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29.01.2010

16:14 Uhr

Konflikt

Keine Belastungen durch A400M

VonSven Afhüppe

Die Kostenexplosion um das militärische Transportflugzeug A400M sollen den Bundeshaushalt nicht zusätzlich belasten. Es muss ohne Mehrausgaben beim Bund gehen - so die strenge Vorgabe von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Staatssekretär Rüdiger Wolf. EADS hingegen pocht weiter auf zusätzliches Geld.

Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Verteidigungsminister kündigt weitere Verhandlungen mit der EADS-Führung an. Reuters

Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Verteidigungsminister kündigt weitere Verhandlungen mit der EADS-Führung an.

BERLIN. Der Konflikt zwischen EADS und den europäischen Abnehmerstaaten um die Kostenexplosion beim Militärtransporter A400M soll nach Ansicht des Verteidigungsministeriums nicht zusätzlich den Bundeshaushalt belasten. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Staatssekretär Rüdiger Wolf kündigten vor dem Haushaltsausschuss des Bundestages an, dass man in den weiteren Verhandlungen keine Zugeständnisse eingehen werde, die zu Mehrausgaben beim Bund führen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Teilnehmerkreisen. Wie der Bund mit den anderen europäischen Ländern einen Ausweg aus dem Streit um milliardenschwere Zusatzbelastungen finden will, habe zu Guttenberg verschwiegen, hieß es weiter.

EADS pocht weiter darauf, dass die sieben europäischen Regierungen für den Kauf der insgesamt 180 Militärtransporter zusätzlich 5,2 Mrd. Euro aufbringen. Damit steigt dies Gesamtsumme des Rüstungsprojekts auf 25,2 Mrd. Euro. Die A400M-Kunden lehnen die Forderungen des Rüstungskonzerns ab.

Verteidigungsminister zu Guttenberg kündigte zudem weitere Verhandlungen mit der EADS-Führung an. Dies geschehe aus sicherheitspolitischen Gründen, da das Transportflugzeug ohne Alternative sei, betonte der Minister nach Angaben von Teilnehmern. Möglicherweise seien die sieben Nationen bereit, zwei Mrd. Euro zusätzlich aufzubringen. Der deutsche Anteil könne jedoch so erbracht werden, dass für den Bund keine Mehrkosten außerhalb des Vertrags entstünden. SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider fordert dagegen, dass für die entstandene Managementfehler allein der Rüstungskonzern EADS haften müsse.

Kommentare (2)

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Andreas

28.02.2010, 15:22 Uhr

Zu.: Keine belastungen durch A400M


Die AiRTRUCK AN-7X ist sicher nicht die einfachste Lösung für den strategischen Lufttransport in Europa. Aber sie ist bestimmt die vernünftigste. Die Gesamte beschäftigungswirkung für Deutschland wären ca. 50.000 Arbeitsplätze bei den A400M hingegen nur ca. 10.000 Arbeitsplätze!

Jetzt heißt es nicht die Nerven zu verlieren ! Verweigert die bundesregierung die Übernahme der aberwitzigen Mehrkosten für Entwicklung und bau des Militärtransportflugzeugs A400M, wird das Signalwirkung auf die branche entfalten. Ganz im Sinne der Steuerzahler. Zweifellos ist es schlimm, wenn Frankreichs / Europas Rüstungsprojekt scheitert.
Jetzt kommt es darauf an, daß Airbus mit seiner dreisten 11,3 Milliarden Euro Nachforderung für den A400M nicht durchkommt !
Zu den größten Fehlern zählt mit Sicherheit das es kein Controlling beim A400M Projekt gegeben hat. Spätesten nach dem der Termin für den geplante First Flight im Sommer 08 verstrichen war, hätten die Alarmglocken klingeln müssen ! Nach den Ursprünglichen Planung sollte der First Flight schon am 06.06.2006 durchgeführt werden.

Festzuhalten ist:

Die Option AN-7X war Ende der neunziger Jahre nicht nur eine Alternative zur A400M; sie wurde aus guten Gründen von den Fachleuten des bMVg und des bundesamtes für Wehrtechnik und beschaffung favorisiert.
Es ging dabei nicht um Kauf !
Es gibt keinen vernünftigen Grund, bei einem endgültigen Scheitern des A400M-Projektes die AN-7X nicht wieder in betracht zu ziehen – auch wenn inzwischen zehn Jahre vertan wurden.

