Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2016

13:09 Uhr

Konjunkturprognose der Wirtschaftsweisen

Aufschwung verliert an Tempo

Der Sachverständigenrat hatte noch im November ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent in Deutschland erwartet. Nun rechnen die Wirtschaftsweisen nur noch mit einem Plus von 1,5 Prozent. Was die Gründe dafür sind.

Der hohe Konsum stützt die deutsche Wirtschaft. dpa

Einkaufslaune in Deutschland

Der hohe Konsum stützt die deutsche Wirtschaft.

FrankfurtDer Konjunkturaufschwung in Deutschland verliert nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen wegen der Abkühlung in China und anderen Exportmärkten etwas an Tempo. Der Sachverständigenrat korrigierte am Mittwoch seine Prognose für dieses Jahr leicht nach unten. Die fünf Top-Ökonomen rechnen nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent, zuletzt waren sie von 1,6 Prozent ausgegangen. Folgen durch die Terroranschläge in Brüssel erwarten die Experten nicht.

„Die Konjunkturaussichten werden dadurch nicht nichtig“, sagte der Vorsitzende des Beratergremiums, Christoph Schmidt, in Frankfurt am Main. „Aber sie lassen das, was wir hier diskutieren, verblassen.“

Vor allem die Konsumausgaben der Verbraucher und auch die Ausgaben des Staates für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge sowie die gute Lage am Arbeitsmarkt treiben die Konjunktur demnach an. Der Export dürfte als Wachstumsmotor hingegen ausfallen. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft dann etwas stärker um 1,6 Prozent zulegen.

Die Ökonomen gehen weiterhin davon aus, dass die Ausgaben für die Flüchtlinge in diesem und im nächsten Jahr ohne neue Schulden gestemmt werden können. Die Mehrausgaben einschließlich Verwaltungsausgaben schätzen die Experten auf 13,7 Milliarden Euro 2016 und auf 12,9 Milliarden Euro im kommenden Jahr.

Konjunktur: Ifo-Index steigt überraschend stark

Konjunktur

Ifo-Index steigt überraschend stark

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich wieder verbessert. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts legt von 105,7 Zählern auf 106,7 Punkte zu. Was die Gründe für den Anstieg des Konjunkturbarometers sind.

Auf dem Arbeitsmarkt wird sich der Flüchtlingszustrom erst im kommenden Jahr stärker bemerkbar machen. Derzeit führten Engpässe bei den Asylverfahren zu erheblichen Verzögerungen bei der Arbeitsmarktintegration, erklärten die Ökonomen. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Jobsucher nur leicht auf etwas über 2,8 Millionen steigen. 2017 könnte sie sich der 3-Millionen-Marke annähern.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresanfang gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent gewachsen. Dieses hohe Tempo werde sie aber „im weiteren Jahresverlauf nicht ganz halten können“, sagte das DIW voraus.

Am Laufen gehalten wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen vor allem durch die Konsumfreude der Verbraucher. Sie haben dank der niedrigen Inflation und Tarifabschlüssen, die voraussichtlich auch in diesem Jahr über der Preissteigerungsrate liegen, mehr im Portemonnaie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×