer Sinnesorgane kümmert sich der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dafür wird er mit jährlich 144.000 Euro entlohnt.

Frauenarzt

Jedes Jahr sterben etwa 18.000 Frauen an Brustkrebs, 48.000 Fälle werden diagnostiziert. Vorsorgeuntersuchungen sollten beim Frauenarzt gemacht werden. Er verdient mit 145.000 Euro etwas mehr als der HNO-Arzt.

Chirurg

Hier bereitet sich der Chirurg auf die Operation einer gebrochenen Hand vor. Er hat ein Jahreseinkommen von 148.000 Euro im Jahr.

Hautarzt

Mit diesem Vergrößerungsglas wird hier die Hautkrebs-Früherkennung durchgeführt. Für mehr als 218 000 Menschen ist die Diagnose tödlich. Der Hautarzt hat 155.000 Euro zur Verfügung.

Internist

Der Internist, der sich vor allem um Organe im inneren des Menschen wie Herz und Nieren kümmert, liegt mit seinem Verdienst bei 158.000 Euro im Jahr.

Urologen

Nach dem Organskandal - hier die Entnahme einer Niere im Universitätsklinikum Jena - haben vor allem Urologen an Prestige verloren. Ihrem Verdienst hat das bislang nicht geschadet: Mit 167.000 Euro Jahreseinkommen liegen sie auf Platz 4

Augenarzt

Erkrankungen wie der graue Star lassen sich mit diesem Gerät besonders gut erkennen. Mit einem Jahreseinkommen von 170.000 Euro im Jahr liegt der Augenarzt auf Platz 3 der bestverdienenden Mediziner in Deutschland.

Orthopäde

Künstliche Hüftgelenkkugeln aus Biokeramik mit einem vergrößerten Durchmesser von 36 Millimetern sind eine Entwicklung einer Orthopädie-Firma aus Ostthüringen. Neue Hüften, aber auch Prothesen verschreibt der Orthopäde. Mit 186.000 Euro Jahreseinkommen hätte es beinahe für den Spitzenplatz gereicht.

Radiologe

Radiologen verdienen mit Abstand am besten: Ihr Jahreseinkommen liegt bei 264.000 Euro; damit verdienen sie knapp 80.000 Euro mehr als der zweitplatzierte Orthopäde.

Von

afp

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Zimmer

05.02.2015, 15:14 Uhr

Alle reden von mehr Geld. Keiner redet von mehr Leistungen für den Krankenversicherten. Wie wäre es damit, aus der Mitte des Abrechnungssystems den Nutzen für beide Seiten zu beschaffen. Bekanntlich verdienen die am meistens am System, die nie einen Patienten zu Gesicht bekommen.

Herr Erich Humplik

05.02.2015, 16:49 Uhr

Die Bevölkerung wird seit Jahren ausgetauscht!!
2012 wanderten 740000 und 2013 800000 Bürger aus. Gute Ärzte und Krankenschwestern werden durch niedrige Löhne gezwungen auszuwandern. Wer will mit diesen Gehältern eine Wohnung kaufen oder ein Haus bauen.
Von der späteren Rente ganz zu schweigen.
Dafür kommen Bürger aus Osteuropa zu uns und schließen die Lücken; für einen billigen Lohn.
Und die Industrie wird gleichzeitig mit billigen Lohnarbeitern versorgt. Ausbildungskosten sparen sie auch.

Herr Niccolo Machiavelli

06.02.2015, 16:54 Uhr

Niedrige Löhne, das stimmt nun nicht.

Und niedergelassene Ärzte langen bei Privatpatienten oftmals ganz kräftig hin.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×