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23.11.2015

10:03 Uhr

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft legt zu

Gute Nachrichten zur Konjunktur in Deutschland: Trotz der schwachen Weltwirtschaft steigt der Einkaufsmanagerindex überraschend um 0,7 Punkte. Der Zuwachs ist vor allem den Dienstleistern zu verdanken.

ARCHIV - Monteure arbeiten am 15.01.2007 an der Fassade im Hangar des neuen DHL-Luftfrachtdrehkreuzes auf dem Flughafen Leipzig/Halle an der Verlegung von Haustechnik. Die schwächelnde Weltkonjunktur dürfte das Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal etwas gebremst haben. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

ARCHIV - Monteure arbeiten am 15.01.2007 an der Fassade im Hangar des neuen DHL-Luftfrachtdrehkreuzes auf dem Flughafen Leipzig/Halle an der Verlegung von Haustechnik. Die schwächelnde Weltkonjunktur dürfte das Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal etwas gebremst haben. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

BerlinDie deutsche Wirtschaft geht ungeachtet der Terroranschläge von Paris und der flauen Weltkonjunktur mit Schwung in den Jahresendspurt. Der gemeinsame Einkaufmanagerindex für Industrie und private Dienstleister kletterte im November überraschend um 0,7 auf 54,9 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu ihrer Umfrage unter 1000 Unternehmen mitteilte. Die meisten Antworten gingen nach den Pariser Anschlägen ein. Bereits ab 50 Punkten signalisiert das Barometer ein Wachstum.

„Das Wirtschaftswachstum hat sich in Deutschland im November weiter beschleunigt“, erklärte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Ein Grund dafür seien steigende Aufträge. „Unterm Strich verbuchten die Unternehmen beim Neugeschäft sogar das höchste Plus seit zwei Jahren“, sagte Kolodseike.

„Und es sieht ganz danach aus, als ob die Unternehmen auch in den kommenden Monaten gut zu tun haben werden“, sagte der Experte. Denn die Auftragsbestände legten mit einer der höchsten Raten der vergangenen viereinhalb Jahre zu. Das belebt auch den Arbeitsmarkt. „Der Jobaufbau fiel wegen der guten Nachfrageperspektiven so stark aus wie seit Dezember 2011 nicht mehr“, sagte Kolodseike.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Die gute Entwicklung ist vor allem den Dienstleistern zu verdanken. Hier kletterte das Barometer überraschend um 1,1 auf 55,6 Punkte, den besten Wert seit mehr als einem Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 54,3 Zählern gerechnet. Dagegen legte das Industrie-Barometer nur um 0,5 auf 52,6 Zähler zu. Hier hatten Experten einen leichten Rückgang vorhergesagt.

Von

rtr

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