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15.10.2014

16:54 Uhr

Kommunen überfordert

60 Prozent mehr Flüchtlinge in Deutschland

Die Flüchtlingswelle nach Deutschland reißt nicht ab. Viele Kommunen beklagen, dass der Zustrom von Asylbewerbern sie überfordert. Innenminister Thomas de Maiziere appelliert an die EU.

Die Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Karlsruhe. Die EU streitet derzeit darüber, wie Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden sollten. dpa

Die Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Karlsruhe. Die EU streitet derzeit darüber, wie Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden sollten.

BerlinDie Zahl der in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge steigt immer weiter an. Bis Ende September hätten 136.039 Menschen Asyl beantragt, teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch mit. Dies seien knapp 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum August stieg die Zahl um 7,1 Prozent und zum Vorjahresmonat um 41,5 Prozent.

Die meisten Personen stammen aus Syrien und Eritrea, gefolgt von Serbien und Afghanistan.

Innenminister Thomas de Maiziere rechnet für das Gesamtjahr mit rund 200.000 neuen Flüchtlingen in Deutschland – nach 130.000 im Jahr 2013.

Der CDU-Politiker fordert daher eine bessere Verteilung in der EU. Er beklagt, dass sich nur zehn EU-Staaten an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligten.

So kommen die Flüchtlinge nach Europa

Lampedusa

Lampedusa ist ein beliebtes Ziel für Flüchtlingsboote. Die italienische Mittelmeerinsel liegt nahe der nordafrikanischen Küste. Doch es gibt noch andere Routen über die Flüchtlinge nach Europa gelangen.

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2013

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 407

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Ukraine: 330
Afghanistan: 52
Vietnam: 47

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 5.634

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Afghanistan: 1.693
Syrien: 1.139
Kosovo: 979

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 12.962

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 8.241
Afghanistan: 2.488
Somalia: 760

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.515

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Albanien: 3.466
Mazedonien: 14
Georgien: 13

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 7.751

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 3.040
Nigeria: 684
Eritrea: 475

Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 56.446

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Eritrea: 17.829

Unbekannt: 9.494
Syrien: 8.588

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.331

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Mali: 783
Kamerun: 730
Guinea: 294

Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 146

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Marokko: 30
Mali: 24
Guinea: 16

Schweden und Deutschland nähmen die Hälfte der in Europa ankommenden Asylbewerber auf. Vor allem viele Kommunen klagen, der Zustrom von Asylbewerbern überfordere sie.

Von

rtr

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

15.10.2014, 17:33 Uhr

Wahnsinn, Deutschland ist das beliebteste Einwanderungsland in Europa. Und das obwohl die Deutschen lt. SPD und Grüne ja soooo böse sind und immer nur an sich denken ...

Wie viele Grüne und SPD-Mitglieder haben eigentlich schon ihr Privathaus zur Verfügung gestellt? Dann könnte man endlich mal die Abweichung zwischen Reden und Tun ermessen. Das Ergebnis dürfte ernüchternd aussehen ...

Unabhängig davon brauchen wir endlich eine geordnete Zuwanderung, so wie in den USA, Kanada, Australien, der Schweiz üblich.

Und nur die AFD steht dafür in Deutschland, das restliche politische Spektrum fabuliert nur und sät Chaos!

Herr walter danielis

15.10.2014, 17:40 Uhr

Aus Asylbewerbern sind Flüchtlinge geworden. Klingt viel besser, Gell.

Herr Peter Spiegel

15.10.2014, 17:52 Uhr

"Innenminister Thomas de Maiziere appelliert an die EU."

Geschwätz, Ausreden und Unfähigkeit, typisch Abnicker.

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