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31.05.2011

22:50 Uhr

Konsequenzen gefordert

Reichen-Studie schreckt SPD auf

Exklusiv In der Forbes-Liste der Milliardäre sind deutsche Namen dünn gesät. Doch der Eindruck täuscht: In Deutschland wimmelt es laut einer Studie von Superreichen. Das weckt Begehrlichkeiten - bei der SPD.

Nur Fiktion, aber dennoch sehr vermögend: Die Disney-Figur Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt. Quelle: ap

Nur Fiktion, aber dennoch sehr vermögend: Die Disney-Figur Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt.

DüsseldorfAngesichts einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting, derzufolge es in der Bundesrepublik 839 Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar gibt, fordert der Vorsitzende der schleswig-holsteinischen SPD, Ralf Stegner, Konsequenzen. "Dass in Deutschland arm und Reich immer weiter auseinanderklaffen, macht es zwingend, dass die mit den höchsten Einkommen und Vermögen mehr beitragen müssen zur Finanzierung des Gemeinwesens", sagte das SPD-Präsidiumsmitglied Handelsblatt Online. "Das bedeutet Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz, eine gerechtere Besteuerung großer Erbschaften und von Spekulationsgewinnen sowie ordentliche Mindestlöhne."

Konkret fordert Stegner eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent für Einkommen über 100000 Euro (Verheiratete: 200000 Euro) sowie einen dreiprozentigen "Reichensteuer"-Aufschlag. Ab einem Einkommen von 250000 Euro (Verheiratete: 500000 Euro) wären dann 52 Prozent Steuer fällig.

Der SPD-Politiker plädiert zudem für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer auf große Privatvermögen. Und auch bei der Besteuerung von Kapitaleinkünften sieht Stegner Handlungsbedarf. Er fordert eine Anhebung des Abgeltungssteuersatzes von 25 auf 30 Prozent.

Laut der Boston-Consulting-Untersuchung leben in Deutschland sogar mehr Superreiche als im Ölstaat Saudi-Arabien mit 826. Die meisten wirklich Wohlhabenden gibt es laut der Studie indes in den Vereinigten Staaten; hier schwimmen 2692 Haushalte im Geld.

Die Zahlen überraschen auf den ersten Blick, denn von deutschen Superreichen hört man gemeinhin eher wenig. Es tauchen nur ganz wenige Namen auf der jährlich erscheinenden Milliardärsliste des US-Magazin Forbes auf. Aldi-Mitgründer Karl Albrecht landete zuletzt auf Platz zwölf mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet 25,5 Milliarden Dollar; erst auf Platz 38 folgt dann mit dem Versandhaus-König Michael Otto ein weiterer Deutscher (16,6 Milliarden Dollar).

Kommentare (11)

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kohlkoenig

31.05.2011, 23:16 Uhr

Was für ein unglaublicher Reflex: es gibt (noch) Superreiche in Deutschland, also müssen die höher besteuert werden.
Wäre es nicht sinnvoller, viele Reiche in Deutschland zu halten, um sie besteuern zu können, als auch noch die letzten zu vertreiben.
Mir würde es gefallen, wenn Reiche wie Beckenbauer, Vettel, Milch-Müller oder Schumacher noch in Deutschland Steuern entrichten würden

Nichtreich

31.05.2011, 23:40 Uhr

Besserer Vorschlag für die nimmersatten Schmarotzer in der
Politik:
100 % Abgaben auf Einkommen und Vermögen.
Das nach Auffassung der Politik Lebensnotwendige kann ja
dann über Bezugscheine an die Bevölkerung verteilt werden.

Account gelöscht!

31.05.2011, 23:42 Uhr

Noch mehr Steuern in Deutschland zahlen damit wir noch mehr Rettungspakete schnüren können für Länder die jetzt schon auf ihr Recht zum Steuerdumping pochen? Für Länder die sich auf die Transferunion als Einkommensmodell spezialisieren?
Sehen Sie auch wie ich das da an dieser Logik etwas falsch ist?

Ich denke weniger Steuern macht eher Sinn, wir brauchen einen schlanken Staat sonst wird der Staathaushalt immer wieder zum Raubgut.

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