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20.01.2015

08:14 Uhr

Konfliktforscher

Terrorangst führt zu stärkerer Diskriminierung

Konfliktforscher Andreas Zick befürchtet eine stärkere Diskriminierung von Muslimen. Grund sei die Terrorangst der Menschen. In einem anderen Punkt habe die Bevölkerung aber dazugelernt.

Andreas Zick ist der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld. dpa

Andreas Zick ist der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld.

BerlinDie wachsende Angst vor islamistischem Terror könnte in Deutschland nach Einschätzung des Konfliktforschers Andreas Zick zu einer stärkeren Diskriminierung von Muslimen führen. Studien zeigten, dass Terrorangst bei Menschen, die ohnehin an Stereotype und Vorurteile glauben, eine Verfestigung dieses Denkschemas bewirken, sagte Zick der Deutschen Presse-Agentur. „Im schlimmsten Falle aber führt Bedrohung direkt zur Forderung nach einer stärkeren Diskriminierung“, erläuterte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld.

In Sachen Terrorbekämpfung habe die Bevölkerung allerdings in den vergangenen Jahren dazugelernt, betonte Zick. Es werde immer deutlicher, wie schwierig es für die Behörden sei, neue Formen des Terrors zu bekämpfen. Dazu gehörten der Terror von Menschen, die in Deutschland aufgewachsen seien, oder der „Einsamer-Wolf-Terrorismus“, also Aktionen von Einzelnen oder kleinen Zellen.

Islamistische Szene in Deutschland

Salafisten in Deutschland

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene in Deutschland. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 7000 Leute werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet. 2011 waren es noch etwa halb so viel. Besonders stark sind die Salafisten in Nordrhein-Westfalen vernetzt.

Millitante Islamisten

Mindestens 600 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl geht seit langem kontinuierlich nach oben. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Kämpfer kehren zurück

Etwa 200 der Ausgereisten sind inzwischen wieder in Deutschland. Aber nur von einem kleinen Teil davon – etwa 35 Personen – ist bekannt, dass sie aktiv am bewaffneten Konflikt beteiligt waren. Rund 60 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz in Syrien und dem Irak gestorben. Mindestens zehn sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft. Dies sind aber nur die bekannten Fälle.

Diese Islamisten sind gefährlich

Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1000 Menschen in Deutschland werden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zugeordnet. Darunter sind 260 sogenannte Gefährder, also Menschen, denen die Polizei zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter. Diese machen den Sicherheitsbehörden große Sorgen, weil sie oft radikalisiert zurückkommen - und zum Teil kampferprobt.

Knapp zwei Wochen nach den Terrorattacken auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Paris hatte die Polizei an diesem Montag eine geplante Kundgebung der Pegida-Bewegung in Dresden wegen einer konkreter Terrordrohung verboten. Auch eine Gegendemonstration wurde untersagt.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

20.01.2015, 08:39 Uhr

Jetzt wird der Versuch von den Grün-Sozialistischen Medien und Sympatisanten also schon unternommen, die deutsche Gesellschaft für den "Guten" Islamischen Terror zu begeistern. Die deutsche Gesellschaft soll sich also mit dem IS-Terror soldarisch zeigen, damit wir die Muslime nicht diskriminieren. IS-Terror wird also zum Tabu erklärt. Es kommt noch der Tag, an dem der Rote Teppich in Berlin für den Terror ausgerollt wird.

Herr Peter Spiegel

20.01.2015, 09:11 Uhr

Herr Marc Hofmann@
..in Berlin für den Terror ausgerollt wird"
Das ist doch längst der Fall, denken Sie an die Firmenbeteiligungen der Saudis. Islam-Murksel und die Räuber tun doch alles um in Europa Krisen zu verursachen.

Herr Teito Klein

20.01.2015, 09:23 Uhr

Ein sureallistischer Roman
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Wohin diese Dekadenz der Politik führt, kann man im neuen Roman von Michel Houellbercq "Submission" nachlesen.

Das kann man auch auf Deutschland übertragen!

Achtung! Ironie!

Wir schreiben das Jahr 2021
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Gerade haben die Bundestagswahlen stattgefunden.
Bernd Lucke (AfD) hat den ersten Wahlgang klar gewonnen.

Damit er aber in der Stichwahl nicht als Sieger hervorgeht, schließen sich CDU, SPD, Grüne und Linke mit den Salafisten zusammen. Diese gewinnen die Wahl. Pierre Vogel ist Bundeskanzler.

Ab sofort gilt in Deutschland die Scharia. Die Polizei wird zur Scharia-Polizei. Über dem Reichstag weht die islamische Fahne.
Das Freitagsgebet ist Plicht. Frauen müssen Burka tragen.

Deutschland hat sich abgeschafft!
Es lebe MultiKulti!

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