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24.08.2016

09:30 Uhr

Konjunktur

Exporte schieben Wirtschaftswachstum an

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zugelegt. Vor allem steigende Ausfuhren sorgten für das Wachstum. Denn aus dem Inland kamen „gemischte Signale“.

Die Exporte sind zwischen April und Juni um 1,2 Prozent zum Vorquartal gestiegen. dpa

Hamburger Hafen

Die Exporte sind zwischen April und Juni um 1,2 Prozent zum Vorquartal gestiegen.

WiesbadenDas Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent im zweiten Quartal geht im Wesentlichen auf die Exporte zurück. Die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen legten gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Die Importe dagegen seien um 0,1 Prozent zurückgegangen. Der Exportüberschuss habe damit den größten Impuls zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) beigetragen - rechnerisch 0,6 Prozentpunkte.

„Gemischte Signale“ seien aus dem Inland gekommen, erläuterten die Statistiker. Die privaten Haushalte hätten zwar ihre Konsumausgaben „geringfügig“ um 0,2 Prozent gesteigert und die staatlichen Konsumausgaben hätten um 0,6 Prozent zugelegt. Doch die Investitionen gingen den Angaben zufolge im Vergleich zum ersten Quartal zurück. In Ausrüstungen flossen 2,4 Prozent weniger Geld, bei Bauten betrug das Minus 1,6 Prozent.

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Zugleich wurden den Angaben zufolge Vorräte leicht abgebaut, und zwar um 0,1 Prozent. Insgesamt hätten somit die Vorgänge im Inland das BIP-Wachstum um 0,2 Prozentpunkte gedrückt. Das Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent im zweiten Quartal hatte das Statistische Bundesamt bereits am 12. August bekanntgegeben. Am Mittwoch veröffentlichte es nun ausführliche Zahlen.

„Diesmal kam das Wachstum vom Außenhandel und nicht von der Binnennachfrage“, kommentierte Holger Sandte, Volkswirt der Nordea Bank, die BIP-Daten. „Mit Blick auf die womöglich weiter steigenden Ölpreise dürfte der größte Schwung beim privaten Verbrauch hinter uns liegen.“ Die weiteren Aussichten für die Konjunktur seien trotz einiger Risiken „ordentlich“. „Der beträchtliche Überschuss im Staatshaushalt lässt Raum, zum Beispiel bei den staatlichen Investitionen nachzulegen."“

ING-Volkswirt Carsten Brzeski sieht eine Normalisierung beim Wachstum. „Der private Konsum dürfte ein wichtiger Wachstumstreiber bleiben angesichts der niedrigen Inflation, geringer Zinsen, dem guten Arbeitsmarkt und steigenden Löhnen“, sagte Brzeski. „Die Achillesferse der Wirtschaft bleibt der Mangel an neuen Investitionen. Um die Investitionen in einer alternden Gesellschaft anzuschieben, bedarf es der Unterstützung von Seiten der Regierung.“

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