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17.01.2006

09:09 Uhr

Kontrahenten finden keine Einigung

Gasbranche ringt um Modell für Öffnung der Netze

VonKlaus Stratmann

Die Gasbranche streitet über die Öffnung der Netze. Aus Verärgerung über die Politik des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) erklärten gestern fünf Stadtwerke ihren Austritt aus dem BGW.

BERLIN. Es erscheint immer unwahrscheinlicher, dass sich Netzbetreiber und Netznutzer wie vorgesehen bis zum 1. Februar auf ein Konzept einigen können. Die Bundesnetzagentur moderiert zwar seit Monaten die Gespräche zwischen klassischen Gasunternehmen mit eigenem Netz, die im BGW zusammengeschlossen sind, und neuen Gasanbietern, die möglichst uneingeschränkten Zugang zu den Netzen haben möchten. Zuletzt war es jedoch nicht mehr möglich, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Noch am vergangenen Freitag verhandelte der BGW alleine mit der Netzagentur. In der kommenden Woche will die Behörde mit der anderen Seite, den neuen Netznutzern, sprechen. Damit rückt eine Konsenslösung in weite Ferne.

„Wir finden das Verhalten des BGW befremdlich“, sagte Annette Bergmann vom Bundesverband Neuer Energieanbieter (BNE). Der BNE wirft dem BGW vor, die Konsultationen gezielt zu verschleppen. Der Zeitdruck wachse damit enorm. Der Fall werde zur Bewährungsprobe für die Netzagentur, die bislang gute Arbeit geleistet habe, sagte Bergmann.

Die Befürchtung der Netznutzer: Wenn die bis zum 1. Februar angepeilte Einigung nicht zustande kommt, wird sich die Öffnung der Gasnetze um ein ganzes Jahr verschieben. „Wenn wir zum Beginn des nächsten Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober ins Geschäft kommen wollen, müssen wir jetzt die Bedingungen kennen. Sonst können wir bis dahin keine Verträge abschließen“, sagte Bergmann.

Das neue Energiewirtschaftsgesetz schreibt die Öffnung der Gasnetze vor. Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, die Öffnung zu überwachen und die Netznutzungsentgelte zu überprüfen. Neue Anbieter sollen einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Gasnetzen erhalten. Ziel ist es, den Wettbewerb auf dem Gasmarkt anzuheizen. Außerdem sollen die Netzentgelte sinken. Die Bundesnetzagentur erhofft sich von wachsender Konkurrenz auf dem Gasmarkt und niedrigeren Netzentgelten sinkende Preise für Verbraucher.

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