Auszug / Pressemitteilung Antonow vom 18.12.2008

Das wichtigste Dokument der Ausschreibung, nämlich die an die Leitung des bMVg gerichtete Vorlage der Rüstungsabteilung mit der bewertung der An-7x, der A400M und des Mischangebots von C-130J und C-17 und dem Vorschlag zum weiteren Vorgehen, ist bis heute nicht öffentlich zugänglich. Das wesentliche Ergebnis wurde
aber innerhalb von DASA und Airbus bekannt und in briefen mit größerem Verteiler z.T. wörtlich zitiert. Das gleiche
gilt für die abschließende Stellungnahme des Generalinspekteurs als Planungsbeauftragten für das bMVg.

Die Stellungnahme des nach dem Planungserlaß zuständigen Generalinspekteurs an den Minister wird in einem internen Schreiben der DASA von Anfang August 1999 wie folgt wiedergegeben.

Die Gesamtbewertung des Generalinspekteurs unterstreiche das Ergebnis von Rü/bWb und komme zu einem für die DASA äußerst kritischem Gesamtergebnis:

Die An-7x sei unter berücksichtigung aller wesentlichen Kriterien ( sicherheitspolitisch und militärpolitisch, technisch-operativ, finanziell und industriepolitisch ) eindeutig die bessere Alternative.




in einzelnen:

- Das Delta bei den beschaffungskosten betrage 3,5 Milliarden DM
- Gunstige Life-Cycle-Kosten
- Entwicklungsvorsprung und frühere Einführung
- Qualitativ hochwertiger Work Share
- Leistungswerte oberhalb ESR
- Politische Signalwirkung (Ende des Kalten Krieges).


Lösung beim A400M :

Als sofort Maßnahme, um die Lebenswegkosten gering zu halten müßten

3 x C-17A Globemaster iii

&

3 x An-124-300 Condor

beschafft werden !


Die unendliche Geschichte A400M ( ehemals FLA / FTA ) beenden und das Gemeinschaftsunternehmen AiRTRUCK „wiederbeleben“.
Das damalige Flugzeug Projekt AN-7X mit den verwertbaren Teilen aus den A400M Projekt zu einen neuen Flugzeug verschmelzen. Die Produktionsstätte kann auf den ehemaligem Militär Flugplatz
Rheine / Hopsten errichtet werden !

PS.: Vergleich aktuelle Transportflugzeuge

- A400M, max. Nutzlast beträgt 37.000 kg 1. / max. Reichweite bei 20 t. Zuladung : 6575 km / Stück Preis 173 Mio. €
- An-124-300, max. Nutzlast beträgt 150.000 kg / max. Reichweite bei 150 t. Zuladung : 8130 km / Stück Preis ca. 160-200 Mio. €
- C-17A, max. Nutzlast beträgt 77.500 kg / max. Reichweite bei 50 t Zuladung : 6.900 km / Stück Preis 164,48 Mio. € 2.
- C-130J-30, max. Nutzlast beträgt 21.625 kg / max. Reichweite bei 20 t Zuladung : 5240 km / Stück Preis 62,17 Mio. € 2
- AN-7X, max. Nutzlast beträgt 47.000 kg / max. Reichweite bei 20 t Zuladung : ca.7000 km / Stück Preis 60-80 Mio. €

1. Laut Vertrag sollte aber die Möglichkeit bestehen, das 41 Tonnen schwere Vehikel PUMA zu transportieren.
2. Der Stück Preis bei einer Los Größe von nur 3 Flugzeuge. Quelle : FY 2010 House Defense Appropriations bill (HR 3326). Es ist Anzunehmen das bei einer Lizenz Fertigung der genannte Preis gehalten werden kann.

Andreas Sloot

03.03.2010, 17:39 Uhr

betreff: A400M

Mehr als nur Pfeifen im Wald !


Die AiRTRUCK AN-7X ist sicher nicht die einfachste Lösung für den strategischen Lufttransport in Europa. Aber sie ist bestimmt die vernünftigste. Die Gesamte beschäftigungswirkung für Deutschland wären ca. 50.000 Arbeitsplätze bei den A400M hingegen nur ca. 10.000 Arbeitsplätze !
Jetzt kommt es darauf an, daß Airbus mit seiner dreisten 11,3 Milliarden Euro Nachforderung für den A400M nicht durchkommt !
Es gibt keinen vernünftigen Grund, bei einem endgültigen Scheitern des A400M-Projektes, die AN-7X nicht wieder in betracht zu ziehen. Auch wenn inzwischen zehn Jahre vertan wurden.

Lösung beim A400M :

Projektabbruch bei A400M ( ehemals FLA / FTA ) und Neustart des AirTruck Projektes.
Das damalige Flugzeug Projekt AN-7X mit den verwertbaren Teilen aus den A400M Projekt zu einen neuen Flugzeug verschmelzen.
Für die Endmontage bittet sich der ehemaliger NATO Flugplatz Rheine / Hopsten an !
Schon Altbundeskanzler Helmut Kohl, wollte seiner Zeit die AN-7X beschaffen.

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