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19.12.2013

12:09 Uhr

Konjunkturforschung

IFW warnt vor Inflation und sogar Rezession

Die Wirtschaft boomt, Preise, Löhne und Zinsen steigen. Was sich erst einmal positiv anhört, ist der Vorbote von eher unangenehmen Entwicklungen: Auf jeden Boom folgt auch eine Rezession, warnen nun Wirtschaftsforscher.

Eine überhitzte Konjunktur suggeriert Unternehmen meist falsche Eckdaten, sie produzieren schließlich zu viel und die Wirtschaftslage kippt. dpa

Eine überhitzte Konjunktur suggeriert Unternehmen meist falsche Eckdaten, sie produzieren schließlich zu viel und die Wirtschaftslage kippt.

BerlinDas Kieler IfW-Institut sagt der deutschen Wirtschaft einen kräftigen Aufschwung mit deutlich steigenden Preisen voraus. Im Jahr 2015 dürfte die Inflationsrate auf 2,5 Prozent kletterten und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009, teilten die Forscher am Donnerstag mit. „Gegen Ende 2014 wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich die Schwelle zur Hochkonjunktur überschreiten.“ Das Wachstum werde sich von 1,7 Prozent im nächsten Jahr auf 2,5 Prozent 2015 beschleunigen. Auf mittlere Sicht sei es wahrscheinlich, dass die Konjunktur wegen der niedrigen Zinsen „sogar überhitzt“. Dann dürften die Inflationsrisiken zunehmen, zudem drohten „ausgeprägte Preissteigerungen am Immobilienmarkt“.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Als überhitzt gilt Experten zufolge eine Volkswirtschaft, die unter Volldampf läuft – mit steigenden Preisen, Löhnen und Zinsen. Die Märkte sind dann meist übersättigt und die Konjunktur kippt in Richtung Abschwung, wenn Firmen in Erwartung zu hoher Nachfrage zu viel produzieren und Probleme bekommen. „Das sind schlechte Nachrichten für Deutschland, weil dann auf einen Boom unweigerlich eine Rezession folgt“, sagte IfW-Experte Stefan Kooths. Damit hätte die Wirtschaftspolitik ihr Ziel verfehlt.

Der Koalition von Union und SPD stellen die Kieler ein bescheidenes Zeugnis aus. Die Pläne der neuen Bundesregierung „tragen nicht zur Stärkung, sondern eher zur Schwächung der Wachstumskräfte bei“. Der gesetzliche, flächendeckende Mindestlohn etwa, der 2015 mit Ausnahmen eingeführt werden soll, dürfte dafür sorgen, dass mittelfristig 100.000 bis 500.000 Jobs weniger geschaffen werden oder verloren gehen, so vermuten die Forscher.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Hedgehog

19.12.2013, 13:10 Uhr

Ist das ein Scherzartikel?

Boom bei einem BIP Wachstum von 0,5%? Löhne und Zinsen steigen? Der Zins liegt am Boden, die realen Löhne sind geschrumpft. Vollauslastung? Die Stahlindustrie samt ThyssenKrupp, ArcelorMittal, Salzgitter beschweren sich über Überproduktionen im Stahlsektor, da die Baukonjunktur aufgrund der Zurückhaltung des öffentlichen Sektors nicht anspringt. Die Aussichten f. 2014 sind nur moderat. Andere Ökonomen befürchten daher Deflation statt Inflation. Was soll ich nun glauben?

RumpelstilzchenA

19.12.2013, 13:28 Uhr

IFW warnt? Was wir ohnehin schon wissen. Die Inflation liegt bei 5%!

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