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22.03.2016

10:57 Uhr

Konjunktur

Ifo-Index steigt überraschend stark

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich wieder verbessert. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts legt von 105,7 Zählern auf 106,7 Punkte zu. Was die Gründe für den Anstieg des Konjunkturbarometers sind.

Die Einkaufslaune in Deutschland ist gut. Die Verbraucher geben ihr Geld aus, statt es zu sparen. dpa

Deutsche Verbraucher stützen die Konjunktur

Die Einkaufslaune in Deutschland ist gut. Die Verbraucher geben ihr Geld aus, statt es zu sparen.

BerlinDie Stimmung der deutschen Firmenchefs hellt sich nach einem Durchhänger zum Jahreswechsel wieder auf. Der Geschäftsklima-Index stieg im März überraschend deutlich von 105,7 Punkten auf 106,7 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Nach drei Rückgängen in Folge hatten von Reuters befragte Ökonomen nur mit einem leichten Anstieg auf 106,0 Zähler gerechnet.

„Die deutsche Wirtschaft startet weniger skeptisch in den Frühling“, sagte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate als auch ihre Lage besser als zuletzt.

„Der Ifo-Index hat sich nach drei Rückgängen in Folge erholt, was positiv zu bewerten ist“, kommentierte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg den Anstieg des Konjunkturbarometers. „Dazu beigetragen haben dürften die etwas nachlassenden globalen Wachstumssorgen sowie die Beruhigung an den Finanzmärkten.“ Der Index liege wieder oberhalb des Durchschnittswertes der letzten zehn Jahre.

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Die Kauflaune der Verbraucher in der Euro-Zone hat sich im März überraschend eingetrübt. In Deutschland hat sich die Stimmung wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt und der geringen Inflation zuletzt aufgehellt.

Im Verarbeitenden Gewerbe, im Groß- und im Einzelhandel kletterte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer jeweils, während sich die Stimmung am Bau etwas abkühlte. Die Betriebe seien wieder zuversichtlicher, sagte DZ-Bank-Ökonom Michael Holstein. „Die schlimmsten Befürchtungen im Hinblick auf eine globale Rezession, die noch vor einigen Wochen grassierten, waren übertrieben. Die internationalen Aktien- und Rohstoffmärkte haben sich seither wieder erholt.““

Auch KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sieht die deutsche Wirtschaft nach den jüngsten Börsenturbulenzen auf gutem Kurs: „Der Frühling kommt, der Nebel der vergangenen Monate verzieht sich und gibt den Blick auf eine insgesamt gute wirtschaftliche Entwicklung frei.“

Zuletzt hatte die EZB aus Sorge um die schwache Konjunkturerholung im Euro-Raum und wegen der aus Sicht der Notenbank zu niedrigen Inflation den Leitzins auf das Rekordtief von null gesenkt. Zudem haben die Währungshüter ihre umstrittenen Anleihenkäufe deutlich ausgeweitet.

Die DZ Bank rechne für das laufende Jahre ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, erklärte Ökonom Holstein. Auch andere Experten trauen der deutschen Wirtschaft ein Wachstum von knapp zwei Prozent zu. Grund ist die gute Kauflaune der Verbraucher, die dank Rekordbeschäftigung und Mini-Inflation die Konjunktur anschiebt. Pessimisten rechnen allerdings nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,3 Prozent, nachdem es 2015 noch 1,7 Prozent waren.

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rtr

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