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27.09.2012

12:23 Uhr

Konjunkturflaute

Arbeitslosenzahl fällt geringer als üblich

Die Konjunkturflaute schlägt sich auf dem Arbeitsmarkt nieder. Im September ist die Zahl der Arbeitslosen gefallen, doch die ist Herbstbelebung schwächer als üblich. Experten hatten einen stärkeren Rückgang erwartet.

Nur geringer Rückgang bei Arbeitlosenzahlen

Video: Nur geringer Rückgang bei Arbeitlosenzahlen

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NürnbergDie Konjunkturschwäche wirft immer größere Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt, der sich dem europäischen Abwärtssog aber weiter entzieht. Die Zahl der Arbeitslosen ging im September zwar um 117.000 zurück und die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 6,5 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Der Rückgang war aber geringer als für die im September einsetzende Herbstbelebung üblich. Insgesamt registrierte die Behörde 2,788 Millionen Arbeitslose. Das waren nur noch 7000 weniger als vor einem Jahr. Wenn sich der Trend der vergangenen Monate fortsetzt, könnte die Arbeitslosenzahl im Oktober erstmals seit zweieinhalb Jahren im Jahresvergleich wieder ansteigen. Für Januar erwartet die BA wieder über drei Millionen Arbeitslose.

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"Wer in Beschäftigung ist, hat eine gute Chance, drin zu bleiben", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "In Beschäftigung reinzukommen wird etwas schwieriger." Das Risiko, seinen Job zu verlieren, sei nicht gestiegen. Allerdings würden die Unternehmen zurückhaltender mit Neueinstellungen. "Das geringe Wirtschaftswachstum führt zu einer schwächeren Entwicklung am Arbeitsmarkt. Insgesamt ist die Verfassung sehr robust." Es ist die geringste Arbeitslosenzahl in einem September seit 1991.

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich um 9000 und damit den sechsten Monat in Folge. Die BA begründete dies damit, dass weniger Erwerbslose durch Arbeitsmarktprogramme aus der Statistik fallen. Dies zeige sich in der Unterbeschäftigung, die auch Statistik-Entlastungen durch Förderprogramme berücksichtigt. Sie sank im Vorjahresvergleich um 174.000 und damit stärker als die Arbeitslosigkeit.

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"Es ist keine Trendwende", betonte Weise. Im Arbeitsmarkt habe sich die Grundtendenz einer nachlassenden Dynamik fortgesetzt. Den Warnzeichnen eines auf hohem Niveau nachlassenden Stellenangebots und einer saisonbereinigt steigenden Arbeitslosigkeit stehe eine weiter wachsende Beschäftigtenzahl gegenüber. Auch von der Kurzarbeit gingen keine Warnsignale aus. Firmen hätten zwar Beratungsbedarf. Aber die beantragte Kurzarbeit sei auf normalem Niveau.

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Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist mit den aktuellen Arbeitslosenzahlen zufrieden. Trotz des unruhigen Umfelds im Euro-Raum zeige sich der deutsche Arbeitsmarkt „relativ robust“, sagte sie in Berlin. „Arbeit ist nach wie vor da“, betonte die Ministerin. Sie räumte aber auch ein, dass die Dynamik nachgelassen habe und die Arbeitslosen-Statistik daher „eine Seitwärtsbewegung“ aufweise. Es gebe zwar keine Entlassungen, aber bei Neueinstellungen seien die Unternehmen eher zögerlich.

Kommentare (11)

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whisky

27.09.2012, 10:18 Uhr

"Experten hatten einen stärkeren Rückgang erwartet."
Experten halt.

Welche_Ueberraschung

27.09.2012, 10:24 Uhr

Och. Echt. Wen wundert's.

Mal sehen, wie lange sie die Zahlen noch derart fälschen können, bis sie zugeben müssen, daß es wieder aufwärts geht mit den Arbeitslosen-Zahlen.

Sorry, die westliche Welt ist pleite und die Firmen haben in den letzten Monaten weltweit angefangen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Gewinne noch bestmöglich (auch gegenüber der Fake-Börse) verteidigen zu können.
Und welche Maßnahmen könnten das sein?
Richtig, Leute entlassen ... Tendenz steigend ...

Gast

27.09.2012, 10:54 Uhr

Wenn jetzt jedes Jahr zusätzlich 100.000 - 200.000 Leute in Rente gehen, dann müssen die derzeit gar nicht so viel fälschen. Die Effekte werden natürlich verschwiegen. Mit Sicherheit werden die außerdem auch nicht von Leuten ersetzt, die das gleiche Gehalt bekommen.

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