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14.10.2015

12:34 Uhr

Konjunktur

Regierung senkt Wachstumsprognose leicht

Die Bundesregierung korrigiert ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach unten – jedoch nur leicht. Die anhaltende gute Wirtschaftslage wird vor allem durch drei Faktoren getragen.

Das Wachstum werde vor allem getragen durch die gute Lage am Arbeitsmarkt, steigende Einkommen und die Kauflaune der Verbraucher. dpa

Einzelhandel

Das Wachstum werde vor allem getragen durch die gute Lage am Arbeitsmarkt, steigende Einkommen und die Kauflaune der Verbraucher.

Berlin Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr moderat abgesenkt. Statt der im Frühjahr erwarteten 1,8 Prozent steige das Bruttoinlandsprodukt 2015 voraussichtlich um 1,7 Prozent, teilte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch in Berlin mit. Für das kommende Jahr rechnet die Regierung demnach weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich „trotz der gedämpften weltwirtschaftlichen Perspektiven mit einem schwächeren Wachstum in China und in rohstoffreichen Schwellenländern auf einem guten Weg“, betonte Gabriel. Das Wachstum werde vor allem getragen durch die gute Lage am Arbeitsmarkt, steigende Einkommen und die Kauflaune der Verbraucher.

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Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten vor einer Woche in ihrem Herbstgutachten bekanntgegeben, dass sie keinen Einbruch der deutschen Konjunktur in Folge der VW-Krise erwarten. Für dieses Jahr revidierten sie ihre Wachstumserwartungen leicht von 2,1 auf nunmehr 1,8 Prozent nach unten. 2016 soll die deutsche Wirtschaft ebenfalls um 1,8 Prozent zulegen. Das erfuhr das Handelsblatt aus mit dem neuen Herbstgutachten der Institute vertrauten Kreisen. Das Gutachten wird am Donnerstag veröffentlicht.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Die hohe Zahl an Flüchtlingen, die ab dem kommenden Jahr auch zunehmend auf den Arbeitsmarkt drängen, wird dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit 2016 erstmals seit Jahren wieder steigen wird, so das Gutachten.

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