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05.01.2011

07:35 Uhr

Konjunktur

Der Winter friert das Jobwunder ein

VonDietrich Creutzburg

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt sind weiter blendend. Nur der frostige Dezember hat die Prognostiker auf dem falschen Fuß erwischt. Der letzte, eher symbolische Glanzpunkt des deutschen Jobwunders in 2010 fiel dem Wintereinbruch zum Opfer. Dennoch soll sich der günstige Gesamttrend trotz Kälte fortsetzen. Die Industrie schafft weiter neue Stellen.

Baustelle in Rostock: Schnee und Eis bremsen den Aufschwung dpa

Baustelle in Rostock: Schnee und Eis bremsen den Aufschwung

BERLIN. Weil die Arbeit am Bau und in anderen Außenberufen diesmal früher ruhen musste als üblich, sprang die Arbeitslosigkeit doch schon im Dezember wieder ganz knapp über die Schwelle von drei Millionen. Exakt 3 015 715 Menschen waren am Jahresende bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) als erwerbslos registriert. Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat November fiel mit plus 84 545 wieder etwas stärker aus als Ende 2009.

Doch selbst Frank-Jürgen Weise, der stets vorsichtig formulierende BA-Chef, sieht darin keinen Grund zu neuer Sorge: "Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie Anfang der 90er-Jahre", sagte er. Und nach der starken Konjunkturerholung seien auf dem Arbeitsmarkt auch sonst nur noch wenige Spuren der Wirtschaftskrise sichtbar.

Auf einer Linie mit den meisten Konjunkturforschern erwartet auch Weise, dass die Arbeitslosigkeit 2011 erstmals seit fast zwei Jahrzehnten selbst im Jahresdurchschnitt wieder auf oder gar knapp unter drei Millionen sinkt. Das wäre im Vergleich zum Erfolgsjahr 2010 noch einmal ein Rückgang von 250 000 oder acht Prozent. Was für ein Umschwung das ist, zeigt der Vergleich mit den Prognosen von vor einem Jahr: Damals gingen die meisten Experten noch von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Richtung vier Millionen aus.

Dass sich der günstige Gesamttrend trotz des kalten Winters fortsetzt, dafür sprechen gleich zwei Faktoren: Zum einen läuft seit einigen Jahren ein auffallend stetiger Personalaufbau in den Gesundheits- und Pflegeberufen - er half dem Arbeitsmarkt bereits in der Krise mit Zuwachsraten von drei Prozent und mehr. Zum anderen aber übernimmt dank des Exportbooms allmählich auch die Industrie wieder ihre alte Funktion als Jobmotor, wie die nach Wirtschaftszweigen aufgeschlüsselte BA-Statistik zeigt.

Danach ist die Zahl der Beschäftigten im Industriesektor seit Oktober, gemessen am entsprechenden Vorjahresstand, erstmals seit der Krise wieder praktisch stabil. Noch im Oktober 2009 hatten die Statistiker hier einen Beschäftigungsabbau von mehr als vier Prozent ermittelt. Selbst im Juni 2010 beschäftigte der Industriesektor noch fast zwei Prozent weniger Arbeitskräfte als ein Jahr zuvor.

Kommentare (2)

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Blender

05.01.2011, 09:07 Uhr

Es wird behauptet dass es seit fast 20 Jahren nicht mehr so wenig Arbeitslose gab. Wenn man alle paar Jahre die Regeln für die Zählung ändert und immer weniger gruppen von Arbeitslosen zählt kommt man auf immer weniger. So vergleicht man Äpfel mit birnen. Ca. 50% der Arbeitslosen werden schon gar nicht mehr gezählt!!! Wie kann es auch sein dass die Städte immer mehr für soziale Aufwendungen ausgeben müssen wenn wir ein Jobwunder haben wie es in denletzten Monaten behauptet wird? Winston Churchill hast schon gesagt "Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast"

Morchel

05.01.2011, 11:45 Uhr

So sieht er aus der Aufschwung, den es nicht gibt. Wir hören nun schon durch die erfolgsmeldung hindurch wie sich der Abgesang anhört. Wr gaben unser bestes werden sie sagen, nur leider tragen unsere bemühungen des tricksen, tarnen, Täuschen nicht wirklich dazu bei die realitäten zu verdrängen, denn die bevölkerung spürt ab Januar die Mehrbelastungen sofort. All die Schönredereien der letzten Jahre durch Wirtschaft und politik führten nur dazu die Umverteilung zu verschleiern und es war euch vollkommen egal die bevölkerung über die klinge springen zu lassen. Wir nähren uns nun dem Abgrund immer schneller trotz allen Rettungsversuchen. Heucheln hilft noch ein wenig, um so brutaler die ein schnitte der Enteignung durch die Geldentwertung,die Spareinlagen der bürger sind nicht sicher im Gegenteil.

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