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04.01.2010

17:21 Uhr

Kommunen fürchten Klagen

Rechtsanspruch auf Krippenplatz in Gefahr

Den Kommunen steht das Wasser bis zum Hals, erste Leidtragende sind wohl die Kinder: Der Anspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige wackelt. Dabei wird das Modell vom eigenen Erfolg überrollt – mehr Eltern als geplant möchten Beruf und Familie vereinbaren, Geld für zusätzliche Plätze ist jedoch nicht vorhanden.

Betreuung im Kindergarten: Der Rechtsanspruch für unter Dreijährige wackelt. ap

Betreuung im Kindergarten: Der Rechtsanspruch für unter Dreijährige wackelt.

HB BERLIN. Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kleinkinder ab 2013 ist aus Sicht der Kommunen nicht zu halten. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürchtet, dass dann etwa eine halbe Million Plätze für unter Dreijährige fehlen. Der Verband sagte am Montag eine Klagewelle wütender Eltern voraus und mahnte Hilfe beim Bund an.

Hintergrund ist eine Forsa-Umfrage, wonach 66 Prozent der Eltern einen Krippenplatz für ihre Kleinkinder wünschen. Der Bund hatte beim Ausbaubeschluss auf 750.000 Plätze dagegen nur 35 Prozent Bedarf in der Altersgruppe unterstellt. Sollen stattdessen tatsächlich zwei Drittel der Kinder betreut werden, wären 1,3 Millionen Plätze und 150.000 zusätzliche Betreuer nötig, erklärte der Städte- und Gemeindebund.

„Das schaffen wir weder finanziell noch personell“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Der für 2013 vorgesehene Rechtsanspruch auf Betreuung für Ein- und Zweijährige „wird nicht einlösbar sein“. Vorhanden waren vergangenes Jahr nach Angaben des Verbands 417.000 Plätze.

Das Bundesfamilienministerium zeigte sich überrascht von der neuen Bedarfsprognose von 66 Prozent der Kleinkinder. Ermittelt worden sei ein Bedarf bei 35 Prozent der Altersgruppe, und das „ist die Grundlage, auf der das Gesetz beruht“, sagte ein Sprecher. Er fügte aber an: „Das Ziel ist selbstverständlich, eine bedarfsgerechte Betreuung in ganz Deutschland sicherzustellen. Und das Ministerium wird darauf achten, dass dieses Ziel erreicht wird.“

Landsberg mahnte die Regierung zum raschen Handeln. „Die Bundesregierung sollte auf diese Frage schnell eine Antwort finden“, sagte er. So könne man sich möglicherweise auf ein Betreuungsangebot für 35 Prozent der Kinder ab 2013 einigen und es danach langsam steigern.

Kommentare (1)

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Jonas

04.01.2010, 18:39 Uhr

Es ist ein Armutszeugnis, wenn eines der reichsten Länder der Erde schon so korrupt ist, daß Leute verlautbaren lassen, es wäre für Nachwuchs kein Geld da.

Geld ist immer nur für Amigos da, die banken bekamen gerade hunderte Milliarden, aber für Kinder reicht's angeblich nicht.

Geht's noch, ihr dreisten Politiker?
AbWÄHLEN! FÜR iMMER!!

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